Forderungen nach Abschüssen Thema Wolf soll in Kreispolitik ausführlich diskutiert werden
Die AfD im Auricher Kreistag fordert eine unverzügliche Bejagung, SPD und Freie Wähler eine „Begrenzung der Population“. Demnächst soll darüber noch einmal intensiv beraten und debattiert werden.
Aurich - Das Thema Wolf soll im nächsten Umweltausschuss des Landkreises Aurich ausführlich beleuchtet werden. Dann sollen Vertreter des Wolfsbüros der Landesbehörde für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) über die aktuelle Lage berichten.
Dafür haben sich die Ausschussmitglieder am Montag einstimmig ausgesprochen. Die AfD-Fraktion hatte eigentlich in einer Resolution gefordert, dass der Wolf „unverzüglich“ bejagt werden sollte. Jan-Adolf Looden (Krummhörn) warnte vor einem „Blutrausch“ und einer sich schnell ausbreitenden Wolfs-Population. Er nahm den Antrag jedoch zurück, da es weitere Anträge von SPD und Freien Wählern zum Thema gab, die es am Montag allerdings nicht mehr auf die Tagesordnung schafften. Die SPD-Fraktion fordert in ihrer eigenen Resolution, „den Wolf regional zu begrenzen“. Dazu sollen die zuständigen Parlamente in Land, Bund und EU aufgefordert werden.
Deichschäfer besonders betroffen
Besonders betroffen von der Rückkehr des Wolfes seien im Landkreis Aurich die Deichschäfer, deren Arbeit so wichtig für den Küstenschutz sei. Wegen der jüngsten Nutztier-Risse von Wölfen seien Tierhalter verunsichert, die Bevölkerung verängstigt, schreibt SPD-Fraktionschef Johannes Kleen (Wiesmoor). Der Schutz ziele bisher zu einseitig auf den Wolf, nicht aber auf die Menschen. Der Wolf sei in Europa längst keine bedrohte Art mehr. „Sein Schutz sollte nicht pauschal über dem Schutz der Nutztiere und Menschen stehen“, so Kleen.
Die SPD-Fraktion möchte von der Auricher Kreisverwaltung außerdem konkrete Zahlen über die Nutztier-Risse von Wölfen in den vergangenen zwei Jahren. Die Sozialdemokraten wollen über ihre Resolution aber nicht erst im nächsten Umweltausschuss, sondern bereits im Kreistag am Mittwoch, 10. Mai, abstimmen lassen, betonte Kuno Behrends (Großheide).
Landrat: Wolf ist Problem, aber streng geschützt
Wie berichtet hatten zudem die Freien Wähler im Kreistag eine „Wolfsstrategie“ vom Landkreis Aurich gefordert. Auch sie fordern „eine wirksame Begrenzung der Wolfspopulation“, wie Detlev Krüger (Südbrookmerland) jüngst in einem Antrag schrieb.
Landrat Olaf Meinen (parteilos) räumte ein, dass der Wolf zum Problem geworden sei. Er sei aber eben durch EU- und Bundesgesetze streng geschützt. Die Zuständigkeit des Landkreises sei „sehr begrenzt“, wenn überhaupt vorhanden, stellte Meinen fest.
CDU-Abgeordnete: „Werden weiter Druck im Landtag machen“
Saskia Buschmann (CDU, Aurich), nicht nur Mitglied im Umweltausschuss, sondern auch Abgeordnete im niedersächsischen Landtag, versprach: „Wir werden weiter laut sein und Druck machen.“ Sie freue sich, dass Landes-Umweltminister Christian Meyer (Grüne) nun offenbar auch den Wolfsbestand begrenzen wolle.
Olaf Wittmer-Kruse (Grüne, Krummhörn) räumte offen ein: „Auch den Grünen ist klar, dass der Wolf kein Kuscheltier ist.“
In der nächsten Sitzung des Umweltausschusses soll ausführlich berichtet und diskutiert werden.