Freiheitsmarsch  Weshalb es beim Marschieren nicht nur auf Socken und Schuhe ankommt

| | 14.06.2023 12:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Im Vorjahr waren rund 600 Teilnehmer an zwei Tagen beim 4. Ostfriesischen Freiheitsmarsch unterwegs. Bei der 5. Auflage werden erneut an zwei Tagen jeweils vier Routen über Distanzen 5, 10, 23, und 42 Kilometer angeboten. Nahezu die Hälfte der Wanderer und Marschierer kommt von außerhalb Ostfrieslands. Fotos: Helmut Vortanz
Im Vorjahr waren rund 600 Teilnehmer an zwei Tagen beim 4. Ostfriesischen Freiheitsmarsch unterwegs. Bei der 5. Auflage werden erneut an zwei Tagen jeweils vier Routen über Distanzen 5, 10, 23, und 42 Kilometer angeboten. Nahezu die Hälfte der Wanderer und Marschierer kommt von außerhalb Ostfrieslands. Fotos: Helmut Vortanz
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Zum kleinen Jubiläum des 5. Ostfriesischen Freiheitsmarsches haben sich die Macher Neues ausgedacht. Dazu gehören auch die Fahrradengel.

Aurich - Wenn Andreas Epple, Organisator des Ostfriesischen Freiheitsmarsches nach kleinen und großen Heldinnen und Helden dieser Veranstaltung Ausschau hält, dann fallen ihm rasch einige Menschen ein. Dazu zählt für ihn das junge Mädchen mit einem schweren Handikap, das die Marathondistanz absolvierte. Auch die beiden 13-jährigen Jungen, die nach 42 Kilometern das Ziel erreichten, haben ihn beeindruckt. Auch die Familie Wendt gehört dazu, die ihren schwerstbehinderten Sohn im Rollstuhl über zehn Kilometer begleiteten.

Geschichten, die der noch jungen Veranstaltung ihren Stempel aufdrückten. Im September wird ein kleines Jubiläum gefeiert. Der Ostfriesische Freiheitsmarsch bringt zum fünften Mal Menschen zum Wandern und Marschieren. Dafür hatte Epple einen einfachen Rat vorweg parat: „Schuhe und Socken müssen passen. Sonst gibt es Probleme“, so der Marschexperte vom MTV Aurich. Er meinte damit die schmerzhaften Blasen. Der ehemalige Offizier der Bundeswehr weiß, wovon er spricht, bewältigt er jährlich acht- bis neunmal einen Marathonmarsch.

Auch der Kopf muss es wollen

Dazu kommt es auf die Einstellung an. Es müsse auch der Kopf wollen, ergänzte Heike Pilk aus dem Orgateam. In der Pressekonferenz im Schulungsraum des MTV Aurich blickten Epple und die Mitglieder des Orgateams auf das vergangene Jahr zurück. „Rund 600 Teilnehmer waren an zwei Tagen auf rund 160 Kilometer Wegestrecke unterwegs. Knapp die Hälfte kam außerhalb von Ostfriesland“, so Epple. Es waren Teilnehmer aus Berlin oder München dabei. Dazu gesellten sich Gäste aus Luxemburg, den Niederlanden und Österreich. Ebenso Frauen und Männer aus den USA, die virtuell mitmachten.

Schirmherr Rico Mecklenburg (rechts), Präsident der Ostfriesischen Landschaft, zusammen Herma Peters, die als Gräfin am Upstalsboom daherkommt.
Schirmherr Rico Mecklenburg (rechts), Präsident der Ostfriesischen Landschaft, zusammen Herma Peters, die als Gräfin am Upstalsboom daherkommt.

Erneut hat das Team um Epple mit den Eheleuten Katja und Cord Druivenga, Heike Pilk, Elvira Hoffmann und Dajo Gontjes ein Programm für zwei Tage auf die Beine gestellt. Am Wochenende 9./10. September machen sich die Starter in Aurich auf den Weg durch die hiesige Wallhecklandschaft. Die Routen über 10, 23 und 42 Kilometer führen die Teilnehmer „an einen besonderen Ort der friesischen Geschichte“, meinte Schirmherr Rico Mecklenburg, Präsident der Ostfriesischen Landschaft in seinem Grußwort. Die Teilnehmer passieren den Upstalsboom in Rahe. Dort trafen sich im 13. und 14. Jahrhundert die freien Friesen und hielten ihre Versammlungen ab. Vorboten der demokratischen Bewegung. Ein Ort der Friesischen Freiheit und somit Namensgeber für die Veranstaltung. Zum 5-jährigen Geburtstag gibt es eine besondere Medaille. All jene, die seit 2019 von Anfang an dabei sind, erhalten eine silberne Medaille. Neu sind auch die sogenannten Fahrradengel auf ihren Lastfahrrädern. Sie sind auf den Strecken unterwegs und kümmern sich um die Teilnehmer.

Premiere: Campen auf dem Großen Sett

Auf dem Großen Sett am Auricher Hafen kann erstmalig gecampt werden. Dort ist auch Start und Ziel zugleich sowie Bänke und Tische aufgebaut. Ein Treffpunkt für ein Miteinander. Ein Heer von rund 60 Helferinnen und Helfern sorgt an der Strecke für einen reibungslosen Ablauf. „Bisher ging niemand verloren“, merkte Epple an. Er hofft, dass sich daran auch nichts ändern wird. Darüber hinaus wird ein zentrales Lagezentrum eingerichtet. Es sammelt Informationen von den Streckenposten.

Ein Großteil der ehrenamtlichen Helfer aus der Wandersportabteilung des MTV Aurich und den anderen mithelfenden Organisationen wie THW, Pfadfinder oder Dorfvereine, sind nach Auskunft des MTV Vorsitzenden Wilfried Theessen „Wiederholungstäter“, ohne die es nicht gehen würde. Für sie wurde eine Medaille angefertigt, die ein großes „H“ für Helfer am Medaillenband aufweist.

Wer bekommt den Wanderstiefel?

Die Starts an den beiden Tagen erfolgen für 42 Kilometer von 7 bis 8 Uhr, 23 Kilometer (10 bis 11 Uhr), 10 Kilometer (13 bis 14 Uhr) und 5 Kilometer (14 bis 15 Uhr). Die Routen sind als Rundstrecken ausgeschildert und führen immer zum Start zum Auricher Hafen, Großes Sett zurück. Es werden Distanzen über 5, 10, 23 und 42 Kilometer angeboten. Auf die Teilnehmer warten Medaillen mit verschiedenen Abstufungen. Dazu zählen Muscheln oder Eichenblätter in Silber oder Gold. Gesucht wird auch die Gruppe mit den meisten Teilnehmern. Sie erhält einen handbemalten Wanderstiefel. Epple nannte auch schon einen heißen Kandidaten. Wanderfreunde aus Südhessen haben die markante Trophäe ins Visier genommen. Gleichwohl hofft der Organisator, dass es auch starke Konkurrenz aus Ostfriesland geben wird.

Anmeldeschluss online ist Mittwoch, 6. September. Kurzfristige Anmeldungen am Veranstaltungstag sind am Startplatz (Großes Sett) möglich. Weitere Informationen unter www.ostfriesischer-freiheitsmarsch.de.

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