Auricher Schwimmbad  Solebecken im „De Baalje“ bleiben vorerst kalt

| | 27.02.2023 20:38 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Solebecken im De Baalje werden vorerst noch nicht wieder aufgeheizt. Foto: Romuald Banik
Die Solebecken im De Baalje werden vorerst noch nicht wieder aufgeheizt. Foto: Romuald Banik
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Die Energiepreise sind stark gestiegen und die Stadt will weiter sparen. Einige Einschränkungen bleiben. Andere werden im Interesse der Schwimmer schneller zurückgenommen als gedacht.

Aurich - Die Stadt Aurich tritt wegen der deutlich steigenden Energiepreise im Schwimmbad „De Baalje“ teilweise weiterhin auf die Bremse. Wie der Verwaltungsausschuss am Montag in seiner Sitzung beschlossen hat, bleiben die beiden Solebecken fürs Erste ungeheizt – und damit ungenutzt. Dafür wird die Temperatur im Aktivbecken und im Schwimmerbecken im Innenbereich wieder auf den alten Stand angehoben.

Wie Bürgermeister Horst Feddermann im Anschluss an die Sitzung auf ON-Nachfrage sagte, soll die Temperaturerhöhung schnellstmöglich passieren – und nicht erst Ende März, wie im Zuge der Energiesparmaßnahmen zunächst beschlossen worden war.

Allen Ausschussmitgliedern sei es wichtig, dass wieder Schwimmkurse stattfinden könnten und Kinder und Erwachsene schwimmen könnten, ohne blaue Lippen zu bekommen, so der Bürgermeister. Deshalb werde nun schon früher am Thermostat gedreht.

Feddermann: Damit wird Bad auch für Gesundheitssport wieder attraktiver

Die Temperatur im Aktivbecken soll wieder auf 30 Grad steigen, die Temperatur im Schwimmerbecken auf 28 Grad. Wie Gerhard Boekhoff vom städtischen Gebäudemanagement den ON vor einigen Tagen sagte, kann diese Temperaturerhöhung binnen wenigen Tagen passieren. Damit verbessere sich auch das Angebot für Nutzer, die aus gesundheitlichen Gründen ins „De Baalje“ kämen und dann immerhin wieder 30 Grad warmes Wasser vorfänden, so Feddermann.

Wie es mit den Solebecken mittelfristig weitergeht und auf welche Temperatur die Schwimmerbecken im Außenbereich im Sommer gebracht werden, werde in einiger Zeit Thema werden, sagte der Bürgermeister. Die Freibadsaison sei noch eine Weile hin. Und über die Zukunft der Solebecken wolle er derzeit noch keine Aussage machen. Bei den derzeitigen Temperaturen würde dort sehr viel Energie verloren gehen. Im Sommer sehe das Verhältnis günstiger aus.

Sparmaßnahmen reduzierten Energieverbrauch deutlich

Doch auch dann ist das Bad ein starker Energieverbraucher. Allein im August 2021 lag der Gasverbrauch beispielsweise bei rund 725.000 Kilowattstunden. Durch die Energiesparmaßnahmen seit August 2022 konnte der Verbrauch in den Monaten August, September und Oktober mehr als halbiert werden. Im November und Dezember war die Einsparung durch die Temperaturabsenkung nicht ganz so stark, betrug aber immerhin noch insgesamt rund 570.000 Kilowattstunden.

Horst Feddermann hatte die Kostenexplosion in der Haushaltsdebatte schon thematisiert. Kurz zusammengefasst: Ursprünglich lag das jährliche Defizit des Bades bei 2,1 Millionen Euro. Durch die Energiesparmaßnahmen konnte es bei nun gut 3 Millionen Euro gehalten werden. Ohne die Sparmaßnahmen wäre es auf knapp 4 Millionen Euro gestiegen.

Rund die Hälfte des Energieverbrauchs fällt nicht unter den Gaspreisdeckel

Die Verwaltung hat nun die Zahlen zusammengestellt, wie sich die Kosten mit dem neuen Energieliefervertrag und dem Gaspreisdeckel entwickeln. Da der Vergleichswert für den Gaspreisdeckel in der Phase liegt, als der Betrieb im „De Baalje“ coronabedingt eingeschränkt war, muss rund die Hälfte der Gasmenge zum Vertragspreis bezogen werden. Nimmt man den Gasverbrauch für das ganze Bad, inklusive Solebecken, müsste die Stadt alleine für die Energie gut 1,4 Millionen Euro zahlen.

Die jetzt beschlossene Anhebung der Temperatur im Aktivbecken und im Schwimmerbecken wird voraussichtlich mit 185.000 Euro zu Buche schlagen.

Die Stadt prüft laut Feddermann, ob Energie kostengünstiger bezogen werden kann. Dabei werden auch alte Pläne wieder hervorgeholt, das „De Baalje“ mit der Fernwärme der Molkerei Rücker zu beheizen. Dies sei jedoch ein sehr komplexes Thema.

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