Kitaplätze in Südbrookmerland Nächstes Krippen-Provisorium geplant
30 neue Krippenplätze sollen noch in diesem Jahr in Südbrookmerland entstehen. Dabei wird erneut auf Container gesetzt. Die Erfahrungen damit sind allerdings durchwachsen.
Südbrookmerland - Zwei neue Krippengruppen sollen mehr oder weniger im Eiltempo in Südbrookmerland entstehen und schon zum kommenden Kita-Jahr in Betrieb gehen. Im Bauausschuss wurden am Donnerstag die Pläne dafür vorgestellt. Damit soll dem chronischen Mangel an Betreuungsplätzen in der Gemeinde entgegengewirkt werden. Nach der DRK-Kita in Moordorf und der Krippe „Lütje Nüst“ soll in Neu-Ekels zum dritten Mal eine „Containerkrippe“ entstehen. Die Erfahrungen in Moordorf sind grundsätzlich gut – aber es gibt auch Kritikpunkte. Auf dem Schulhof der früheren Grundschule Neu-Ekels soll laut derzeitigem Planungsstand eine etwa 320 Quadratmeter große Containeranlage entstehen. Ein Provisorium, das so lange genutzt wird, bis im hinteren Bereich des Schulgeländes ein Neubau für insgesamt fünf Kitagruppen fertiggestellt ist.
Aktuell befinde man sich in der Genehmigungsplanung, so Antje Borchert. Die Architektin der Gemeindeverwaltung ist sowohl für die Planung der provisorischen Krippe als auch für den Neubau zuständig. Grundsätzlich gehe es ihr darum, möglichst viel von den gewachsenen Strukturen des ehemaligen Schulhofs zu erhalten. Ganz ohne das Fällen von Bäumen werde es aber nicht gehen, sagte sie. Einige Bäume müssten demnächst gefällt werden.
Entstehen sollen in dem Provisorium zwei Gruppenräume sowie die dazugehörigen Ruhe-, Sanitär- und Funktionsräume. Die Planungen für Containeranlage und Neubau laufen parallel, wenngleich laut Bürgermeister Thomas Erdwiens nun zunächst das Provisorium Vorrang hat. Schließlich soll die Einrichtung schon zum kommenden Kitajahr, das im August beginnt, in Betrieb gehen. Träger soll das Deutsche Rote Kreuz (DRK) werden. Hintergrund: Der geplante Neubau, in den die Krippe nach Fertigstellung einziehen soll, wird voraussichtlich ebenfalls vom DRK betrieben.
Manche Eltern waren anfangs skeptisch
Die Wahl fiel auf diesen Träger, weil dem Beschluss zum Neubau ein Kompromiss vorausgegangen war. Verwaltung und Teile der Politik gehen nämlich davon aus, dass der Bedarf an Betreuungsplätzen in den nächsten Jahren zurückgeht. Sollte das tatsächlich der Fall sein, soll die DRK-Kita in Theene mittelfristig geschlossen und durch den Neubau in Neu-Ekels ersetzt werden.
Ein Vorbild für die neue provisorische Krippe könnte die Krippe des Moordorfer DRK-Kindergartens sein. Dort wurden im September 2019 mehrere Container aufgestellt und 30 neue Krippenplätze geschaffen. Die Erfahrungen sind laut Einrichtungsleiter Hermann Peters, der auch für die SPD im Gemeinderat sitzt, gut. „Man kann da gut drin arbeiten“, sagte er den ON auf Anfrage. Anfangs habe es unter vielen Eltern noch Skepsis gegeben. Die sei aber mit der Zeit gewichen. Allerdings hofft er, das Fehler aus der Vergangenheit nun nicht wiederholt werden. Gemietet worden seien die Container von einer Firma aus Hessen. Das Problem: Ist etwas kaputt, dauert es häufig, bis die Probleme behoben sind. „Das wäre bei einer Firma vor Ort sicher einfacher.“
Manchmal gibt es Schwierigkeiten
Darüber hinaus hätten die Container ihre Lebensdauer mittlerweile überschritten. Dort, wo zwei Container aneinandergrenzen, laufe immer wieder Wasser in die Innenräume. Und auch die Heizung sei schon mehrfach ausgefallen. „Das sind Verschleißerscheinungen“, sagt Peters. Eigentlich seien die Container für maximal drei Jahre ausgelegt gewesen. Die seien aber längst überschritten. Für das Provisorium in Moordorf ist mittlerweile ein Ende in Sicht. Im Mai soll die Krippe in die dann umgebaute ehemalige Haupt- und Realschule ziehen. In Neu-Ekels beginnt ein neues Provisorium.
Die Unterbringung von zwei zusätzlichen Krippengruppen wurde der Gemeinde in der Vergangenheit durch die Fortschreibung der Kindertagesstättenbedarfsplanung ins Aufgabenheft geschrieben. Jahr für Jahr gehen in Südbrookmerland Familien bei der Vergabe von Krippen- oder Kindergartenplätzen leer aus. Seit einigen Jahren wird das Platzangebot sukzessive ausgebaut. So wird aktuell beispielsweise der Kindergarten „Moordörper Nüst“ erweitert. Auch dort stehen deshalb Container für die Krippenkinder. Die Moordorfer Haupt- und Realschule wird zu einer Kita für bis zu acht Gruppen umgebaut. Und mit den Planungen für einen fünfzügigen Neubau kommen in Neu-Ekels weitere Plätze hinzu.
Dass sich das Thema Kita-Plätze in der Gemeinde danach erledigt hat, glaubt in der Politik jedoch kaum jemand. Denn auch bei den bestehenden Einrichtungen dürfte es mittelfristig Handlungsbedarf geben. So befinden sich beispielsweise der Kindergarten Bienenkorb in Ostvictorbur und der Kinderspielkreis in Moorhusen in Gebäuden, die mittlerweile ebenfalls in die Jahre gekommen sind. Da dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis die Gemeinde Geld in die Hand nehmen und die Häuser auf einen aktuellen Stand bringen muss. Das ist allerdings noch Zukunftsmusik.