Politik berät erneut Hängepartie an der Osterstraße in Aurich
Die Stadt will die bisherigen „planerischen Zielsetzungen“ für das Parkhausgrundstück noch einmal überdenken – und wohl auch ein Bekenntnis des Investors erreichen.
Aurich - Keinen schönen Anblick bietet seit einiger Zeit die Osterstraße in Aurich. Obwohl sich die Sanierung der Fußgängerzone dem Ende zuneigt, wirkt die Straße in ihrem östlichen Abschnitt wie eine große Baustelle. Die Gebäude hinter dem Eckhaus, in das die Kunstschule und das Mach-Mit-Museum einziehen sollen, ist seit Monaten abgerissen. In diesem Bereich soll eigentlich ein neues Parkhaus entstehen.
Lösung für Auricher Osterstraße gesucht
Lösung für Auricher Osterstraße gesucht
Wohnungen statt Parkhaus am Auricher Georgswall
Doch derzeit sieht es so aus, dass weder der Investor, auf den die Wahl der Stadt gefallen war, noch die Verwaltung selbst das Parkhaus noch will. Das geht aus Beschlussvorlagen hervor, die am Mittwoch im Bauausschuss beraten werden. Und da sich bislang auch beim Verkauf der anderen Flächen nichts tut, beginnt die Stadt, über die Zukunft des Interessenbekundungsverfahrens nachzudenken.
Lücken sind zu sehen – aber keine Lösung
Die Osterstraße ist seit Jahren gebeutelt. Vor einigen Jahren erlebte die Straße mit einigen kleinen inhabergeführten Läden einen kleinen Boom – gerade bei Gästen von außerhalb. Doch dann kamen Corona, die Fußgängerzonensanierung und der geplante Abriss der Häuser am Ende der Straße. Etliche Geschäfte sind wegen der anstehenden Bauarbeiten abgewandert, wie Zoo Meyer und Jamesson’s Pub. Etliche der leer stehenden Gebäude werden inzwischen vom Auricher Verein Zwischenraum für Kunstprojekte genutzt.
Mehrere andere Läden machten zu. Zuletzt wurde bekannt, dass auch der Hundeausstatter Schecker die Osterstraße verlässt. Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß will sich deshalb nun offenbar vor die Lage arbeiten. Seit gut einem Jahr ist sie im Amt, hat die Diskussion um das Interessenbekundungsverfahren und das Parkhaus nicht mitgemacht. „Ich sehe nur, dass dort bislang noch nichts passiert ist, und habe gefragt, woran das liegt“, sagte sie auf ON-Nachfrage. Es müsse das Ziel sein, die Lücken, die sich aus ihrer Sicht negativ auf die ganze Straße auswirken, möglichst schnell zu schließen.
Verkauf noch in der Schwebe
Bislang sei der Verkauf der Grundstücke an die Firma E. und L. Gerstmeier noch nicht vollzogen, sagte Busch-Maaß. Aber es sei bisher auch nicht die Rede davon, dass die Investoren sich aus dem gesamten Projekt zurückziehen wollten. „Aber wir wollen nun als Stadt noch einmal die Frage in den Raum werfen: Wie gehen wir mit dem Eckgrundstück um, soll da ein Parkhaus drauf oder nicht? Was ist die planerische Zielsetzung für diesen Bereich?“, sagte die Stadtbaurätin.
Sollte sich die Politik nun gegen ein Parkhaus entscheiden, soll der Bebauungsplan geändert werden in Richtung Wohnnutzung. Der Ortsrat Kernstadt hat sich im Dezember schon für diese Lösung ausgesprochen. Das hätte natürlich Auswirkungen auf die Zahl der öffentlichen Stellplätze in dem Bereich.
Nach B-Plan käme neues Interessenbekundungsverfahren
Im Interessenbekundungsverfahren wurde damals eine Bebauungspflicht binnen drei Jahren nach dem Abschluss des Kaufvertrages verankert, heißt es in der Vorlage: „Die Verwaltung schlägt daher vor, ein erneutes Interessenbekundungsverfahren über die Grundstücke durchzuführen, über die keine Einigung über die Verkaufsmodalitäten mit dem Investor erzielt werden kann.“ Damit macht die Stadt wohl auch ihren Wunsch deutlich, dass der Investor nach zwei Jahren Farbe bekennt.
Eines steht aber im Raum: Gibt es tatsächlich einen neuen B-Plan und sollte beim Verkauf der Immobilien an der Osterstraße doch noch etwas schief gehen, wird sich die Lösung noch hinziehen. Nach dem B-Plan müsste ein neues Interessenbekundungsverfahren angestoßen werden. Zwei Verfahren, die Zeit und Geld kosten.