Vorbereitungen auf Party  Security und Sperrstunde für die Ordnung am Vatertag

| | 16.05.2023 08:02 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 7 Minuten
Madlyn (links) und Bertha Kanzler freuen sich auf die Vatertagsparty mit Strand-Flair. Foto: Romuald Banik
Madlyn (links) und Bertha Kanzler freuen sich auf die Vatertagsparty mit Strand-Flair. Foto: Romuald Banik
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Am Donnerstag findet erstmals eine große Vatertagssause am Badesee in Tannenhausen statt. Die Veranstalter bereiten sich vor, damit nichts aus dem Ruder laufen kann.

Tannenhausen - Es ist eine Premiere, auf die einige Tannenhausener mit Spannung und etwas Sorge schauen: Am Himmelfahrtstag findet von 11 bis 21.30 Uhr erstmals am Badesee in Tannenhausen eine große Vatertagsparty statt. Der Eintritt ist frei und für alle offen. Was tun die Veranstalter, damit nicht das gesamte Umfeld von feierfreudigen und irgendwann betrunkenen Gäste heimgesucht wird?

Zu diesem Problem war es in den vergangenen Jahren wiederholt bei der Schleuse Kukelorum in Rahe gekommen, wo eine große Gruppe Feiernder das Vorhandensein des dortigen Lokals zum Anlass nahm, sich auf den umliegenden Wiesen an der Schleuse zu versammeln und eine Nebenparty zu feiern. Am Ende blieb Müll zurück und die Anlieger beklagten sich über Schäden an Vorgärten, Wildpinkler und andere Belästigungen.

Erste Auflage am Georgswall ohne Probleme

Für die Feier in Tannenhausen ist der Auricher Ordnungsamtsleiter Helmut Lücht optimistisch, dass es nicht so kommt, wie er auch ON-Nachfrage sagte. Die Veranstalter Sascha Hellwig und die Familie Kanzler hätten entsprechende Auflagen von der Stadt bekommen, was Uhrzeiten und Sicherheitsdienste angehe, sagte er. Ab 21.30 Uhr müssten der Ausschank und die Musik ausklingen und die Gäste das Gelände verlassen. Um 22 Uhr sei Ende der Party. Und damit verbunden sei die Hoffnung, dass die Feier nicht aus dem Ruder laufe.

Die DLRG wird auch am Vatertag ein Auge auf Gefahrensituation im Wasser haben. Um den Rest muss sich allerdings ein Sicherheitsdienst kümmern. Foto: Heino Hermanns
Die DLRG wird auch am Vatertag ein Auge auf Gefahrensituation im Wasser haben. Um den Rest muss sich allerdings ein Sicherheitsdienst kümmern. Foto: Heino Hermanns

Im vergangenen Jahr veranstalteten Schausteller Steven von Halle und Sascha Hellwig auf den Georgswall in der Auricher Innenstadt eine Vatertagsparty. Auch damals gab es laut Lücht weder Zäune noch Eintritt, „und da hat alles gut geklappt“. Die Veranstalter würden auch diesmal einiges unternehmen, damit eine Vermüllung des Geländes und andere Probleme gar nicht erst aufkämen. Dazu zähle neben der Security, der Badeaufsicht durch die DLRG und einen Sanitätsdienst beispielsweise, dass ein bewachter Fahrradstellplatz und Toilettenwagen auf dem Gelände vorhanden seien. Familie Kanzler kenne sich außerdem mit der Gastronomie auf dem Gelände aus.

Wildparken wird sanktioniert

Auch wenn die meisten Vatertagsausflügler mit dem Fahrrad unterwegs seien, werde die Stadt ein Auge darauf haben, dass rund um den See ordnungsgemäß geparkt werde, so Lücht weiter. Laut Sascha Hellwig sind die Veranstalter sorgfältig präpariert. Und zwar nicht nur mit DJ Henno und der Live-Band Sixpack für die Unterhaltung sowie ausreichend Verpflegung für die Feiernden. Sondern auch im Sicherheitsbereich.

Die DLRG sei für die Sicherheit am und im Wasser vor Ort. Und um den Rest kümmere sich ein Team von Security-Leuten von mehreren Unternehmen, die überall auf dem Gelände am See im Einsatz seien. Die geringste Personalstärke liege am Vatertag bei 15 Mitarbeitern im Sicherheitsdienst. Hinzu kämen Ordner. „Wir haben Sicherheitspersonal an jeder Ecke“, so der Veranstalter. Außerdem baue die Sanitätsbereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes ein Zelt auf und kümmere sich bei Bedarf um die Gäste, sagte Hellwig. Auch die benachbarte Wakeboard-Anlage mit der Strandbar habe am Vatertag geöffnet und setze noch eigene Sicherheitskräfte ein.

Party soll sich bewähren

Es seien für die Veranstaltung zwei große Toilettenwagen geordert. Auch für ausreichend Mülltonnen werde gesorgt, sagte Hellwig. Das Personal, das tagsüber im Ausschank tätig ist, werde abends mithelfen, das Areal am See zu säubern.

Es werde bewusst auf Eintritt verzichtet, um den Zugang zum See nicht einzuschränken. „Es treffen sich an so einem Tag ja ohnehin schon viele Leute am Badesee“, sagte der Betreiber des Cafés Tresor am Auricher Marktplatz. „Und da dachten wir, ein bisschen Musik und Programm dazu sind doch nicht schlecht.“ Ihm und der Familie Kanzler sei sehr wichtig, dass die Feier störungsfrei ablaufe. Im kommenden Jahr solle es schließlich eine Fortsetzung geben können. Im vergangenen Jahr auf dem Georgswall seien schon viele Erfahrungen gemacht worden, und da sei es sehr gut gelaufen.

Generelles Badeverbot erwartet

DLRG-Sprecher Michael Rieken geht davon aus, dass am Vatertag ein generelles Badeverbot am See verhängt wird. Die Temperatur gebe Baden derzeit ohnehin nicht her. Die DLRG werden mit normaler Personalstärke vor Ort sein. Wenn die Stadt als Auftraggeber mehr Badeaufsicht wünsche, werde die DLRG auch noch mehr Kräfte stellen, so Rieken. „Aber es werden ja keine Massen ins Wasser gehen.“

Aufgabe der Badeaufsicht werde es sein, mit dem Boot auf dem See unterwegs zu sein, falls einer der Gäste leichtsinnig wird und ins Wasser springt. Und die Flachwasserbereiche am Strand im Auge zu behalten, „damit alles im humanen Bereich bleibt“, so Rieken. Mit allen anderen Aspekten der Feier habe die DLRG nichts zu tun. Dafür gebe es die Sercurity, die Ordner und den Sanitätsdienst. Auch beim Aufräumen sei die DLRG nicht mit von der Partie.

Ortsbürgermeisterin: Behörden haben Bedenken ausgeräumt

Ortsbürgermeisterin Gerda Küsel (SPD) hat schon etwas Sorge, wie sich die Feier an dem beliebten See entwickeln wird. Bei einem Vorgespräch Anfang Mai mit Stadt, Polizei und den Veranstaltern seien ihre Bedenken aber von behördlicher Seite ausgeräumt worden. Offenbar werde auch darauf geachtet, dass die Gäste nicht zu viel Alkohol selber mitbringen. „Das ist wohl alles gut vorberereitet, auch was den Sicherheitsdienst angeht“, so Küsel. Und zwar von allen Anrainern des Sees, die an dem Tag mit Gästen rechnen.

Ein bisschen Skepsis bleibt aber. „Ich als Ortsbürgermeisterin habe ein wenig Sorge.“ Andererseits werde ohnehin Vatertag gefeiert und in Form einer offiziellen Party passiere das mit entsprechender Vorbereitung. „Ich kann das nur beobachten“, sagte Küsel weiter. Wenn Tannenhausener sie anriefen, um sich über irgendetwas zu beschweren, könne sie nur das Ordnungsamt verständigen. Sie wisse, dass sich ohnehin einige Badeseegäste in der Vergangenheit über Wildpinkler geärgert hätten. Deshalb sei es wichtig, dass ausreichend Toilettenwagen zur Verfügung stehen am Vatertag.

Da es mehrere Vatertagstreffpunkte – beispielsweise auch am Kukelorum und in Georgsheil – gebe, werde sich der Ansturm wohl auch verteilen. „Einfach ist es sicher auch für die Betreiber nicht“, sagte Küsel. Doch immerhin sei um 22 Uhr die Party vorbei. „Es wird schon gutgehen.“

Mehr Mülleimer am Kukelorum

Beim Kukelorum liegt die Sache etwas anders als in Tannenhausen. Dort gab es im vergangenen zwei Jahren am Ausflugslokal eine kleine Feier mit Musik. Doch der größte Teil der Feierfreudigen traf sich einfach auf den Wiesen an diesem Knotenpunkt.

Einige dieser Flächen gehören dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Vom NLWKN sind für diese Flächen keine Sonder-Absperrungen für diesen Tag vorgesehen, wie NLWKN-Sprecher Fanian Buß auf Nachfrage mitteilte: Die gesperrten Bereiche – in der Regel handelt es sich um Gefahrenbereiche rund um die Schleuse, die schon aus eigenem Interesse nicht betreten werden sollten – seien ganzjährig klar und deutlich abgegrenzt und auch mit einer Beschilderung als solche kenntlich gemacht. Es müsse damit gerechnet werden, dass die Polizei am Vatertag vermehrt kontrollieren werde.

„Wir appellieren ausdrücklich an die Bürgerinnen und Bürger, sich am Donnerstag am Kanal, aber natürlich nicht nur hier, umweltfreundlich in der Natur zu bewegen, anfallenden Abfall umweltgerecht zu entsorgen und die Flächen in einem sauberen Zustand zu hinterlassen – ganz im Sinne eines allgemeinen Umweltschutzes“, so Buß. Damit dies auch angesichts des erhöhten Publikumsverkehrs zu Himmelfahrt gelingen könne, werden der NLWKN und die Stadt Aurich ergänzend zu den vorhandenen Mülleimern zusätzliche Müllcontainer aufstellen.

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