Neubau in Aurich Staatsanwälte müssen weiter auf Umzug warten
Eigentlich sollten rund 50 Mitarbeiter der Anklagebehörde Anfang des Jahres von der bisherigen Nebenstelle in den Neubau umziehen. Doch daraus wird erstmal nichts. Grund sind mögliche Baumängel.
Aurich - Eigentlich ist alles fertig, doch in den Kellerräumen des Zehn-Millionen-Euro-Neubaus wurde Feuchtigkeit festgestellt. Der Einzug der Staatsanwältinnen und Staatsanwälte in das Gebäude an der Julianenburger Straße/Schlossplatz verzögert sich weiter auf unbestimmte Zeit.
Wie ein Sprecher des niedersächsischen Justizministeriums in Hannover auf ON-Anfrager mitteilte, sind noch eine „bauphysische Begehung und Überprüfung“ notwendig, um eindeutig zu klären, woher die Feuchtigkeit kommt – und ob eine Sanierung tatsächlich erforderlich ist. Vor diesem Hintergrund liege ein Sanierungskonzept noch nicht vor.
Und weiter: „Erst wenn ein fundiertes Ergebnis vorliegt, kann eine Aussage dazu getroffen werden, wann ein Umzug in den Neubau erfolgen kann.“ Bis dahin seien die Mitarbeiter weiter im Nebengebäude in der Emder Straße untergebracht.
Baubeginn war im Frühjahr 2020
Wie berichtet sollte der lang ersehnte Umzug eigentlich zu Beginn dieses Jahres über die Bühne gehen.
Der markante Neubau wurde nach vielen Jahren der Planung seit dem Frühjahr 2020 hochgezogen. 50 Mitarbeiter der Anklagebehörde, die bisher größtenteils in der Außenstelle an der Emder Straße im früheren Polizeigebäude saßen, sollen eigentlich bald umziehen.
Wie die Verantwortlichen vom Staatlichen Baumanagement im Oktober bei einem Ortstermin berichteten, ist der Neubau vollständig unterkellert. In den Keller werden dreieinhalb Kilometer Akten und Asservate aus Strafverfahren eingelagert, die bislang im Garagentrakt der Außenstelle Emder Straße untergebracht waren.
Bisherige Nebenstelle will NLBV nutzen
In der bisherigen Außenstelle, der früheren Auricher Polizeiwache, sollen nach bisherigen Plänen rund zwei Dutzend Räume vom Niedersächsischen Landesamt für Bezüge und Versorgung (NLBV) genutzt werden. Für den notwendigen Umbau wurden bereits mehr als 300.000 Euro beim zuständigen Finanzministerium angemeldet, hieß es im Frühjahr 2022.
Die Baukosten für den Neubau der Staatsanwaltschaft hatten sich in den vergangenen zwölf Jahren verdreifacht. 2010 war von 3,5 Millionen Euro die Rede, 2014 von 6,5 Millionen Euro, 2018 von 7,8 Millionen Euro, 2019 dann von 8,4 Millionen Euro, Ende 2021 von neun Millionen Euro – und die bislang letzte Schätzung aus dem Oktober 2022 lag bei 10,5 Millionen Euro.