Verkehr in Südbrookmerland  Wer die Bahn will, muss überzeugen

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Ein Kommentar von Holger Janssen
| 13.06.2023 16:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Geht es nach der Südbrookmerlander Politik, wird der Busverkehr zwischen Emden und Aurich ausgebaut, statt den Personenverkehr auf der Schiene zu reaktivieren. Foto: Holger Janssen
Geht es nach der Südbrookmerlander Politik, wird der Busverkehr zwischen Emden und Aurich ausgebaut, statt den Personenverkehr auf der Schiene zu reaktivieren. Foto: Holger Janssen
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Aurich ist die größte Stadt in Niedersachsen ohne Bahnanschluss. Doch was schert das die Menschen in Moordorf? Andere Argumente müssen her – und echter Überzeugungswille. Ein Kommentar.

In Südbrookmerland steht man der Reaktivierung des Personenverkehrs auf der Bahnlinie zwischen Aurich und Abelitz skeptisch gegenüber. Das ist nachvollziehbar. Immerhin wäre die Gemeinde stark von zunehmendem Bahnverkehr betroffen. Deutlich stärker als die Stadt Aurich, wo die Trasse größtenteils unbewohntes Gebiet durchquert. Anwohner in Südbrookmerland fürchten hingegen um ihre Ruhe, Lebensqualität und den Wert ihrer Häuser. Ganz zu schweigen von möglichen Unfällen.

Wer für den Personenverkehr zwischen Aurich und Abelitz ist, muss die Südbrookmerlander überzeugen. Da reicht es nicht aus, darauf hinzuweisen, dass Aurich die größte niedersächsische Stadt ohne Bahnanschluss ist. Was schert das die Menschen in Moordorf? Auch das Argument der für den Klimaschutz dringend notwendigen Verkehrswende überzeugt nur wenige. Personenverkehr wäre auch mit Wasserstoffbussen auf der Straße möglich, entgegnen sie, während sie zugleich daran zweifeln, dass die Bahn überhaupt von einer adäquaten Zahl an Fahrgästen genutzt werden würde. Und muss die Gemeinde am Ende noch selbst dafür zahlen, dass Aurich an die Bahn angeschlossen wird, wäre das wohl ein totales Ausschlusskriterium.

Es mag ja sein, dass es in Sachen Bahnverkehr ein sogenanntes höheres Interesse gibt, dass sich am Ende vielleicht sogar juristisch durchsetzen ließe. Doch das können die Befürworter der Reaktivierung kaum wollen. Es wäre anstrengend, zeitraubend und teuer. Sie sollten stattdessen auf größtmögliche Transparenz setzen, die Sorgen der Südbrookmerlander ernst nehmen und nötigenfalls Zugeständnisse machen. Dann klappt es vielleicht mit der Überzeugung.

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