Zusammenschluss geplant Aus drei Kirchengemeinden soll in Aurich eine werden
Die Kirchengemeinden Lamberti, St. Johannis in Sandhorst und Paulus in Kirchdorf wollen ihre Eigenständigkeit aufgeben. Sinkende Mitgliederzahlen sind nur ein Grund.
Aurich - Drei evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden in Aurich wollen sich zu einer großen Gemeinde zusammenschließen. Die Lambertigemeinde in der Innenstadt, die St. Johannisgemeinde in Sandhorst und die Paulusgemeinde in Kirchdorf wollen damit ihre Eigenständigkeit aufgeben. Das teilte Cathrin Meenken, Pastorin in Lamberti, am Sonntag mit.
Die drei Kirchenvorstände sind laut Cathrin Meenken von der Idee überzeugt. Sie „haben beschlossen, dass ein echter Zusammenschluss zu einer neuen, großen und überlebensfähigen Gemeinde der Weg für die Zukunft ist“.
„Wir müssen das zu diesem Zeitpunkt nicht“
Cathrin Meenken betont: „Nein, wir müssen das zu diesem Zeitpunkt nicht.“ Alle drei Gemeinden stünden gut da. Aber man dürfe die Augen nicht vor der Entwicklung verschließen. Zu der gehörten sinkende Mitgliederzahlen ebenso wie Nachwuchsmangel bei den Pastoren. Die Gemeinden sollen nun informiert werden. Die Kirchenvorstände laden daher zu Gemeindeversammlungen ein: in der Paulusgemeinde in Kirchdorf am Mittwoch, 10. Mai, ab 19 Uhr in der Pauluskirche, in der St. Johannisgemeinde in Sandhorst am Donnerstag, 11. Mai, ab 19 Uhr im Gemeindehaus und in der Lambertigemeinde am Montag, 22. Mai, ab 19 Uhr im Gemeindehaus am Lambertshof.
„Die Veränderungen im kirchlichen Leben werden zukünftig auch unsere drei Kirchengemeinden herausfordern“, schreibt Cathrin Meenken weiter. Es gelte Kooperationen und Wege der Zusammenarbeit zu entwickeln, um Pfarrstellen attraktiv und Gemeindearbeit lebendig und vielfältig zu halten. Die schon jetzt bestehende „fruchtbare Zusammenarbeit“ habe auf einer Klausurfahrt dazu „ermutigt und beflügelt, jetzt an einem Zusammenschluss zu arbeiten“.
„Verwaltungsabläufe werden entschlackt“
Die Zusammenarbeit der drei Kirchengemeinden ist nicht neu. Sie hat sich in den vergangenen Jahren verstärkt und ausgeweitet. Sie hätten seit der Gründung des Kirchspiels der drei Gemeinden in die Zusammenarbeit intensiviert und in vielen Bereichen gemeinsame Aktivitäten auf den Weg gebracht, sagt Cathrin Meenken. Die Sommerkirche, das gemeinsame Konfirmandenmodell „Paula und Jo“ sowie viele andere gemeinsame Veranstaltungen seien inzwischen etabliert.
Im Oktober seien die Kirchenvorstände des Kirchspiels laut Cathrin Meenken zum ersten Mal zusammen zu einer Klausurfahrt aufgebrochen. Sie hätten festgestellt: „Die Zusammenarbeit macht allen Beteiligten viel Spaß, neue Ideen entstehen und Verwaltungsabläufe werden entschlackt.“ Die Kirchenvorstände der drei Gemeinden seien sich schnell einig gewesen: Es sollte mehr dieser Momente im Gemeindeleben geben.
Kirchenvorstände gründeten Steuerungsgruppe
In „vielen kreativen Stunden“ wurden Pläne geschmiedet. Ein Ergebnis war das Konzept der „Winterkirche“. Von Januar bis Ostern feiern die drei Gemeinden ihre Gottesdienste gemeinsam an einem Ort. Im regelmäßigen Wechsel laden sie nach Sandhorst, Kirchdorf oder Lamberti ein. Dass dieses Angebot so gut angenommen worden sei, sei für die Gemeinden „ein deutliches Zeichen, um die auf der Klausurfahrt entstandene Idee nun tatkräftig anzugehen“.
Die Kirchenvorstände bildeten den Angaben zufolge eine Steuerungsgruppe. Sie seien mit einem professionellem Gemeindeberatungsteam in einem Entwicklungs- und Beratungsprozess. Den Kirchenvorständen ist es laut Cathrin Meenken wichtig, „alle drei Gemeinden auf diesen Weg mitzunehmen, zu informieren und Gestaltungsvorschläge entgegenzunehmen“.