Neue Unterstützer für Wolfs-Demo „Land schafft Verbindung“ plant Treckersternfahrt nach Aurich
Die für den 10. Juni geplante Demo gegen die Ausbreitung von Wölfen in Ostfriesland wächst. Laut LSV wollen sich weitere Organisationen anschließen. Die Demo verläuft aber anders als zunächst gedacht.
Aurich - Die für den 10. Juni geplante große Protestaktion gegen die Ausbreitung von Wölfen in Ostfriesland bekommt Unterstützer. Unter anderem will sich der Verein „Land schafft Verbindung“ (LSV) mit einbringen. Eine Sternfahrt mit Treckern ist in Planung, wie LSV-Sprecher Fokko Schumann sagte.
Organisiert wird der Protest im Ursprung vom Friesischen Verband für Naturschutz und ökologische Jagd. Etliche Vereine und Verbände wurden nach Angaben des Vereinsvorsitzenden Dr. Hansjörg Heeren angeschrieben und um Unterstützung gebeten.
Unterstützung auch vom Maschinenring
Der LSV dürfte laut Sprecher Fokko Schumann nicht die einzige Gruppe aus dem Bereich Landwirtschaft sein, die sich anschließt. Auch der Maschinenring, der sonst nicht mit politischen Forderungen an die Öffentlichkeit trete, wolle ein Zeichen setzen, so Schumann. Ebenso wollten sich Vereine und Stallgemeinschaften – auch aus dem Bereich der Pferdehalter – sowie der Landhandel bei dem Protest engagieren.
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Es gehe dabei nicht um konkrete politische Forderungen, sondern darum, die Wichtigkeit des Themas für das Leben vieler Menschen in aller Deutlichkeit zu zeigen.
LSV: Wolf wird immer präsenter
Derzeit sei die gesamte Bevölkerung sensibilisiert. Es könne jeden treffen, sagte der LSV-Sprecher. Dass der Protest nach mehreren Jahren mit einzelnen Rissen im Bereich Aurich nun laut werde, liege daran, dass es nun mehr Risse gebe als zuvor und auch deutlich mehr Sichtungen. „Es ist etwas anderes, wenn ich selbst vor einem Wolf stehe, als wenn ich ein Handyvideo anschaue“, so Schumann. Und auch davon gebe es immer mehr, unter anderem von der Radarstraße in Wiesedermeer.
Die Präsenz von Wölfen sei für viele wahrnehmbarer geworden. „Wenn man anfängt, sich Gedanken zu machen, ob man sich noch abends traut, mit dem Rad allein zu fahren oder mit dem Hund durch den Wald zu laufen, sind wir ein weites Stück hin“, heißt es im Demonstrationsaufruf des LSV.
Sternfahrt zur Sparkassen-Arena
Der LSV ist laut Schumann dabei, eine Sternfahrt mit Traktoren aus drei Richtungen nach Aurich zu planen. Diese müssten noch angemeldet und genehmigt werden. Als Startpunkte sind grob Wittmund/Jever, der Leeraner Bereich und Pewsum/Norden im Gespräch. Weitere Informationen würden nach den Genehmigungen folgen. Wo die Traktoren an der Sparkassen-Arena aufgestellt werden, müsse auch noch geklärt werden, sagte der Vereinssprecher. Der Platz selbst solle den anderen Teilnehmern der Kundgebung vorbehalten werden. „Aber es gibt ja auch noch die rechte Fahrspur“, so Schumann.
Kein Demonstrationszug, sondern abendliche Kundgebung
Genehmigt ist laut dem Auricher Ordnungsamtsleiter Helmut Lücht inzwischen der Protest in Aurich am 10. Juni. Laut Lücht sei aber nicht eine Demonstrationsroute beantragt worden, sondern eine Kundgebung auf dem Platz an der Sparkassen-Arena, und zwar in der Zeit von 18 bis 22 Uhr.
Zurückhaltung hinsichtlich der Protestkundgebung üben indes noch der Landwirtschaftliche Hauptverein (LHV) Ostfriesland und die Jägerschaft. LHV-Geschäftsführerin Maren Ziegler sagte, dass ein Vertreter der LHV in dieser Woche an einer Informationsveranstaltung teilgenommen habe und bei der nächsten Vorstandssitzung über die Teilnahme beraten werde. Auf jeden Fall unterstützt vom LHV werde aber die „Auricher Erklärung der Küstenjägerschaften“.
Jäger wollen nicht laut protestieren, sondern bei der Politik
Gernold Lengert, stellvertretender Bezirksvorsitzender der ostfriesischen Jäger, lehnt eine Teilnahme an der Protestkundgebung am 10. Juni rundheraus ab. Er habe mehrere Jahre in Berlin und Hannover gewohnt und dabei eines gelernt: Abgeordnete seien durch lauten Protest nicht zu beeindrucken. Die Solidarität für die Forderungen von Weidetierhaltern sei schon groß genug. Lauter Protest, der beispielsweise andere Verkehrsteilnehmer behindere, schade einem Anliegen oft nur.
Die Jägerschaft ist stattdessen dabei, ihre Auricher Erklärung zu verbreiten. Der Europaabgeordnete David McAllister (CDU) habe sie schon im Parlament in Brüssel verteilt, sagte Lengert. In der kommenden Woche sollen die Bundestags- und Landtagsabgeordneten der Küstenwahlkreise angeschrieben und um Stellungnahme zum Thema Wolf gebeten werden. „Und wir können uns auch große Plakate am Straßenrand vorstellen“, so Lengert. „Mal gucken, was die Touristiker dazu sagen.“
Es gehe den Jägern in ihrer Forderung auch nicht um die Ausrottung des Wolfes, sondern um wolfsfreie Zonen, wo sonst der Küstenschutz oder Nutztiere in Gefahr seien. Dort, wo es keinen Schaden anrichte, beispielsweise auf Truppenübungsplätzen, spreche nichts gegen das Raubtier. Und wenn außerhalb eine Bejagung geregelt sei, lerne der Wolf auch, in diesen Bereichen zu bleiben, so Lengert.