Eurovision Song Contest  Gebürtige Holtroperin berichtet für ARD vom ESC

| | 12.05.2023 16:37 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Mareike Aden berichtet dieser Tage für die ARD aus Liverpool vom ESC. Foto: privat
Mareike Aden berichtet dieser Tage für die ARD aus Liverpool vom ESC. Foto: privat
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Seit einigen Tagen ist Mareike Aden in Liverpool im Einsatz. Für die NDR-Redakteurin, die früher aus Russland und der Ukraine berichtet hat, ist es ein ganz besonderer ESC.

Holtrop/Liverpool - Es sind erlebnisreiche, aber auch arbeitsintensive Wochen für Mareike Aden. Die NDR-Redakteurin, die gebürtig aus Holtrop (Gemeinde Großefehn) stammt, berichtet für Tagesschau & Co. in diesen Tagen über den Eurovision Song Contest (ESC) aus dem englischen Liverpool. Nicht nur für Aden ist es ein ganz besonderer ESC an diesem Sonnabend. Denn eigentlich findet der internationale Liederwettbewerb immer in dem Land statt, das ihn im Vorjahr gewonnen hat. 2022 war das die ukrainische Band „Kalush Orchestra“. Doch wegen des andauernden Krieges entschieden die ESC-Macher, dass die Austragung dort nicht möglich ist. Großbritannien sprang als zweitplatzierte Nation ein – und nach einem Wettbewerb von gut einem Dutzend Städten entschied man sich für die alte Hafen-, Arbeiter-, Fußball- und Musikstadt Liverpool.

Mareike Aden reiste Anfang vergangener Woche in die Stadt im Nordwesten Englands, wie sie auf ON-Anfrage berichtet. In der ersten Woche produzierte sie einen Hintergrundbericht für den ARD-Weltspiegel über das „sehr ukrainische Rahmenprogramm“. So gebe es verschiedene Kunstprojekte mit Ukraine-Bezug in der Stadt, eine Statue mit Sandsäcken oder eine Videoinstallation. „Das Thema ist sehr präsent. Die ganze Stadt ist blau-gelb. Das ist sehr beeindruckend“, berichtet Aden. Die 39-Jährige, die am Auricher Gymnasium Ulricianum Abitur gemacht hat, hat eine besondere Beziehung zur Ukraine.

Eine Statue in der Innenstadt von Liverpool wurde mit Sandsäcken ummantelt – so wie es in Kiew derzeit nötig ist. Foto: privat
Eine Statue in der Innenstadt von Liverpool wurde mit Sandsäcken ummantelt – so wie es in Kiew derzeit nötig ist. Foto: privat

Holtroperin hat früher viel aus Ukraine berichtet

Vor ihren regelmäßigen Einsätzen im ARD-Studio London hatte die gebürtige Holtroperin ab 2008 mehrere Jahre lang aus Moskau, Russland und der Ukraine berichtet – etwa von den Protesten auf dem Maidan 2013/2014. Heute ist Aden auch für diese Länder Expertin beim NDR.

Aden drehte in Liverpool etwa mit zwei jungen Frauen, die aus Kiew vor dem Krieg geflüchtet sind und nun als freiwillige Helfer beim ESC dabei sein. Andererseits sprach sie mit einem früheren Mitglied einer Jugendbande, der in einem sozial benachteiligten Vorort von Liverpool nun Kindern in einem Boxklub hilft. Nur zwei Tage nach ihrer Ankunft in Liverpool fuhr die Ostfriesin jedoch direkt in die Hauptstadt London – zur Krönung von Charles III. Für das Millionen-Publikum der ARD-Tagesthemen machte sie einen Beitrag zur feierlichen Zeremonie.

Auch Busse in Liverpool sind in die ukrainischen Farben getaucht. Foto: privat
Auch Busse in Liverpool sind in die ukrainischen Farben getaucht. Foto: privat

Protest und Polizeieinsatz haben schockiert

Am Sonntag berichtete die Holtroperin über das Krönungs-Konzert bei Schloss Windsor. Sie bekam aber auch die Proteste am Rande der Krönung mit, die es erstmals in dieser Form gab. „Unter Königin Elizabeth haben sich die Monarchie-Gegner aus Respekt zurückgehalten“, meint Aden. Nun nutzten sie den Moment des Wechsels für ihren Protest. Gerade die jüngeren Briten seien zunehmend skeptisch gegenüber der Monarchie. „Das waren Hunderte, die waren laut. Was viele schockiert hat, war das relativ rigorose Vorgehen der Polizei“, erinnert sich Aden. Letztlich aber habe die große Masse der Besucher die Krönung eben doch gefeiert. „Die königliche Familie ist immer noch in der Lage zu begeistern und eine gute Show abzuliefern“, so Aden.

Nach dem Konzert in Windsor ging es für die NDR-Redakteurin direkt wieder nach Liverpool, wo TV-Beiträge über den ESC etwa für die „Tagesthemen“ oder das Boulevardmagazin „Brisant“ geschnitten wurden. Am Donnerstag traf Aden beim Frühstück dann auch Peter Urban, den legendären NDR 2-Moderator, der seit 1997 als Kommentator des ESC bekannt ist – und der das am Sonnabend zum letzten Mal tut.

Deutsche Teilnehmer-Band wohnt im selben Hotel

Mareike Aden selbst hat keine Akkreditierung für die ESC-Show in der Liverpool Arena. Sie wird über das Drumherum berichten, etwa von der Fanmeile. Die deutschen Teilnehmer der Hamburger Dark-Rock-Band „Lord of the Lost“ wohnen übrigens auf demselben Hotelflur wie Aden, die mit ihrer Familie ebenfalls in Hamburg lebt.

Bereits mehrere Tage vor der Show sind zahlreiche ESC-Fans aus der ganzen Welt in Liverpool, der Heimatstadt der Beatles, eingetroffen, wie Aden erzählt. „Viele reisen seit Jahrzehnten zum ESC. Die Fankultur ist phänomenal.“

Deutsche Fans sind auch einige vor Ort. Wobei das Abschneiden der deutschen Teilnehmer traditionell eher bescheiden ist. 2022 belegte Deutschland mit null Punkten den letzten Platz, 2021 und 2019 jeweils den vorletzten. Für Mareike Aden ist das nicht entscheidend. Die Holtroperin ist beeindruckt von der Unterstützung für die Ukraine, die im diesjährigen ESC-Motto zum Ausdruck kommt: „United by music“ („Vereint durch Musik“).

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