Erholungsgebiet Tannenhausen  Wie geht’s weiter am Badesee?

| | 01.05.2023 22:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Am See haben sich viele Freizeitangebote entwickelt – vor allem für den Sommer. Foto: Romuald Banik
Am See haben sich viele Freizeitangebote entwickelt – vor allem für den Sommer. Foto: Romuald Banik
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Die Anrainer des Badesees Tannenhausen sind nach ihren Vorstellungen für die künftige Gestaltung gefragt worden. Sie hatten etliche Kritikpunkte, aber auch Ideen – beispielsweise für die Nebensaison.

Tannenhausen - Von der Kiesgrube zum Baggersee, zum Naherholungsgebiet und schließlich zum Touristenmagneten: Der Badesee in Tannenhausen hat eine enorme Entwicklung gemacht – und immer wieder gibt es neue Ideen und Angebote. Dabei grenzt er direkt an ein Landschaftsschutzgebiet an. Und ein EU-Vogelschutzgebiet ist auch nicht weit.

Was Menschen anlockt, hat auch Folgen für die Umgebung. Die Anrainer des Sees seufzen im Sommer über Lärm und Verkehrschaos. Während das Freizeitangebot die Massen lockt, hat es nicht dazu geführt, dass die Tannenhausener deswegen auch einen Laden im Ort haben, wo sie ganzjährig Brötchen kaufen können. „Die fehlende Nahversorgung ist seit Jahren ein großes Thema bei uns“, sagt Ortsbürgermeisterin Gerda Küsel (SPD).

Anfangs Kritik, später Vorschläge

Der Flächennutzungsplan für das Erholungsgebiet wurde in den vergangenen Jahren immer wieder geändert – im Detail. Nun will die Stadtverwaltung weg von den Einzelprojekten und kleinen Schritten. Sie will für das bei vielen Aurichern und Urlaubern beliebte Gebiet ein Tourismuskonzept entwickeln – und Leitlinien für die Zukunft festlegen.

Dazu hat ein Planungsbüro den Ist-Zustand zusammengefasst. Eine Lenkungsgruppe hat mit denjenigen gesprochen, die am See wirtschaften und teils Ideen für weitere Projekte haben. Und die Anrainer wurden in der vergangenen Woche ins Feuerwehrhaus eingeladen und durften an drei Projekttischen ihre Kritik und ihre Vorschläge loswerden.

Kreative Mitarbeit gefragt

Gerda Küsel ist von der Beteiligung ebenso begeistert wie Planungsamtsleiter Mirko Wento. 450 Handzettel seien an Haushalte in der Umgebung verteilt worden, 70 Bürger seien gekommen. „Viele dachten wohl, dass sie nun über die Planungen informiert werden“, so Küsel. Dass dann Mitarbeit und Kreativität gefragt waren sei aber schnell gut angenommen worden.

Am Anfang sei vor allem Kritik geäußert worden, sagte Wento. Es sei um die Verkehrssituation, wildes Parken, fehlende Beschilderung, fehlendes WLAN oder den Mangel an Eimern für Hundekotbeutel gegangen.

Zustand des Tannenhausener Hofes „ein echt heißes Thema“

Auch der Zustand der Gastronomie sei ein Thema gewesen. Einerseits laufe es bei der Wakeboard-Anlage, beim Café im Mehrzweckgebäude und dem neuen Angebot in einem der früheren Häuser für Pflegewohnungen gut. Dass die Seeterrassen mit ihrer touristisch hervorragenden Lage im Dornröschenschlaf lägen, enttäusche viele Tannenhausener. Und richtig ärgerlich seien viele über den heruntergekommenen Zustand des früheren Tannenhausener Hofs, so Wento. „Das war ein echt heißes Thema“, sagt auch Küsel.

Das Problem: Bei Privateigentum habe die Stadt keine Handhabe. Das Gebäude der Seeterrassen sei in Nutzung. Angesichts der massiven Kritik am Zustand des Tannenhausener Hofes wolle die Verwaltung nun aber bald von sich aus das Gespräch mit dem Eigentümer suchen, sagte Wento. Bislang sei dem Bauamt nicht bekannt, was dieser plane.

Wunsch, die Saison auszudehnen und nachhaltiger zu sein

Eine eindeutige Stärke des Badesees sei die große Angebotsvielfalt, die noch um das nahe Mehrzweckgelände ergänzt werde. Die Tannenhausener hätten aber bemängelt, dass das Angebot zu stark auf die Sommersaison ausgerichtet sei. „In der Hauptsaison – das war zu merken – ist das Limit für die Nachbarschaft erreicht.“

Dafür kamen laut Gerda Küsel Vorschläge, um den Tourismus nachhaltiger zu gestalten und die Saison zu verlängern. So wollten etliche Tannenhausener die Natur in der Umgebung stärker gewichten. Die Obstwiese sei Thema gewesen. Ebenso wie Radwegeverbindungen. Aber es sei auch um Mehrgenerationen-Tourismus gegangen und um neue Angebote, die im Winter wahrgenommen werden könnten.

Info-Abend für interessierte Auricher in Vorbereitung

„Die Beiträge waren sehr realistisch und konstruktiv. Alles war sehr stark an der Machbarkeit ausgerichtet“, lobt der Planungsamtsleiter. Es gehe nun allerdings zuerst um das Konzept. „In der Umsetzung sind wir noch lange nicht.“

Gleichwohl fließen die Gedanken der Tannenhausener nun in die Analyse ein. Im Juni ist dann ein Infoabend für alle interessierten Auricher geplant, bevor die Politik sich mit dem Tourismuskonzept befasst.

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