Pläne in Südbrookmerland Rolle rückwärts bei Spielplätzen
Eine Rolle rückwärts macht die Gemeinde Südbrookmerland bei ihrer Spielplatz-Politik. Ein „Leuchtturm-Projekt“ wird damit zu den Akten gelegt. Dafür gibt es neue Pläne.
Südbrookmerland - Rolle rückwärts bei den Spielplätzen in Südbrookmerland: In den vergangenen Jahren hatte sich die Politik darauf konzentriert, die Zahl der vielen kleinen Spielplätze in der Gemeinde zu reduzieren und dafür fünf sogenannte Leuchtturmspielplätze mit besonderer Ausstattung zu schaffen. Nun geht man den umgekehrten Weg. Statt mit viel Geld große Anlagen zu schaffen, sollen die Beträge in kleinere Spielplätze in Wohngebieten fließen. Bei einem nun beschlossenen Projekt spielt zudem ein Schulhof eine wichtige Rolle.
Am Großen Meer, am Schwanenweg in Moordorf und an der Beethovenstraße in Victorbur gibt es sie bereits: In den vergangenen Jahren sind dort sogenannte Leuchtturmspielplätze entstanden. Die Idee: Statt der Vielzahl kleiner Spielplätze, die einerseits pflegeintensiv und andererseits oft wenig attraktiv waren, sollten mit den großen Anlagen Anlaufpunkte geschaffen werden. Die Flächen, auf denen die kleineren Anlagen standen, sollten stattdessen verkauft werden. Mancherorts ging das Vorhaben problemlos über die Bühne. Jedoch nicht überall. So hatten sich beispielsweise an der Puntereistraße in Uthwerdum Anwohner darüber beklagt, dass ihr Spielplatz aufgelöst werden sollte. Laut dem ursprünglichen Plan sollte stattdessen der Spielplatz am Jasminweg in Uthwerdum zu einem sogenannten Leuchtturmspielplatz werden. Es kam anders: Wegen der Anwohnerproteste wurden beide Spielplätze aufgewertet. Ebenso der Spielplatz am Haidjer Pad in Moordorf.
Bürgermeister von Verhandlungen genervt
Ein weiteres Problem: Für einen Leuchtturmspielplatz im Nordbereich der Gemeinde wurde bis heute keine geeignete Fläche gefunden. Zwischenzeitlich hatte die Gemeinde eine Weide zwischen Münkeboer Kirche und Rüskeweg im Blick. Doch mit den Eigentümern konnte sich die Verwaltung bis heute nicht auf einen Verkauf der Fläche einigen. Bürgermeister Thomas Erdwiens scheint davon durchaus genervt zu sein, wie er am Donnerstag in einer Sitzung des Bauausschusses durchblicken ließ: „Einmal Hü, einmal Hott und dann haben sie wieder Forderungen“, so Erdwiens wörtlich.
Die Gemeindeverwaltung brachte in die Spielplatz-Diskussion nun noch einen weiteren Aspekt ein: Die Umgestaltung des Schulhofs der IGS in Moorhusen. Die Idee: Ein Teil der eigentlich für einen Leuchtturmspielplatz vorgesehenen Mittel könnte in dieses Projekt fließen. Im Umkehrschluss soll der Schulhof dann auch außerhalb der Schulzeiten zum Spielen genutzt werden. Mit Schaukeln, Rutschen und Sandkästen ist dort allerdings nicht zu rechnen. Das Angebot soll sich eher an die Altersklasse richten, die die Schule besucht. Also an Kinder der Jahrgänge fünf bis acht. Die Rede ist zum Beispiel von einem Fußball-Kleinspielfeld. Mit der Schulleitung sei die künftige Doppelnutzung des Schulhofs bereits besprochen, Bedenken gebe es nicht, hieß es aus der Verwaltung.
Geld soll an die Eibenstraße fließen
Der andere Teil des Geldes soll in den Spielplatz an der Eibenstraße in Münkeboe fließen. Der besteht aktuell nur noch aus einer Grünfläche und einem wenig ansehnlichen Sandkasten. Der große Vorteil: Planungsrechtlich ist die Fläche bereits als Spielplatz gewidmet. Theoretisch könnten sofort Spielgeräte bestellt und aufgebaut werden. Doch weil in der Politik so schnell gar nichts geht, müssen erst die Beschlüsse weiterer Gremien abgewartet und dann Ausschreibungen vorgenommen werden.
Immerhin: Der Bauausschuss sprach sich mehrheitlich für das Vorgehen aus. Nur was den Ausbau des IGS-Schulhofs als Spielplatz im weiteren Sinne betrifft, gab es Bedenken. Tammo Keck (CDU) votierte dagegen.
Die Verwaltung soll nun beauftragt werden, eine detaillierte Planung für die beiden Spielplätze zu erarbeiten. Diese wird in einer der nächsten Sitzungen des Bauausschusses vorgestellt.