Fußballostfrieslandklasse Hochzeit garniert Fernduell um den Titel zwischen Riepe und Ihlow
Weshalb eine Feier beim Meisterschaftskampf zwischen Riepe und Ihlow in der Ostfrieslandklasse A eine Rolle spielt. Davon könnte eine Mannschaft besonders profitieren.
Ostfriesland – Spannend geht es am letzten Spieltag in der Fußballostfrieslandklasse A zu. In der Staffel 3 liefern sich am Sonnabend um 17 Uhr Spitzenreiter TSV Friesenstolz Riepe und Verfolger SV Eintracht Ihlow ein brisantes Fernduell um Meisterschaft und Aufstieg. Punktgleich und nur durch das um zwei Tore bessere Torverhältnis startet Riepe mit einem minimalen Vorsprung in den finalen Spieltag. Dabei dürfte eine Hochzeit das Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Auricher Spitzenteams beeinflussen.
Blick zurück: Eintracht Ihlow übernahm am 3. Spieltag die Tabellenführung, gab sie einmal mittendrin an Riepe ab. Eroberte sie umgehend zurück und verteidigte den ersten Platz bis zum vorletzten Spieltag. Da machte Ihlow den Platz erneut frei für den härtesten Verfolger aus Riepe.
Der TSV gastiert am Sonnabend um 17 Uhr beim SPVGG Warsingsfehn. Die Gastgeber haben sich bereits gerettet. Sie können die Partie gegen den Ersten entspannt angehen.
Riepes Gegner feiert Hochzeit
SPVGG-Trainer Danny Steinbach hat aber ein Problem. „Ich weiß noch nicht, wer spielen wird, weil wir die Hochzeit unseres zweiten Torwarts Julian Peper feiern werden“, sagte er auf Nachfrage der Ostfriesischen Nachrichten. Steinbach versprach aber: „Wir treten aber definitiv an.“
Auf jeden Fall wird neben dem Bräutigam auch Stammtorwart Peter Hartmann fehlen. Der ist nämlich Trauzeuge. Das Problem ist auf dem Staffeltag Anfang des Jahres angesprochen und um eine Verlegung gebeten worden. Die hat der Staffelleiter aber abgelehnt, weil am letzten Spieltag alle Mannschaften zeitgleich spielen sollen, erklärte Steinbach.
Der Ihlower Trainer Holger Stöter kennt das Hochzeitsproblem. Er spekuliert: „Wenn die erste Mannschaft von Warsingsfehn Hochzeit feiert und Riepe gegen eine zweite Mannschaft spielt, dann kompliziert sich die Lage für uns.“ Soll heißen, Riepe hat einen Wettbewerbsvorteil und leichtes Spiel gegen einen schwachen Gegner. Nicht nur das. Ihlow trägt zwar ein Heimspiel gegen Fortuna Veenhusen aus. Der Gegner ist noch gefährdet, darf sich nicht zu viele Gegentore einfangen, sonst droht dem Noch-Achten ein Abrutschen auf den Relegationsplatz zehn.
Zwei geschenkte Siege sorgen für Unmut
„Die werden sich mit Mann und Maus wehren, um uns das Toreschießen schwerzumachen“, erwartet Stöter einen kampfstarken Gegner. In der Schlussphase der Saison hatte Ihlow zwei Spiele kampflos gewonnen, weil die Gegner nicht antraten. Daran rieb sich Riepes Fußball-Spartenleiter Günter Menken. Er formulierte: „Wir sind sehr verärgert. Am Sonnabend trat Absteiger Leybucht nicht gegen Ihlow an. Eine Woche zuvor war Leybucht beim knappen 0:1 in Riepe noch absolut putzmunter. Das gleiche machte vor einiger Zeit RW Emden/Kickers II. Auch hier erhielt Ihlow drei Punkte und 5:0 Tore geschenkt. Gegen Riepe (3:6) liefen dann selbst Spieler aus dem Kickers Regionalligakader mit auf. Das kann am Ende ausschlaggebend sein.“
Menkens Kritik richtete sich nicht an Ihlow. Eintracht könne ja nichts dafür, so der TSV-Verantwortliche, wenn andere Vereine nicht antreten würden. Menken sprach von Wettbewerbsverzerrung und wünschte sich mehr Fairplay. Der Ihlower Trainer Stöter wollte den Aspekt der kampflos erbeuteten Punkte nicht unkommentiert stehen lassen. Er sagte: „Wir saßen schon im Bus, um nach Leybucht zu fahren. Meine Spieler waren hoch motiviert. Dann kam kurzfristig die Absage und uns wurde die Möglichkeit genommen, diese Aufgabe sportlich zu lösen. Eine verpasste Chance.“
Abschied mit Titel
Eine sportlich faire Lösung streben Stöter und sein Mitstreiter aus Riepe Alwin Tierok-Heddinga am letzten Spieltag im Fernduell an.
Tierok-Heddinga befand: „Für die vielen Merkwürdigkeiten in der Liga können wir ja nichts. Wir schauen am letzten Spieltag auf uns und haben es selber in der Hand.“
Seine junge Mannschaft werde wohl nicht auf Teufel komm raus in Warsingsfehn zur Sache gehen, sondern sich aus einer gesicherten Abwehr heraus das Spiel gestalten. Stöter versprach: „Für uns ist das ein dickes Brett, aber wir werden alles geben und ich möchte Ihlow als Meister verlassen.“ Dieses Motiv dürfte auch für Tierok-Heddinga gelten, der in der neuen Saison Ostfrisia Moordorf trainieren wird. Aber am Ende des Spieltages wird es nur einen der beiden geben, der den Titelgewinn feiern darf.