Aktuelle Anmeldezahlen  Etwas weniger Osterfeuer – aber immer noch sehr viele

| | 04.04.2023 18:48 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Osterfeuer, wie hier in Sandhorst 2019, sind ein beliebtes Brauchtum in Ostfriesland. Foto: Christin Wetzel
Osterfeuer, wie hier in Sandhorst 2019, sind ein beliebtes Brauchtum in Ostfriesland. Foto: Christin Wetzel
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Im letzten Jahr gab es in Aurich, Ihlow, Großefehn, Südbrookmerland und Wiesmoor über 2000 angemeldete Osterfeuer. Jetzt sind es etwas weniger. Doch die Beliebtheit des Brauchs scheint ungebrochen.

Aurich - Immer wieder gab es den vergangenen Jahren Diskussionen um den alten ostfriesischen Brauch, der den Winter vertreiben soll – der Hickhack ging teils bis hinauf in Landesministerien in Hannover. 2020 wurden die Osterfeuer wegen Corona in den Herbst verschoben, 2021 galten strenge Kontaktbeschränkungen. Erst 2022 konnten die Feuer wieder unter gelockerten Vorschriften lodern. Doch Kritik gibt es immer wieder auch schon Natur- und Umweltschützern, die Feinstaub und Gefahren für Tiere kritisieren.

Doch die Ostfriesen mögen auf ihre Osterfeuer offensichtlich nicht verzichten – das zeigen aktuelle Anmeldezahlen aus den Städten und Gemeinden im Altkreis Aurich. Zwar lag die Zahl der Anmeldungen in Aurich, Ihlow, Großefehn, Südbrookmerland und Wiesmoor bis Dienstagmittag mit 1875 etwas unter dem Vorjahreswert von gut 2000 – doch diese Zahl ist weiter sehr hoch. Beim überwiegenden Teil handelt es sich um kleinere private Strauchschnitt-Verbrennungen – oder von Landwirten.

Feuer dürfen nicht zur Abfallentsorgung missbraucht werden

Alle Kommunen weisen ausdrücklich daraufhin, dass die Osterfeuer nicht zur Abfallentsorgung missbraucht werden dürfen. Sie appellieren an die Bürger, auf private Feuer zu verzichten – und lieber an gemeinsamen Veranstaltungen teilzunehmen. „Aus ökologischer Sicht ist es sinnvoller, pflanzliche Materialien und Hölzer zu kompostieren anstatt diese zu verbrennen, denn jedes Feuer stellt eine Umweltbelastung dar“, schreibt etwa die Südbrookmerlander Gemeindeverwaltung in ihrem Merkblatt. Alternativen seien die zweimal im Jahr kostenlos stattfindende Einsammlung von Baum- und Strauchschnitt durch den Landkreis Aurich – oder eine Anlieferung bei der Müllstation in Großefehn.

Die meisten Feuer lodern auf dem Fehn

In der Stadt Aurich gab es bislang 403 Anmeldungen, wie Thomas Berends vom Ordnungsamt auf ON-Anfrage mitteilte. Im vergangenen Jahr waren es 437 gewesen. Größere öffentliche Feuer richten etwa die Feuerwehren in Tannenhausen und Walle, der Mühlenverein Sandhorst oder die Dorfjugend in Wiesens aus.

Die meisten Osterfeuer werden am Sonnabend auf dem Fehn lodern. Die Gemeinde Großefehn nahm bislang knapp 500 Anmeldungen entgegen, wie Sandra Janssen von der Gemeindeverwaltung auf ON-Anfrage sagte. Das seien etwa so viele wie im vergangenen Jahr.

In der Gemeinde Ihlow gab es bislang 425 Anmeldungen, berichtete Johann Ubben vom dortigen Ordnungsamt den ON. Im Vorjahr waren es noch 481 gewesen. Ein größeres zentrales Osterfeuer gebe es etwa am Ihler Meer, so Ubben.

In der Stadt Wiesmoor lag die Zahl der Anmeldungen am Dienstag bei „um die 150“, wie Gabriele Gerdes vom Ordnungsamt den ON sagte. Im Vorjahr seien es etwa 200 gewesen. Mehrere größere Feuer gebe es in den Dorfgemeinschaften sowie am Ottermeer.

Südbrookmerland ist besonders streng

Etwas weniger Anmeldungen verzeichnet auch die Gemeinde Südbrookmerland mit 397. Im Vorjahr waren es 416 gewesen. Südbrookmerland ist im Vergleich zu anderen Gemeinden im Altkreis Aurich relativ streng, wenn es um die Vorgaben geht. Dort sollen die Brauchtumsfeuer ein Mindestvolumen von 20 Kubikmeter haben. „Das Verbrennen von Gartenabfällen erfüllt diese Voraussetzungen nicht“, heißt es im Merkblatt der Gemeinde.

In Südbrookmerland dürfen die Feuer erst ab 16 Uhr entzündet werden und müssen bis 24 Uhr abgebrannt sein, heißt es.

Auch sollen die Osterfeuer in Südbrookmerland ausdrücklich öffentlich stattfinden. Das sei wesentlicher Bestandteil des Brauchtumscharakters, heißt es. Die Anmelder müssten „interessierten Personen“ Zutritt zum Feuer gewähren. In der Praxis am Karsamstag dürfte das aber kaum von Bedeutung sein.

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