Sitzung am 21. Juni  Wolf wird Thema in Auricher Kreispolitik

| | 10.06.2023 13:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Er ist zurück in Ostfriesland und sorgt weiter für emotionale Debatten: Der Wolf. Foto: DPA
Er ist zurück in Ostfriesland und sorgt weiter für emotionale Debatten: Der Wolf. Foto: DPA
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Schießen oder schützen? Seit Monaten wird heftig über die Rückkehr des Wolfes nach Ostfriesland gestritten. Bald kommt das heiße Thema in Kreisgremien auf die Tagesordnung.

Aurich - Um die Ausbreitung des Wolfs im Landkreis Aurich geht es am Mittwoch, 21. Juni, in einer Sitzung des Kreis-Umweltausschusses. Nach einem Vortrag des Wolfsbüros des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) stehen Anträge der Freien Wählergemeinschaft und der SPD zur Abstimmung.

Die Freien Wähler fordern eine „wirksame Begrenzung der Wolfspopulation“ und von der Kreisverwaltung die Erarbeitung einer „Wolfsstrategie“. Die SPD-Fraktion, die größte Gruppierung im Auricher Kreistag, fordert ebenfalls von Landes- und Bundespolitik, „den Wolf regional zu begrenzen“. Besonders betroffen von der Rückkehr des Wolfes seien im Landkreis Aurich die Deichschäfer, deren Arbeit so wichtig für den Küstenschutz sei. Wegen der jüngsten Nutztier-Risse von Wölfen seien Tierhalter verunsichert, die Bevölkerung verängstigt, schreibt SPD-Fraktionschef Johannes Kleen (Wiesmoor). Der Schutz ziele bisher zu einseitig auf den Wolf, nicht aber auf die Menschen. Der Wolf sei in Europa längst keine bedrohte Art mehr. „Sein Schutz sollte nicht pauschal über dem Schutz der Nutztiere und Menschen stehen“, so Kleen. Von der Auricher Kreisverwaltung fordert die Fraktion „verlässliche Zahlen“ über die Wolfsrisse der vergangenen zwei Jahre.

AfD forderte „unverzügliche Bejagung“

Bereits in der letzten Sitzung des Kreis-Umweltausschusses stand der Wolf auf der Tagesordnung. Die AfD-Fraktion hatte in einer Resolution gefordert, dass er „unverzüglich“ bejagt werden sollte. Jan-Adolf Looden (Krummhörn) warnte vor einem „Blutrausch“ und einer sich schnell ausbreitenden Wolfs-Population. Er nahm den Antrag wegen der weiteren Anträge von SPD und Freien Wählern jedoch zurück, die es nicht mehr auf die Tagesordnug geschafft hatten.

Landrat Olaf Meinen (parteilos) hatte in der letzten Sitzung eingeräumt, dass der Wolf zum Problem geworden sei. Er sei aber eben durch EU- und Bundesgesetze streng geschützt. Die Zuständigkeit des Landkreises sei „sehr begrenzt“, wenn überhaupt vorhanden, stellte Meinen fest. Saskia Buschmann (CDU, Aurich), nicht nur Mitglied im Umweltausschuss, sondern auch Abgeordnete im niedersächsischen Landtag, versprach in der letzten Ausschusssitzung: „Wir werden weiter laut sein und Druck machen.“ Olaf Wittmer-Kruse (Grüne, Krummhörn) räumte offen ein: „Auch den Grünen ist klar, dass der Wolf kein Kuscheltier ist.“

Außerdem auf der Tagesordnung des Kreis-Umweltausschusses am 21. Juni: die Vorstellung einer Langzeitstudie zu Gänsefraßschäden in Niedersachsen. Die öffentliche Sitzung beginnt am 21. Juni um 15 Uhr im Auricher Kreishaus, Saal 1.105.

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