Nach schwerer Finanzkrise 2019 Pflege- und Betreuungszentren des Kreises erstmals wieder im Plus
Mit einer Eilentscheidung musste Landrat Olaf Meinen 2019 den Helenenstift Hage und das Reil-Haus Norden vor der Insolvenz retten. Mittlerweile geht es den Einrichtungen besser.
Aurich/Hage/Norden - Nachdem sie in die tiefroten Zahlen geraten und sogar vor der Insolvenz gerettet werden mussten, haben die Pflege- und Betreuungszentren (PBZ) des Landkreises Aurich zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder ein Plus erwirtschaftet. Im Jahr 2022 stehen nach vorläufigen Berechnungen rund 20.000 Euro Überschuss unter dem Strich, berichtete Geschäftsführer Rainer Olchers am Dienstag im Kreis-Gesundheitsausschuss. „Das ist noch nicht viel, aber wir sind in der Umsetzung weiterer Konsolidierungsmaßnahmen“, sagte Olchers. Für 2023 plane man mit einem Überschuss von rund 100.000 Euro.
Zur Erinnerung: Im Jahr 2019 stand unter dem Strich bei der PBZ ein dicker Verlust von 837.000 Euro. Der gerade frisch vereidigte neue Landrat Olaf Meinen musste damals kurz vor Weihnachten in einer Eilentscheidung eine sechsstellige Summe aus dem Kreishaushalt zuschießen, um die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. 2020 konnte das Defizit auf 159.000 Euro reduziert werden, 2021 auf 151.000 Euro. 2022 steht nun wohl wieder eine schwarze Zahl unter dem Strich.
Berater helfen bei Konsolidierung
Bei der Konsolidierung der PBZ helfen seit Sommer 2021 die Beraterfirma Rosenbaum Nagy (Köln). Die Berater seien mit Seminaren und Gesprächen bis heute in den Einrichtungen tätig, berichtete Olchers den Ausschussmitgliedern.
Die PBZ biete mittlerweile eine 360-Grad-Versorgung mit stationärer, ambulanter und Tagespflege, aber auch palliativer Versorgung und integrativen Angeboten. Man habe zahlreiche Maßnahmen bereits umgesetzt, etwa ein neues Belegungsmanagement, die Digitalisierung der Verwaltung und eine Zusammenarbeit mit den Kreisvolkshochschulen in der Ausbildung.
Krise sorgte für viel Unruhe beim Personal
Die Krise 2019 habe für viel Unruhe beim Personal gesorgt. Daher sei ihm ein hohes Maß an Kommunikation und Transparenz für die Mitarbeiterzufriedenheit besonders wichtig, betonte Olchers. „Den Umbruch schafft man nicht alleine“, so der PBZ-Geschäftsführer.
Zu den Pflege- und Betreuungszentren gehören unter anderem das Helenenstift in Hage mit 150 Betten, das Johann-Christian-Reil-Haus in Norden mit 127 Betten, das Beschäftigungsangebot „Hafenkollektiv-Norderland“ und das Café-Bistro Heimathafen.