Darten Im Eiltempo vom Novizen zum Topdarter
Wie sich Marco Peters innerhalb von drei Jahren zu den Topspielern des DC Moordorf entwickelte. Er verfolgt ein großes Ziel.
Moordorf – Er ist der Senkrechtstarter beim Dartclub Moordorf (DCM). Vor vier Jahren zimmerte Marco Peters noch mit Freunden in einer Garage Pfeile auf eine Dartscheibe. Mittlerweile gehört der 29-Jährige Neuwesteeler zu den Spitzendartern des Clubs. Er spielt Turniere unter dem Namen „Marco P.“, trägt die Haare kurz und auf seinen beiden Armen tummeln sich viele Tattoos. Einer, der auf den Rotkohl seiner Mutter schwört und es sogar mit dem Moordorfer Topspieler Dennis Akhtar aufnehmen kann. Dass es einmal so kommen würde, damit hatte der ehemalige Fußballer nicht gerechnet.
Peters beschreibt seinen Wechsel vom Ball zu den Pfeilen aus Metall im Gespräch mit den Ostfriesischen Nachrichten im DCM-Vereinsheim so: „Fußball hat mich nicht mehr erfüllt. Der machte mir keinen Spaß mehr. Dart ist gesellig und über Freunde bin ich nach Moordorf gekommen.“
Am Anfang gab es Prügel
2020 war das, da hatte sich im Vorjahr der DCM gegründet. Als er kam, hatte er eine undankbare Rolle. Peters erinnert sich: „Jeder Heiopei war besser als ich. Ich musste einiges einstecken, aber ich wusste, dass ich es konnte.“ Er nahm den Kampf auf, trainierte, wann er nur konnte. Täglich ein bis zwei Stunden. Er schaute sich Videos von den Dart-Profis in den sozialen Medien an und studierte Wege ein, wie er ein Dartspiel am besten beenden konnte. Peters wurde sicherer und entwickelte Routine. Nach und nach stellten sich Erfolge ein und er stieg rasch in der internen Rangliste des DCM auf.
„Marco ist der Trainingsweltmeister bei uns“, lobt DCM-Vorsitzender Simon Weber, der im Duell mit Peters meistens chancenlos ist. Peters wirft mit Pfeilen, deren Spitze aus Metall (Steeldart) sind. Mit E-Dart am Automaten hat er nichts am Hut. „Einfach zu unruhig und zu viel Gebimmel“, sagt er. Steeldart sei da schon entspannter. Nicht zu verachten sind auch die Preisgelder, die beim Steeldart häufig etwas höher als beim E-Dart ausfallen. Und da lief es für Peters in den vergangenen Wochen richtig gut. Er hat bei mehreren Turnieren mit vorderen Plätzen geglänzt. Am vergangenen Wochenende ging er beim 1. Diepholzer Steeldartturnier mit 96 Teilnehmern an den Start. Peters schaffte den Sprung ins Finale, unterlag da aber dem hochklassigen Darter René Eidams, Spitzname „The Cube“. Der Einsatz bei dem eintägigen Turnier hat sich für Peters gelohnt. Er nahm eine Prämie von mehreren Hundert Euro mit nach Hause. Weitere Streiche sollen folgen.
Er gibt sich nie zufrieden
Peters gilt als einer der ehrgeizigsten Spieler beim DCM. „Einer, der sich nie zufriedengibt und sich seine Fehler nur schwer verzeiht“, meint Vereinschef Weber. Seine größte Stärke sei die Fähigkeit, sich voll und ganz auf den nächsten Wurf zu konzentrieren und sein Kampfgeist. Er gebe nicht so leicht auf. Auch dann nicht, wenn er in Rückstand liege. Einer, der nie den Glauben an sich verliere, so Weber.
Peters arbeitet bei VW in Emden als Fertigungsinstallateur. Er sorgt dafür, dass die robotergestützten Anlagen störungsfrei laufen.
Sammler von Tattoos
Wer ihm gegenüber sitzt, dem fallen seine tätowierten Arme ins Auge. Rund 20 Motive hat er sich in den vergangenen Jahren stechen lassen und es sollen noch mehr werden. Auf dem linken Arm tummeln sich Motive von der Nordsee. Dazu gehören eine Meerjungfrau, der Pilsumer Leuchtturm und ein Anker. Das Auge seiner Tochter ziert die rechte Hand. Auch ist die Zahl 180 zu sehen. Das ist die höchstmögliche Punktzahl beim Dart: Mit drei Pfeilen die Triple-20 zu treffen.
Peters weiß noch ganz genau, wann ihm das Kunststück zum ersten Mal gelungen ist. Er trainierte allein zu Hause und plötzlich steckten seine drei Pfeile in dem kleinen Dreifach-20-Feld. Er rief umgehend seine Ehefrau Imke an, die unterwegs war. „Nur ein kurzer Anruf“, so Peters, „denn ich wollte so schnell wie möglich weiterwerfen.“
Zu Hause ist da, wo die Pfeile fliegen
Er wirft mit wachsender Freude. Besonders gerne im Vereinsheim „Peerstall“, das für ihn seine Heimat und sein zweites Zuhause geworden ist. Peters bekennt: „Wenn ich nicht bei der Arbeit oder zu Hause bei meiner Familie bin, dann bin ich im Peerstall.“
Er träumt davon, es irgendwann einmal auf die großen Bühnen im Dartsport zu schaffen. Eine Einlaufmusik, so wie sie die Profis beim Einzug in die Dartarenen zelebrieren, hat er auch schon im Kopf. Er findet ein Stück von der dänischen Metal-Band Volbeat gut. Das Lied „Wait a Minute My Girl“ könnte seine Hymne werden, wenn er sich ins Rampenlicht begibt.
Noch ist das für ihn nur ein Wunschtraum, aber er übt fleißig dafür. Nicht mehr in der Garage wie vor vier Jahren, sondern in einem Extra-Dartraum im Haus. Gute Voraussetzungen also, dass sich sein Wunsch irgendwann erfüllen wird.