Debatte im Umweltausschuss Landkreis Aurich plant keine eigene Wolfsstrategie
Dezernent Eiko Ahten erteilt der Forderung der Freien Wählergemeinschaft eine Absage – und nannte dafür Gründe. Die Politik will nun kurzfristig bis zum Kreistag eine gemeinsame Resolution erarbeiten.
Aurich - Eine eigene „Wolfsstrategie“ wird der Landkreis Aurich nicht erarbeiten. Einer entsprechenden Forderung der Freien Wählergemeinschaft im Kreistag erteilte der zuständige Dezernent Eiko Ahten am Mittwoch im Umweltausschuss eine Absage.
„Mir fehlt die Fantasie, was ich mir unter einer Wolfsstrategie vorstellen soll. Ich wüsste nicht, was wir da hineinschreiben sollten, was praktisch relevant ist. Denn der rechtliche Rahmen ist uns durch Gesetze strikt vorgegeben. Und es gibt schon etablierte Strukturen. Das hätte keinen Mehrwert“, sagte Ahten. So betreibt der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Natur- und Küstenschutz (NLWKN) bereits ein Wolfsbüro und bei der Landwirtschaftskammer werden Nutztierrisse registriert.
Insgesamt ist die Auricher Kreispolitik noch uneinig über eine gemeinsame Position zum heftig umstrittenen Thema Wolf. Doch nun soll eine kurzfristig gebildete fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe bis zur Kreistagssitzung am Mittwoch, 28. Juni, einen Resolutionstext erarbeiten, auf den sich alle einigen können.
Eigentlich schon gestellte Anträge von Freien Wählern, SPD und CDU/FDP wurden deshalb am Mittwoch im Kreis-Umweltausschuss zurückgestellt.
Freie Wähler betont den Deichschutz
Edgar Weiss (Freie Wählergemeinschaft, Wiesmoor) sagte: „Wir sind der Meinung, dass der Wolf mit unserer Kulturlandschaft nicht vereinbar ist, insbesondere beim Deichschutz.“ Seine Fraktion forderte, dass der Landkreis Aurich eine Petition an das EU-Parlament richtet. Ziel solle eine 70 Kilometer tiefe „wolfsfreie Schutzzone“ an der Küste sein, vor allem um die wichtigen Deichschäfereien zu schützen. Eine Resolution als bloße Willensbekundung reiche nicht, betonte Weiss.
Auch die SPD hatte von der Kreisverwaltung gefordert, auf die Gesetzgeber einzuwirken, „um den Wolf regional zu begrenzen“.
„Wir sind uns einig, dass wir an der derzeitigen Situation etwas ändern wollen“, betonte auch Roelf Odens (CDU, Krummhörn). Die Grünen sehen ebenfalls die kurzfristig eingerichtete Arbeitsgruppe als „guten Vorschlag“, sagte Olaf Wittmer-Kruse (Krummhörn).
Die fraktionsübergreifende Gruppe will sich nun Montag treffen und dann kurzfristig einen Text erarbeiten, über den der Kreistag am Mittwoch, 28. Juni, beschließen soll. Die Sitzung, in der es auch um die Herabstufung des Norder Krankenhauses gehen wird, beginnt um 15 Uhr in der Auricher Stadthalle.
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