Wölfe im Landkreis Aurich  Seit Jahresbeginn wurden 51 Wolfs-Sichtungen im Kreis gemeldet

| | 08.04.2023 15:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Personen, die mutmaßlich einen Wolf entdeckt haben, sollen dies beim Wolfsmonitoring Niedersachsen melden – bestenfalls mit einem Foto. Symbolfoto: picture alliance/dpa
Personen, die mutmaßlich einen Wolf entdeckt haben, sollen dies beim Wolfsmonitoring Niedersachsen melden – bestenfalls mit einem Foto. Symbolfoto: picture alliance/dpa
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Wer meint, einen Wolf gesehen zu haben, sollte dies im Internet beim Wolfsmonitoring melden. Das passiert im Kreis Aurich auch vermehrt. Die Interpretation der Daten ist aber schwierig.

Aurich - 51 Eintragungen aus dem Landkreis Aurich gab es von Jahresbeginn bis Mittwoch vor Ostern im Wolfsmonitoring Niedersachsen. Jeder, der meint, einen Wolf gesehen zu haben, sollte dies dort melden. Am besten mit einem Foto, sofern eine Aufnahme möglich ist. Denn nur, wenn die Experten Informationen haben, können sie erkennen, ob es sich wirklich um einen Wolf handelt.

Raoul Reding, der Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft Niedersachsen, sagte auf ON-Nachfrage, dass es im Januar zwei Meldungen gegeben habe. Im Februar seien es schon mehr gewesen. Und im März „ganz viele auf einmal“. Besonders an zwei Wochenende seien Meldungen eingegangen.

Einige C1-Nachweise dabei

Dass mehr Sichtungen gemeldet wurden, müsse aber nicht heißen, dass es mehr Wölfe gebe. Zum einen seien in dieser Jahreszeit junge Wölfe über weitere Strecken unterwegs, weil sie ihr Rudel verlassen mussten. Zum zweiten gingen die Menschen wieder mehr vor die Tür, was die Zahl der möglichen Sichtungen natürlich auch erhöhe.

Von den 51 gemachten Meldungen seien mehrere als sogenannte C1-Nachweise, also sichere Nachweise, bewertet worden. In aller Regel sei die Sichtung eines Wolfes gemeldet worden. Unter den Nachweisen seien einige wackelige Handyaufnahmen, die „gerade so nachweisfähig gewesen seien“, sagte der Wolfsbeauftragte. Aber sie bestätigen die Meldung. In einigen Fällen sei von zweien, in einem Fall auch von mutmaßlich gesehenen vier Wölfen die Rede gewesen. Dafür fehle aber ein Fotonachweis, so Reding.

Mehr Sichtungen bedeuten nicht zwingend, dass ein Wolf sich ansiedelt

Die Daten sind bisher schwierig zu interpretieren, denn Wölfe haben nur wenig gut sichtbare individuelle Unterschiede. Individuen können also nicht leicht auf große Distanz voneinander unterschieden werden.

Und bislang gebe es auch keine Hinweise über die DNA, ob mehrere Wölfe im Landkreis unterwegs gewesen seien. Laut Reding bedeuten die vermehrten Sichtungen auch nicht automatisch, dass ein Wolf für längere Zeit vor Ort sei. Es sei durchaus plausibel, dass mehrere Jungwölfe Kurzbesuche in Ostfriesland vornehmen, an der Küste umkehren und dann woanders hin ziehen. „Die Wölfe, die per DNA in Ostfriesland nachgewiesen werden, tauchten bislang meist später ganz woanders wieder auf“, so Reding.

Appell, jede Sichtung offiziell zu melden

Es sei aber auch nicht auszuschließen, dass im Kreis Aurich ein Wolf heimisch werden möchte. „Im Moment lässt sich das aber nicht bestätigen“, so Reding. Die Spuren gäben bislang keinen Hinweis darauf, dass ein Tier über mehrere Monate da sei. Auf ON-Nachfrage sagte Reding, dass es im Friedeburger Rudel Jährlinge gebe, die nun auf Wanderschaft gehen müssten. Es sei grundsätzlich möglich, dass sich einer von ihnen in der Auricher Nachbarschaft niederlässt.

Die Wolfsberater appellieren immer wieder an die Bevölkerung, eine offizielle Meldung zu machen, wenn mutmaßlich ein Wolf gesichtet wurde. Wenn die sich Meldungen häuften, könnten die Wolfsberater Rückschlüsse auf ein Bewegungsprofil ziehen und vor Ort gezielt nach weiteren Spuren Ausschau halten.

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