Resolution SPD/Linke in Südbrookmerland fordern Abschuss von Wölfen
Die SPD/Linke-Gruppe im Rat Südbrookmerland fordert in einem Resolutions-Vorschlag den Abschuss von Wölfen. Der Schutz der Tiere dürfe nicht einseitig sein. Wie es jetzt damit weitergeht.
Südbrookmerland - Müssen sie noch geschützt werden, oder sind es schon zu viele? Wenn über den Umgang mit Wölfen diskutiert wird, gehen die Meinungen häufig weit auseinander.
Die Gruppe SPD/Linke der Gemeinde Südbrookmerland hat nun eine Resolution zum Umgang mit dem Wolf auf den Weg gebracht. Eine Forderung darin: Die Tiere sollen zum Abschuss freigegeben werden.
Besorgte Tierhalter
Die Rückkehr des Wolfes nach Ostfriesland habe dazu geführt, dass es in der vergleichsweise dicht besiedelten Kulturlandschaft vermehrt zu Wolfssichtungen und Wolfsrissen komme. Damit verbunden seien bei Weidetierhaltern, als direkt Betroffene, wirtschaftliche Schäden mit Angst vor weiteren Wolfsrissen und einer hohen emotionalen Belastung. Hobby- und Haustierhalter seien verunsichert. Einwohner seien verängstigt. Eltern fürchteten Wolfsangriffe auf ihre Kinder, beispielsweise auf ländlichen Schulwegen oder in Bereichen von Kindertagesstätten und Spielplätzen.
Landwirte würden stark belastet. Besonders betroffen seien die Deichschäfer. Es vergehe kaum eine Woche ohne einen Angriff von Wölfen auf die auf den Deichen weidenden Schafe. Dabei sei die Schafbeweidung auf den Deichen ein wichtiger Beitrag zum Küstenschutz. Damit die Weidetierhaltung in Südbrookmerland und im gesamten Landkreis Aurich nicht dauerhaft gefährdet sei, wolle man den Gesetzgeber und die zuständigen Parlamente auffordern, die Gesetzgebung zu ändern, damit es zukünftig möglich werde, den Wolf regional zu begrenzen. „Nur so bringt man den Wolf in Einklang und Akzeptanz mit Menschen und Natur“, heißt es wörtlich in dem Vorschlag zur Resolution.
Kreis soll verlässliche Zahlen liefern
Man kritisiere, dass der Schutz einseitig auf den Wolf ziele, nicht aber die Interessen der Menschen und der Kulturlandschaft berücksichtigt würden. „Wir fordern keine unrechte Entnahme von Wölfen“, heißt es weiter. Mit der Resolution fordere man aber die Regierungen im Bund und Land, sowie der Europäischen Union zum Handeln auf: „Der Status des Wolfes als streng geschütztes Tier in der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie muss überdacht werden, damit er bejagt werden kann.“ Aufgrund der derzeitigen Rechtslage genieße der Wolf umfassenden Schutz. Mit 20.000 Exemplaren sei der Wolf in Europa aber keine bedrohte Art mehr und sein Schutz sollte nicht pauschal über dem Schutz der Nutztiere, Heimtiere und Menschen stehen.
Gleichzeitig fordere man die Kreisverwaltung auf, verlässliche Zahlen über Wolfsrisse an Weidetieren der vergangenen 24 Monate im Landkreis Aurich und den angrenzenden Nachbarlandkreisen zu liefern.
Die Resolution und die Abfrage der Daten sollen dazu beitragen, eine sachliche Diskussion zu führen, um den Menschen in der Region zu zeigen, dass ihre berechtigten Sorgen ernstgenommen würden.
Ausschuss soll sich mit Thema befassen
Der Antrag der SPD/Linke-Gruppe allein hat für diese Diskussionen bislang noch nicht gesorgt, wie Fraktionschef Hange Ukena auf ON-Nachfrage sagt. Zwar liegt er schon seit einigen Tagen im Rathaus vor, Reaktionen habe es darauf aber noch keine gegeben. Das könnte sich allerdings bald ändern. In der für Dienstag geplanten Sitzung des Verwaltungsausschusses dürfte die Zuweisung des Antrages auf der Tagesordnung gestanden haben. Demnächst wird sich also voraussichtlich der Ausschuss für Feuerschutz, Umwelt, Landwirtschaft und Entwässerung damit befassen.