Neue Antriebstechnik Bald fahren zwei Wasserstoffbusse im Kreis Aurich
Vor allem für große und schwere Fahrzeuge soll H2 die bessere Alternative sein als batterieelektrische Antriebe. Der Landkreis Aurich gibt dafür nun Fördergeld an ein Busunternehmen.
Aurich - Zwei mit Wasserstoff angetriebene Linienbusse sollen ab Mitte 2024 im Landkreis Aurich unterwegs sein. Der Landkreis Aurich überreichte jetzt eine entsprechende Zusage für Fördergelder an die Weser-Ems-Busverkehr. In zwölf bis 14 Monaten sollen die Wasserstoff-Busse die ersten Fahrgäste befördern, teilte die Auricher Kreisverwaltung mit. Wichtige Voraussetzung dafür sind aber Wasserstoff-Tankstellen. Eine solche baut die Emder Tankstellen-Kette Score im Projekt „H2 Nord“ derzeit unter anderem im Emder Hafen (Frisiastraße) und in Nortmoor. Weitere Wasserstoff-Tankstellen sind in Georgsheil und Aurich (Leerer Landstraße) geplant.
Insgesamt hat Weser-Ems-Bus zwölf Busse für die Landkreise Aurich, Leer und Friesland bestellt. Die Förderung des Landkreises beträgt maximal 96.000 Euro pro Fahrzeug und Jahr. Das entspreche den anfallenden Mehrkosten durch Beschaffung, Infrastruktur und Betrieb. Die Förderdauer beträgt den Angaben zufolge maximal acht Jahre.
Landrat Meinen: „Großer Schritt zu alternativen Lösungen“
Die Kreisverwaltung bezeichnet die Förderzusage als „großen Schritt für die Transformation von Verbrennern hin zu alternativen Lösungen“.
„Für uns ist die Reduzierung von CO2 das gesteckte Ziel. Das setzt voraus, dass der Landkreis als Aufgabenträger für den ÖPNV zielgerichtet die Anschaffung emissionsfreier Antriebstechniken fördert. Allerdings muss auf die Auslieferung der Busse noch etwas Geduld aufgewandt werden. Das gibt allen Beteiligten Zeit, die nötige Infrastruktur zu planen“, sagte Landrat Olaf Meinen.
Weser-Ems-Bus: „Sehen viele Vorteile“
Die Weser-Ems-Busverkehr GmbH ist nach eigenen Angaben ebenso überzeugt von der Wasserstoff-Technologie. „Wir sehen viele Vorteile, die uns letztlich überzeugt haben und die wir bei unserer Förderanfrage in die Waagschale werfen konnten“, wird Weser-Ems-Bus-Verantwortlicher Dennis Jäger zitiert.
Birte Ricklefs, Leiterin der Geschäftsstelle „H2-Ostfriesland“ im Landkreis Aurich, sieht das Projekt als Startschuss für den Ausbau einer lokalen Wasserstoffwirtschaft. „Im Landkreis Aurich sind die Wege von den Windkraftanlagen bis in den Wasserstoff-Tank kurz und damit besonders effizient“, so Ricklefs.
Die Auricher Kreisbahn ist nach Angaben von Geschäftsführer Jens Buß ebenfalls in Gesprächen über Wasserstoff-Busse, auch mit H2Nord. „Aber eine Entscheidung ist bisher nicht gefallen“, so Buß auf ON-Anfrage.