Tourismus in Südbrookmerland  Mehr als eine halbe Million für Camping-Waschhaus am Großen Meer

| | 03.05.2023 20:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Sanitärgebäude am Großen Meer kostet die Gemeinde eine Menge Geld. Foto: Holger Janssen
Das Sanitärgebäude am Großen Meer kostet die Gemeinde eine Menge Geld. Foto: Holger Janssen
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Das Sanitärgebäude ist sanierungsbedürftig. Ein neues Dach ist da, jetzt geht es um die Innenräume. Deren Sanierung soll die Gemeinde 520.000 Euro kosten. Eigentlich ist es noch teurer.

Südbrookmerland - Verglichen mit den vergangenen Jahren ist es ein großes Loch, das in der Südbrookmerlander Gemeindekasse klafft. Alle Investitionen sollen kritisch geprüft und notfalls verschoben oder ganz gestrichen werden. So hatte es die Gemeindeverwaltung angekündigt. Dennoch soll am Dienstag über eine Sanierung mit einem Volumen von rund 833.000 Euro diskutiert werden. In den Genuss der Maßnahme würden die Einwohner der Gemeinde jedoch kaum kommen. Stattdessen profitieren vor allem Urlaubsgäste.

Das Sanitärgebäude des Campingplatzes am Großen Meer wurde in den siebziger Jahren errichtet und ist in den letzten Jahren an seine Grenzen geraten. Veraltet, teils marode und nicht barrierefrei. „Um einen aktuellen Standard gewährleisten zu können, ist daher ein barrierefreier Umbau, beziehungsweise eine barrierefreie Instandsetzung in jedem Fall erforderlich“, urteilt die Gemeindeverwaltung. Die Bauverwaltung hat deshalb Alternativen vorgeschlagen: eine grundlegende Instandsetzung mit den zwingend notwendigen baulichen Maßnahmen, um den barrierefreien Mindeststandard sicherzustellen, oder eine umfassendere Sanierung, die den Mindeststandard übertrifft und auch die Nutzung erneuerbarer Energien und Ressourcenschonung berücksichtigt.

Gemeinde rechnet mit Fördermitteln

Während für die erste Variante rund 783.000 Euro veranschlagt werden, soll die zweite Alternative etwa 833.000 Euro kosten. Immerhin: Für Variante zwei winken Fördermittel in Höhe von rund 312.000 Euro. Den Rest müsste die Gemeinde selbst stemmen.

Die zweite Alternative beinhaltet die Errichtung einer Solaranlage in unmittelbarer Nähe des Sanitärgebäudes, die einen Teil der Solarenergie für die Warmwasseraufbereitung nutzen soll. Ein Gründach auf der vorderen Fläche des Sanitärgebäudes soll ebenfalls zum Klimaschutz beitragen. Die Toiletten sollen zudem mit Regenwasser gespült werden können, um aufbereitetes Wasser zu sparen und natürlich zur Verfügung stehende Reserven zu nutzen.

Der Campingplatz am Großen Meer aus der Luft. Foto: Bernd Heiken
Der Campingplatz am Großen Meer aus der Luft. Foto: Bernd Heiken

Neues Dach gibt es bereits

Die Aussichten auf eine Förderung durch das Leader-Förderprogramm sind laut Auskunft des Regionalmanagements Leader-Nordseemarschen aufgrund der aktuell angelaufenen Förderperiode erfolgsversprechend, wie die Gemeindeverwaltung schreibt. Und auch der Landkreis Aurich könnte sich beteiligen.

Zum Teil ist das Gebäude am Großen Meer bereits saniert worden. Im vergangenen Jahr wurde das alte Flachdach durch ein Walmdach ersetzt, um weitere Schäden und Leckstellen zu vermeiden. Eigentlich sollte es im vergangenen Herbst weitergehen. So sollten die Fassade und die Innenräume saniert werden. Bei etwas Farbe und einigen Reparaturen, so wie in den vergangenen Jahren, sollte es dann nicht bleiben. Geplant war eine umfassende Sanierung der Toiletten, Duschen und Waschbecken. Doch daraus wurde nichts. Aus Kostengründen verschwanden die Sanierungspläne vorerst wieder in der sprichwörtlichen Schublade.

Ob es dabei bleibt? Am kommenden Dienstag ist die Sanierung Thema im Tourismus-Ausschuss der Gemeinde. Es wird erwartet, dass sich die Politik dann vor allem mit Variante zwei beschäftigen wird. Denn nur für diese Variante winken die Fördermittel, sodass sich der Eigenanteil der Gemeinde auf rund 520.000 Euro verringern würde.

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