Anmeldung der Fünftklässler  Zwei Klassen für FCSO, wohl fünf für IGS

| | 08.05.2023 22:44 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 6 Minuten
Bislang ist der Zugang zur FCSO noch unscheinbar nur mit einem kleinen Schild an der Seite der früheren Haupt- und Realschule Moordorf gekennzeichnet. Am Sonnabend werden zum ersten Mal offiziell die Türen zur Besichtigung geöffnet. Foto: Karin Böhmer
Bislang ist der Zugang zur FCSO noch unscheinbar nur mit einem kleinen Schild an der Seite der früheren Haupt- und Realschule Moordorf gekennzeichnet. Am Sonnabend werden zum ersten Mal offiziell die Türen zur Besichtigung geöffnet. Foto: Karin Böhmer
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49 Kinder haben sich für die neue Freie Christliche Schule in Moordorf entschieden – vor allem aus Südbrookmerland. Für die fünften Klassen an der IGS Moorhusen gab es bisher 100 Anmeldungen.

Nach der Statistik des Landkreises Aurich wurden im Jahr 2019 in Südbrookmerland 180 Kinder eingeschult und in Brookmerland 137. Auch wenn sich durch Zuzüge und Wegzüge einiges an dem Bild geändert haben dürfte, wechseln in diesem Sommer aus den beiden Kommunen rund 317 Kinder von der vierten Klasse auf weiterführende Schulen.

Nach Angaben von Kai-Dieter Hoop, dem Leiter der IGS Marienhafe-Moorhusen, wurden für den fünften IGS-Jahrgang bislang 100 Kinder angemeldet. Darunter seien 15 Kinder mit Inklusionsstatus, die in der Schülerstatistik doppelt gezählt werden. Somit kommt die IGS Marienhafe-Moorhusen derzeit mit diesen rechnerisch 115 Schülern auf eine Vierzügigkeit.

Weitere Anmeldungen angekündigt

Es seien aber noch Anmeldungen für die nächsten Tage angekündigt, so Hoop. Daher gehe er ziemlich fest davon aus, dass der neue fünfte Jahrgang im Sommer fünfzügig sein werde. Das sei ab 125 Schülern der Fall.

Der IGS-Standort in Moorhusen wird von Schülern der Jahrgänge fünf bis acht besucht. Mehrere Jahrgänge wurden achtzügig eingeschult. Am Schulstandort wurde entsprechend aufgestockt und die Mensa ausgebaut. Foto: Holger Janssen
Der IGS-Standort in Moorhusen wird von Schülern der Jahrgänge fünf bis acht besucht. Mehrere Jahrgänge wurden achtzügig eingeschult. Am Schulstandort wurde entsprechend aufgestockt und die Mensa ausgebaut. Foto: Holger Janssen

Im vergangenen Jahr habe es einige Anmeldungen mehr gegeben, so der Schulleiter. Konkret hatte es im Jahr 2018 in Südbrookmerland 172 Erstklässler und im Brookmerland 118 Schulanfänger gegeben – rechnerisch also rund 290 Viertklässler, die sich im vergangenen Sommer für eine weiterführende Schule entscheiden mussten. Das waren immerhin 27 Schüler – eine ganze Klasse – weniger als in diesem Jahr.

Neue Schule verändert wieder die Schülerströme

Damals hatten sich direkt nach der Anmeldephase im Mai 110 Schüler für die IGS Marienhafe-Moorhusen entschieden. Auch damals sah es nach Vierzügigkeit aus. Am Ende wurde auch dieser Jahrgang mit fünf Parallelklassen eingeschult.

Ein neuer Faktor bei der Schulwahl ist laut Hoop mit Sicherheit die Freie Christliche Schule Ostfriesland (FCSO), die ab Sommer ihre Nebenstelle in Moordorf mit zwei fünften Klassen eröffnet und dann auch Schüler anlockt, die sonst vielleicht die IGS Marienhafe-Moorhusen gewählt hätten. „Bei einem neuen Mitbewerber ist das an sich kein Wunder“, so Hoop, „irgendwo kommen die Schüler für zwei neue Klassen ja her.“

Schulleiter rechnet miteinigen Spätanmeldungen

Wie berichtet will die Freie Christliche Schule Ostfriesland mit Sitz in Moormerland ab dem neuen Schuljahr eine Außenstelle in Moordorf eröffnen. Los geht es dem Plan nach mit zwei fünften Klassen. Und der Plan scheint aufzugehen. Wie Konrad Huismann vom Vorstand der privaten Schule den ON sagte, wurden 49 Kinder angemeldet, sodass eine Klasse mit 25 und eine Klasse mit 24 Schülern gebildet wird.

Der linke Flügel der früheren Haupt- und Realschule Moordorf wird künftig von der FCSO genutzt. Foto: Karin Böhmer
Der linke Flügel der früheren Haupt- und Realschule Moordorf wird künftig von der FCSO genutzt. Foto: Karin Böhmer

Sieben dieser Schüler kommen aus Aurich. Vereinzelt kommen Schüler aus Großheide oder Brookmerland. Das Gros der angemeldeten Kinder stamme aber aus der direkten Umgebung, nämlich aus Südbrookmerland.

Lehrkräfteteam für Außenstelle ist komplett

Obwohl grundsätzlich der Klassenteiler auch bei der FCSO bei 30 Schülern liege, gehe die Schule davon aus, dass die Anmeldephase abgeschlossen sei. Es sei ja nicht von Nachteil, wenn die Klassen nicht voll besetzt seien, so Huismann. Lehrkräfte seien gefunden. Das Team für die Außenstelle Moordorf der mit Hauptsitz in Moormerland angesiedelten Schule bestehe aus fünf bis sieben Pädagogen und sei bereits vollständig aufgestellt.

Der Innenhof der früheren Haupt- und Realschule wird derzeit umgestaltet. Rechterhand zieht die DRK-Kita ein. Foto: Karin Böhmer
Der Innenhof der früheren Haupt- und Realschule wird derzeit umgestaltet. Rechterhand zieht die DRK-Kita ein. Foto: Karin Böhmer

Am Sonnabend wird der neue Schulstandort in der früheren Haupt- und Realschule Moordorf feierlich eröffnet. Dazu ist ein buntes Programm angekündigt und die Klassenräume können besichtigt werden.

Realschule Aurich fällt als Wahl weg

Die rund 40 Schüler, die aus Südbrookmerland und Brookmerland die FCSO besuchen wollen, erklären aber noch nicht, wie die Anmeldezahlen der IGS Marienhafe-Moorhusen von 200 vor einigen Jahren auf nun gut 100 sinken konnten. Auch Hoop hat dafür noch keine befriedigende Antwort gefunden.

Aus jedem Jahrgang wechseln eine Reihe der Grundschüler aus beiden Gemeinden an die Gymnasien in Aurich und Norden. Bisher gingen auch immer eine Reihe von Südbrookmerlander Schülern auf die Auricher Realschule. Doch diese Tür ist seit diesem Schuljahr fast zu. Die Schule soll laut Plan der Stadt Aurich auf eine Fünfzügigkeit begrenzt werden – es sei denn, es gibt mehr Anmeldungen aus der Stadt Aurich. Schulleiterin Kathrin Peters geht – wie berichtet – von einer erneuten Sechszügigkeit aus.

Größere Wahl führt zu späteren festen Anmeldungen

Weitere „Abwanderung“ der Südbrookmerlander und Brookmerlander Schüler könnte es an die Friederikenschule in Großheide und die KGS Hage geben. Beide Schulen reagierten am Montagnachmittag nicht mehr auf eine ON-Anfrage.

Hoop sagte, ihn würden die Schülerbewegungen auch interessieren. Er rechne aber auch mit noch einigen Nachmeldungen von Kindern. Eltern hätten die freie Schulwahl und machten davon auch immer stärker Gebrauch. Dadurch komme es teils auch zu späteren Entscheidungen.

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Es sei in den Vorjahren auch immer vorgekommen, dass Schüler beispielsweise nach einer Anmeldung an der KGS Hage doch keinen Platz bekommen hätten und sich dann bei der IGS gemeldet hätten. Teils sei durch diese Wechsel noch mehr als eine Klasse zustande gekommen. Im vergangenen Jahr habe etwa ein Dutzend Schüler an einer anderen Schule keinen Platz bekommen und sei dann zur IGS gekommen.

Fluktuation durch Umzüge

Durch die freie Schulwahl gebe es mehr Orientierungsprobleme und mehr Ausprobieren. Auch nach dem Schulbeginn im Sommer wird der Jahrgang an der IGS voraussichtlich noch größer werden, weil Kinder von anderen Schuler herüberwechseln, sagte Hoop. Für die Schüler seien solche Schulwechsel immer eine Herausforderung, weil sie sich in eine neue Umgebung eingewöhnen müssten.

Ohnehin habe es an der IGS zuletzt auch viel Wechsel durch zuziehende oder wegziehende Kinder gegeben. Der aktuelle neunte Jahrgang, der noch achtzügig eingeschult wurde, platze aus allen Nähten. Dort gehörten auch einige Ukrainer zur Schülerschaft, berichtete der Schulleiter. Doch auch bei den Kindern, die vor dem Krieg in der Ukraine geflohen seien, gebe es eine hohe Fluktuation. Zu Weihnachten seien einige Schüler in die Heimat gefahren und nicht mehr nach Ostfriesland zurückgekehrt. Andere ukrainische Schüler seien inzwischen nachgerückt.

Lehrerschaft eigentlich komplett

In den vergangenen Jahren war es an der IGS nicht nur spannend, wie viele Schüler sich anmelden würden. Da die Schule sich im Aufbau befand, wurden zum Schuljahr auch immer neue Lehrkräfte gesucht. Das sei derzeit nicht der Fall, weil die unteren Jahrgänge kleiner seien als die vorherigen, sagte Hoop. Es sei keine Stelle ausgeschrieben worden.

Nun gehe es darum, ob Versetzungsanträgen stattgegeben werde. Falls Lehrkräfte in ein anderes Bundesland wechseln, werde es vielleicht doch noch eine Ausschreibung geben. „Das wird so spät dann aber sportlich, die noch rechtzeitig zu besetzen“, so der Schulleiter.