Fußball-Bezirksliga  Praxistest nach der Winterpause

Im Hinspiel gingen die Bezirksligafußballer der SpVg Aurich (rot) mit einer 1:5-Heimschlappe gegen den SV Großefehn vom Ellernfeld. Dabei gelang den Fehntjern kurz vor Schluss noch zwei Treffer. Foto: Bernd Wolfenberg
Im Hinspiel gingen die Bezirksligafußballer der SpVg Aurich (rot) mit einer 1:5-Heimschlappe gegen den SV Großefehn vom Ellernfeld. Dabei gelang den Fehntjern kurz vor Schluss noch zwei Treffer. Foto: Bernd Wolfenberg
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Nach langer Pause kämpfen die Fußballteams in der Bezirksliga wieder um Punkte, sorgenfrei ist dabei keine Mannschaft. Für die Abstiegskandidaten ergeben sich neue Möglichkeiten.

Ostfriesland - Das lange Warten hat ein Ende: Mit zwei Derbys und weiteren interessanten Partien startet die Fußball-Bezirksliga in die Rückrunde. „Schön, dass es nach einer langen Vorbereitung endlich losgeht“, sagt Aurichs Trainer Uwe Groothuis. Mit der Sportvereinigung steht der 68-Jährige vor einer großen Aufgabe. Er möchte mit der SpVg unbedingt den Abstieg vermeiden. Das wird möglicherweise einfacher als gedacht.

Bei vier Absteigern würde der Abstand zum ersten Nichtabstiegsplatz noch satte acht Punkte betragen. Wenn Firrel in der Landesliga bleibt, müsste Groothuis mit den Aurichern nur drei Punkte aufholen bis zum SV Jheringsfehn/Stikelkamp/Timmel. Dann würde auch der Viertletzte Platz zum Ligaverbleib reichen. Der Bezirksliga-Staffeltag brachte dann eine weitere gute Nachricht für Aurich und die Fehntjer Spielgemeinschaft.

Wahrscheinlich nur zwei feste Absteiger

Dort sorgte Staffelleiter Frank Schulte für Verwunderung und auch für ein erleichtertes Seufzen. Der offenbarte, dass es bei einem Klassenverbleib von GW Firrel wohl nur zwei feste Absteiger gebe. Der Drittletzte würde dann eine Relegation gegen den Dritten der Ostfrieslandliga spielen. Doch Uwe Groothuis ist ohnehin kein Freund davon, ständig auf die Tabelle zu schauen. „Wir sollten nicht spekulieren und einfach unsere Spiele gewinnen.“ Die Vorbereitung hat Groothuis genutzt, um endlich mal ausgiebig mit den Spielern zu arbeiten. Das war zu Beginn der Saison noch anders. Da fehlte die Zeit und Groothuis wusste lange nicht, mit wem er planen kann. So war auch der katastrophale Saisonstart der Auricher zu erklären.

Zum Auftakt steht die Sportvereinigung vor einer schweren Auswärtshürde. Im Mühlenstadion geht es am Sonntag (15 Uhr) gegen den Tabellenzweiten SV Großefehn. „Das wird eine schwere Aufgabe. Die Mannschaft ist gespickt mit guten Namen“, sagt Groothuis. In erster Linie denkt Groothuis an den prominenten Fehntjer Neuzugang Holger Wulff. Der Offensivspieler war nicht ganz geräuschlos in der Winterpause vom Regionalligisten Kickers Emden nach Großefehn zurückgekehrt. „Holger hätte ich auch gerne in meiner Mannschaft“, sagt Groothuis. Um möglichst im Mühlenstadion zu punkten, hat Groothuis seiner Mannschaft Kompaktheit verordnet. „Und wir sollten möglichst Standards gegen uns vermeiden“, sagt Groothuis und denkt an den kopfballstarken Fehntjer Stürmer Hauke Specht. Eines ist für Groothuis vor dem Rückrundenstart besonders klar: Jedes Spiel ist für uns ein Endspiel.“ Groothuis und sein Gegenüber SVG-Trainer Bi Le Tran kennen sich aus gemeinsamen Zeiten bei Kickers Emden. Le Tran erinnert sich: „Ich habe Uwe in der A-Jugend und in meinem ersten Jahr bei den Kickers-Herren in der Oberliga als Trainer erlebt. Uwe war und ist für mich ein Vorbild.“

Fragezeichen vor dem Kaltstart

Ein ehrliches Lob, aber auch dem Spielfeld ruht am Sonntag die Freundschaft. Dazu stellt Le Tran klar: „Wenn wir noch eine minimale Chance in Sachen Meisterschaft haben wollen, dann müssen wir gewinnen.“ Von der Statistik her betrachtet, ist das Derby eine klare Angelegenheit. Heimstarke Fehntjer treffen auf auswärtsschwache Auricher. Aber der SVG-Trainer gibt zu bedenken: „Zum einen ist es ein Derby. Da ist immer alles möglich. Zum anderen weiß niemand so genau, wie die Leistungen nach der langen Winterpause aussehen werden.“ Für Le Tran kommt noch ein spezielles Problem hinzu. Er weilte in den Vorwochen zu Verwandtenbesuchen in Vietnam. Temperaturen von 35 Grad und mehr waren dort üblich. Am Sonntag dürften es im Mühlenstadion rund 30 Grad weniger sein.

Wenn der Middelser Trainer Bruno Mönck an das erste Punktspiel nach der Winterpause am Sonntag um 15 Uhr zu Hause gegen Germania Leer denkt, dann sorgt er sich um seinen Kader. Im Gespräch mit den Ostfriesischen Nachrichten meint er: „Ich muss mir gegenwärtig keine Gedanken über meine Wunschelf machen, denn ich weiß nicht, wer spielen kann.“ Es gibt viele Fragezeichen, weil einige Spieler angeschlagen sind. Andere plagen sich mit Corona oder Grippeerkrankungen herum. Davon ist auch der Trainer betroffen, der sich mit Husten, Fieber und Gliederschmerzen durch die Woche quälte. „Egal, was ist, wir müssen nach vorne schauen“, meint Mönck, der drei Punkte einsacken will, um die Spitzenteams aus Esens und Großefehn nicht aus den Augen zu verlieren.

„Das wird kein Selbstläufer für uns“

Im Hinspiel setzte sich Middels in Leer 3:1 durch. „Das war viel Arbeit. Wir haben es aber mit Geduld, Ausdauer und einer konzentrierten Leistung hinbekommen“, so der TuS-Trainer. Ein Rezept, das er auch am Sonntag anwenden will. Die Spitzenteams der Liga schauen am Sonntag nach Wallinghausen. Dort trifft die Mannschaft von Trainer Ewald Mühlenbrock auf den Tabellenführer Esens. Aus der 0:7-Niederlage gegen Dinklage im Bezirkspokal werde die Mannschaft lernen, ist sich Mühlenbrock sicher. Auch in der Bezirksliga-Rückrunde habe die Mannschaft den ein oder anderen Aussetzer gehabt. „Gegen Esens müssen wir die Ordnung behalten“, sagt Mühlenbrock.

Das Gastspiel von Germania Wiesmoor beim Vorletzten Ostfrisia Moordorf am Sonntag um 14 Uhr ist von der Papierform her eine klare Sache. Alles andere als ein Erfolg der Germanen gegen die noch sieglosen Moordorfer wäre eine Überraschung.

Der Wiesmoorer Trainer Jürgen Zimmermann warnt: „Das wird kein Selbstläufer für uns. Moordorf wird keine Geschenke verteilen und gegen seinen Ex-Trainer motiviert zur Sache gehen.“ Zimmermann kehrt an eine alte Wirkungsstätte zurück. Er freut sich auf Zuschauer und ehemalige Spieler. Gleichwohl hat auch er keine Geschenke parat, denn die Germanen benötigen noch den einen oder anderen Sieg, um den Klassenverbleib dingfest zu machen. Zimmermann stellt klar: „Wir sind bereit und gewappnet, aber auf uns wartet ein gestandener Gegner. Dabei schauen wir nicht auf die Tabelle. Entscheidend ist, was auf dem Platz passiert.“ Im Hinspiel setzte sich Wiesmoor 3:0 durch. Bei nur zwei festen Absteigern sind auch die Chancen von Moordorf wieder gestiegen. Statt 18 Punkte muss die Mannschaft von Ostfrisia-Trainer Dennis Debelts nur noch zehn Punkte auf die Sportvereinigung Aurich aufholen. Der Ostfrisia-Trainer kann für das Wiesmoor-Spiel fast aus dem Vollen schöpfen und geht mit Optimismus in die Rückrunde. „Wir müssen sehen, wie wir reinkommen. Wir haben auch noch drei Nachholspiele“, sagt Debelts, der den Klassenverbleib noch nicht aufgegeben hat.

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