Engagement bei Flüchtlingsunterbringung Grüne wollen bei Kaserne Zusammenarbeit von Kreis und Stadt
Die Auricher Kreisverwaltung hat sich stark engagiert für die Flüchtlingsunterbringung. Den Grünen reicht das nicht. Sie wollen das Kasernengelände noch stärker dafür nutzen – aber nicht nur dafür.
Aurich - Gemeinsam nutzen sollen der Landkreis und die Stadt Aurich künftig die ehemalige Blücherkaserne. Das fordern die Grünen jetzt im Zuge der Haushaltsberatungen im Kreistag, die in den Endspurt gehen. Der Landkreis solle sich noch stärker für die Flüchtlingsunterbringung in der Kaserne engagieren, schreibt Gila Altmann, die für die Grünen im Stadtrat und Kreistag sitzt, in einer Mitteilung.
Die Grünen gehen davon aus, dass mittelfristig weitere Kapazitäten geschaffen werden müssen. Im vergangenen Jahr habe sich gezeigt, dass weder der private Wohnungsmarkt noch die aufgestellten Container ausreichten. Durch die Sanierung und Nutzung einiger Gebäude auf dem Kasernengelände sei immerhin bisher vermieden worden, Geflüchtete in Turnhallen einzuquartieren. Zur Zeit werden das Divisionsgebäude und zwei H-Gebäude am Hoheberger Weg saniert. Diese Wohnraumbeschaffung möchten die Kreis-Grünen ausweiten und werden dabei von der Auricher Stadtratsfraktion unterstützt.
Kurz vor Toreschluss ist Eile geboten
Sie sehen darin die Chance, die Kaserne zu einem „richtigen Zukunftsprojekt zu machen, so wie es vor zehn Jahren schon einmal geplant wurde“, schreibt Gila Altmann. Den Fraktionen sei klar, dass dieser Appell kurz vor Toresschluss komme, denn das Vorkaufsrecht der Stadt ende am 31. März 2023. Daher sei Eile geboten.
Umso bedauerlicher sei, dass die Mehrheitsfraktionen im Stadtrat weiter an einem Privatinvestor festhielten, obwohl sich die politischen Rahmenbedingungen, die 2017 im Stadtrat beschlossen wurden, grundlegend geändert hätten. In der damaligen Situation sei die erneute Notwendigkeit zur Unterbringung Geflüchteter überhaupt noch nicht absehbar gewesen. Ebenso wenig, dass der Landkreis seine Bereitschaft erklärt habe, sich darüber hinaus auf dem Kasernengelände engagieren zu wollen.
Wohnraum nicht nur für Geflüchtete
„Diese Chance sollte nun ergriffen werden, gemeinsam ein Projekt auf den Weg zu bringen, dass sowohl der akuten Wohnraumbeschaffung für Geflüchtete als auch auch dem Mangel von sozialem Wohnraum für alle Alters- und Einkommensgruppen Rechnung trägt“, so die Grünen.
Eine Anfrage der Kreistagsfraktion soll neben dem zu erwartenden Bedarf vor allem klären , wie ein Szenario zwischen Landkreis und Stadt Aurich aussehen könnte, das langfristig über die Unterbringung von Geflüchteten hinausgeht.