Überwachung  Warum in Moordorf ein Sicherheitsdienst Streife laufen soll

| | 21.06.2023 15:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
So wie auf diesem Symbolbild könnte es auch bald in Moordorf sein: Ein Sicherheitsdienst kontrolliert bestimmte Plätze im Ort. Foto: Roland Weihrauch/DPA
So wie auf diesem Symbolbild könnte es auch bald in Moordorf sein: Ein Sicherheitsdienst kontrolliert bestimmte Plätze im Ort. Foto: Roland Weihrauch/DPA
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Ein Sicherheitsdienst soll bald dauerhaft in Moordorf eingesetzt werden. Wo und warum, hat nun der Bürgermeister erklärt.

Moordorf - Die Gemeinde Südbrookmerland will für bestimmte Bereiche im Ortsteil Moordorf einen Sicherheitsdienst einsetzen. Das sagte Bürgermeister Thomas Erdwiens am Mittwoch den ON. So sollen die Fachkräfte beispielsweise den Spielplatz am Schwanenweg, das Gelände der Grundschule und den neuen Mehrgenerationenplatz überwachen. Derzeit würden die Bedingungen eines Vertragsentwurfes geprüft, so Erdwiens. Wann genau es losgehen soll, sagte er nicht.

Die Verhandlungen mit dem Sicherheitsdienst sind auch der Grund dafür, dass der neue Mehrgenerationenplatz noch immer nicht eröffnet wurde. Einladend sieht es aus, was Arbeiter in den vergangenen Wochen aus der Grünfläche vor der Moordorfer Turnhalle geschaffen haben. Wege, Sitzgelegenheiten, Pflanzen. Und dazu eine Reihe von Spielgeräten samt einem kleinen Spielfeld für Fuß- und Basketball. Alt und Jung sollen sich auf dem Platz treffen und dort ihre Freizeit verbringen können. Alles scheint bereit. Doch wer den Platz betreten will, scheitert bislang noch an Zäunen, Ketten und Schlössern.

Förderprogramm ließ Idee entstehen

Etwa 16 Monate ist es her: Im Februar vergangenen Jahres wurden erstmals die Pläne für den Mehrgenerationenplatz vorgestellt. Zuvor war von einem derartigen Projekt in der Gemeinde nie die Rede gewesen. Doch dann flatterte ein Förderscheck ins Rathaus in Victorbur. Um die Pandemiefolgen in Innenstädten und Ortskernen zu bekämpfen, hatten Land und EU das Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt“ aufgelegt. Die Gemeinde bewarb sich um Fördermittel und erhielt einen Zuschlag. Bis zu 345.000 Euro wurden zugesagt. Voraussetzung war ein förderfähiges Konzept. Das ließ die Gemeinde von einem Planungsbüro erstellen und die Idee des Mehrgenerationenplatzes wurde geboren.

Eigentlich ist alles fertig, eröffnet wurde der Mehrgenerationenpark aber bislang nicht. Foto: Holger Janssen
Eigentlich ist alles fertig, eröffnet wurde der Mehrgenerationenpark aber bislang nicht. Foto: Holger Janssen

In der Folge bezog die Gemeinde auch interessierte Bürger mit in die Planungen ein. Beziehungsweise sie versuchte es, denn das Interesse hielt sich in Grenzen. Geäußert wurden seinerzeit vor allem Bedenken. Allen voran Ortsvorsteher Stefan Kleinert (SPD) zeigte sich besorgt. Zwar hatte er bei der Vorstellung der Pläne für den Park am Schultrift zunächst dafür gestimmt. Mittlerweile bezeichnet er dies aber als Fehler. Nach Gesprächen mit Anwohnern sei ihm klar geworden, dass sich diese vor einem „Versammlungsplatz für Randalierer, laute Musik, Remmidemmi und Alkohol“ fürchteten. Vor Beginn und auch während der Bauzeit wurde Kleinert nicht müde, seine Sorgen zu wiederholen.

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Öffnungszeiten wurden festgelegt

Und damit hatte er offenbar Erfolg. Damit sich die Befürchtungen nicht bewahrheiten, soll der Platz von dem Sicherheitsdienst überwacht werden. Künftig soll der Mehrgenerationenplatz täglich von 10 Uhr bis 20 Uhr geöffnet sein. Geöffnet wird dieser morgens von Mitarbeitern der Gemeinde. Der Sicherheitsdienst ist dafür zuständig, dass abends verbliebene Besucher hinausgebeten und die Tür verschlossen wird.

Mit einer massiven Kette ist das Tor zum Mehrgenerationenplatz verschlossen. Foto: Holger Janssen
Mit einer massiven Kette ist das Tor zum Mehrgenerationenplatz verschlossen. Foto: Holger Janssen

Zuständig sein soll der Sicherheitsdienst aber auch für weitere Bereiche in Moordorf. So sollen laut Erdwiens das Gelände der Grundschule und der Spielplatz am Schwanenweg ebenfalls überwacht werden. Dort ist es in der Vergangenheit immer wieder zu Fällen von Vandalismus, Ruhestörungen und Anfeindungen gekommen. Das soll, so der Plan der Verwaltung, durch die Kontrollen des Sicherheitsdienstes vermieden, oder zumindest eingedämmt werden. Ob das klappt, wird sich zeigen – und vermutlich genau beobachtet.

Kein Durchgang: Der Mehrgenerationenplatz kann bislang nur aus der Ferne betrachtet werden. Foto: Holger Janssen
Kein Durchgang: Der Mehrgenerationenplatz kann bislang nur aus der Ferne betrachtet werden. Foto: Holger Janssen

Vergeben wurde zudem ein weiterer Auftrag in Bezug auf den Mehrgenerationenplatz. Eine der beteiligten Baufirmen wurde aufgefordert, einen Fehler zu beheben. Es wurde nämlich das Tor in Richtung Schultrift falsch herum eingebaut. Es öffnet in Richtung des Fuß- und Radweges. Wird es geöffnet, wenn sich Radfahrer nähern, drohen Unfallgefahren. Der Fehler werde zeitnah behoben, so Thomas Erdwiens.