Nach Drogen-Bericht  IGS-Chef sorgt sich um Anmeldezahlen

| | 18.04.2023 18:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Eine Person raucht einen Joint. Bei den bestätigten Drogenfällen an der IGS in Moorhusen war Cannabis im Spiel. Foto: Fabian Sommer/DPA
Eine Person raucht einen Joint. Bei den bestätigten Drogenfällen an der IGS in Moorhusen war Cannabis im Spiel. Foto: Fabian Sommer/DPA
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Kai-Dieter Hoop sorgt sich um die Anmeldezahlen neuer Schüler an der IGS Marienhafe-Moorhusen. Grund sind Berichte über Drogenkriminalität an der Schule. Einer Aussage widerspricht er dabei.

Südbrookmerland/Marienhafe - Für Aufregung hat die ON-Berichterstattung zur Drogenkriminalität an der IGS Marienhafe-Moorhusen gesorgt. „Ich bin innerlich am Schäumen“, wird Schulleiter Kai-Dieter Hoop in einer anderen Zeitung zitiert. Seine Aussagen in den ON seien aus dem Zusammenhang gerissen und falsch wiedergegeben worden, heißt es dort weiter. Darauf angesprochen teilte Hoop den ON jedoch mit, dass er sich vor allem über einen anderen Aspekt der Geschichte aufgeregt habe und in Teilen falsch wiedergegeben worden sei.

Hintergrund der Geschichte sind Aussagen Hoops in einer nicht öffentlichen Sitzung des IGS-Arbeitskreises der Gemeinden Brookmerland und Südbrookmerland. Auszüge des Sitzungsprotokolls liegen den ON vor. Dort heißt es: „Außerdem ist die Kriminalität durch und mit Drogen gestiegen. Drogenmissbrauch und -handel finde bereits in den sechsten Klassen statt, bei denen mitunter Familienclans dahinterstehen würden.“ Die ON hatten Hoop auf seine Aussagen in der Sitzung angesprochen. Dabei äußerte er sich zurückhaltender als im Protokoll dargestellt. Oft seien es vor allem Gerüchte, die in Zusammenhang mit Drogenmissbrauch an ihn herangetragen würden. Die beträfen auch Kinder im sechsten Jahrgang, bestätigte Fälle habe es dort bislang aber nicht gegeben. Anders bei älteren Schülern. Gegenüber den ON sprach Hoop von einem bestätigten Fall in einer achten Klasse. Auch ein Schüler aus Jahrgang sieben sei involviert, wie Hoop nun ergänzte. Es habe daraufhin neben schulinternen Maßnahmen auch einen Einsatz der Polizei gegeben. So etwas sei an der IGS aber keineswegs an der Tagesordnung, sondern vielmehr eine Besonderheit.

IGS-Chef widerspricht Aussagen in Medienbericht

Der IGS-Chef stellte gegenüber den ON noch einmal klar, dass seine Schule keineswegs ein Drogenschwerpunkt sei. Wie von den ON berichtet, kommt auch die Auricher Polizei zu diesem Ergebnis. Drogendelikte an Schulen kämen vor, eine diesbezügliche „Schwerpunktschule“ gebe es in ihrem Zuständigkeitsbereich aber nicht, so eine Sprecherin.

Seine Kritik habe sich vor allem dagegen gerichtet, dass ein Protokoll aus einer nicht öffentlichen Sitzung an die Öffentlichkeit gelangt sei, so Hoop. Davon ist in dem genannten Medienbericht jedoch wenig zu lesen. Stattdessen wird behauptet, seine Aussagen seien in den ON „völlig aus dem Zusammenhang gerissen und falsch wiedergegeben“ worden. Das habe er so jedoch nicht gesagt, so Hoop am Dienstag gegenüber den ON.

Schulleiter fürchtet „schwerwiegende Folgen“

Der IGS-Chef fürchtet, dass die Berichterstattung „schwerwiegende Folgen“ für seine Schule haben könnte. Der Grund: In der kommenden Woche startet für die weiterbildenden Schulen im Kreis Aurich die Anmeldephase für den neuen fünften Jahrgang. Die Befürchtung: Durch die Berichterstattung über den Drogenmissbrauch könnten sich Eltern gegen die IGS Marienhafe-Moorhusen und für andere Schulen entscheiden. Darunter könnten die Anmeldezahlen leiden.

IGS-Schulleiter Kai-Dieter Hoop. Foto: Thomas Dirks
IGS-Schulleiter Kai-Dieter Hoop. Foto: Thomas Dirks

Allerdings sind die an der IGS in Moorhusen schon seit einigen Jahren rückläufig. Vor allem in der Samtgemeinde Brookmerland scheint sich die Beliebtheit der Schule in Grenzen zu halten. Nur jedes dritte Kind, das im vergangenen Sommer eine Brookmerlander Grundschule verließ, wechselte laut Zahlen des Landkreises an die IGS. In Südbrookmerland war es immerhin noch rund jedes zweite Kind. Auffällig ist dort aber die Grundschule Moorhusen, von der im vergangenen Sommer nur vier von 30 Kindern an die benachbarte IGS wechselten.

Gemeinden planen Elternbefragung

Wie berichtet, planen Politiker beider beteiligter Gemeinden wegen der rückläufigen Zahlen eine Elternbefragung. Wie der Brookmerlander Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels den ON auf Anfrage sagte, gehe es darum, die Zufriedenheit mit der IGS Marienhafe-Moorhusen weiter zu steigern. Die geplante Elternbefragung war auch Thema einer Arbeitskreissitzung in der vergangenen Woche. Konkretes ist dabei laut Ihmels aber noch nicht herausgekommen. Man habe sich lediglich darüber ausgetauscht, welche Fragestellungen relevant sein könnten.

Auf Südbrookmerlander Seite macht man sich bereits Gedanken darüber, wie der Schulstandort Moorhusen attraktiver werden könnte. So brachte Bürgermeister Thomas Erdwiens bereits eine Umgestaltung des Schulhofs ins Spiel, der bislang vor allem aus einer Asphaltfläche besteht.

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