Behörden wollen kooperieren  Kooperation gegen Clankriminalität in Aurich-Wittmund geschlossen

| | 17.05.2023 19:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Beispiel aus Nordrhein-Westfalen: Ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes und eine Polizistin sehen sich während einer Razzia einen Spielautomaten an. Foto: Caroline Seidel/DPA
Beispiel aus Nordrhein-Westfalen: Ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes und eine Polizistin sehen sich während einer Razzia einen Spielautomaten an. Foto: Caroline Seidel/DPA
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Die zuständigen Behörden für Aurich-Wittmund schließen einen Pakt, um Druck auf kriminelle Clans aufzubauen. Informationsaustausch soll mehr Licht auf deren Netzwerke werfen.

Aurich/Wittmund - Am Mittwoch ist für den Bereich der Polizeiinspektion Aurich-Wittmund eine Kooperationsvereinbarung zur interdisziplinären Bekämpfung von Gefahren, Straftaten und Ordnungswidrigkeiten durch clankriminelle Gruppen unterzeichnet worden. Im Auricher Ratssaal vereinbarten die Staatsanwaltschaft Osnabrück, die Polizeiinspektion Aurich-Wittmund, das Finanzamt für Fahndung und Strafsachen in Oldenburg, die Landkreise Aurich und Wittmund sowie Gemeinden aus diesen Landkreisen eine Sicherheitspartnerschaft.

Clankriminalität umfasse sämtliche Facetten der Missachtung gesetzlicher Regelungen beginnend bei allgemeinen Verstößen gegen die Rechtsordnung wie Verkehrsdelikten, Ordnungswidrigkeiten, Gewalt- und Eigentumsdelikten über Auseinandersetzungen auf offener Straße und Blutrache bis hin zur strukturierter organisierter oder politisch motivierter Kriminalität, so die Staatsanwaltschaft Osnabrück. Die Behörden wollen nun jede Zugriffsmöglichkeit nutzen und durch mehr Kooperation mehr Licht auf deren Netzwerke werfen.

Politik der 1000 Nadelstiche

Dabei setzen die Behörden ab sofort auf bessere Vernetzung und besseren Informationsaustausch. Ein geschlossenes und konsequentes Auftreten aller Akteure in rechtlichen Bereichen, also bei Straftaten, Ordnungswidrigkeiten und Verstößen gegen das Gewerbe-, Bauordnungs-, Finanz- und Steuer-, Verwaltungs- sowie das Arbeits- und Sozialrecht soll Druck auf die Clans ausüben. Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul nannte dies „Politik der 1000 Nadelstiche“. Die Hoffnung: Wo man kriminelle Machenschaften von Clan-Familien strafrechtlich nicht ahnden kann, kann man manchen Plan vielleicht durchkreuzen, indem man bei Antragsmängeln Genehmigungen untersagt und das „Geschäft“ somit erschwert.

Prägendes Merkmal der Clankriminalität sei die Ausnutzung von Bedrohungspotenzialen gegen jeden, der den Interessen der Familie beziehungsweise den Zielen des Clans im Wege steht, so die Staatsanwaltschaft Osnabrück.

Die Sicherheitspartnerschaft in Aurich-Wittmund ist nicht einzigartig. Sie wurde auch schon für die Bereiche Emsland/Grafschaft Bentheim sowie Osnabrück geschlossen und soll auch für Leer-Emden unterzeichnet werden.

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