Weitere Person in Untersuchungshaft  Wiesmoorer Drogenplantage – Verdächtiger wurde ausgeliefert

| | 22.01.2023 15:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Diese Plantage mit mehr als 400 Cannabispflanzen entdeckte die Polizei Ende Mai eher durch Zufall. Foto: Polizei
Diese Plantage mit mehr als 400 Cannabispflanzen entdeckte die Polizei Ende Mai eher durch Zufall. Foto: Polizei
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Es wird aller Voraussicht ein weiteres Verfahren zum Drogenanbau geben. Nun ist ein Mann nach Deutschland ausgeliefert und in U-Haft genommen worden. Er hatte mutmaßlich mit Verpackung zu tun.

Aurich - Vor Gericht wird es noch mehrfach um den Drogenanbau- und handel in einem Wiesmoorer Autohaus und Bauernhaus sowie die mutmaßlichen Betrügereien des Firmengeflechts des ehemaligen Wiesmoorer Bürgermeisterkandidaten Christian Rademacher-Jelten gehen. Unter anderem, wenn die Staatsanwaltschaft Oldenburg Anklage wegen Corona-Hilfenbetrugs erhebt.

Derzeit geht es vor dem Auricher Landgericht ausschließlich um die Drogenplantage. Zwei Männer wurden bereits zu Haftstrafen verurteilt, einer freigesprochen. Ein Verfahren wurde von den Ermittlern frühzeitig abgespalten. Auf den Paketen mit Marihuana, die in dem Bauernhaus – Eigner war Rademacher-Jelten – gefunden wurden, befanden sich Spuren von drei Männern. Diese Männer sollen gesondert verfolgt werden.

Verteidiger stellen neue Beweisanträge

Wie Anfang der Woche im Prozess gegen Rademacher-Jelten und den mutmaßlichen Organisator des Drogenhandels vom Vorsitzenden Richter Björn Raap erwähnt, ist einer der gesuchten Männer nach Deutschland ausgeliefert worden und in Untersuchungshaft.

Wann der laufende Prozess gegen den 57-jährigen Wiesmoorer und seinen mutmaßlichen 32-jährigen Kompagnon endet, ist noch offen. Die 1. Große Strafkammer am Auricher Landgericht ist der Auffassung, die Beweisaufnahme schließen zu können – die Verteidiger sehen das anders. Erneut ging es nun um die Auswertung der kompletten Telefonüberwachung, die im Rahmen der Ermittlungen wegen Corona-Hilfenbetrug aufgezeichnet wurde.

Weiterhin werden Zeugen und Gutachten verlangt

Während der Überwachung ahnten die Ermittler noch nichts von der Drogenplantage im ehemaligen Autohaus Südema. Sie wurde erst im Laufe der Durchsuchungen entdeckt. Gleichwohl gibt es in den Aufzeichnungen einige Hinweise, die auch für das Verfahren zur Drogenplantage wichtig sind. Die Verteidiger möchten Zugang zu den vollständigen Unterlagen.

Das Gericht hatte dies Ansinnen schon Anfang Januar zurückgewiesen. Doch die Verteidiger ließen nicht locker. Ohne Kenntnis der Akten könnten sie nicht wissen, ob alle Hinweise ordnungsgemäß ausgewertet wurden, so der Tenor. „Wir haben die Polizei alle Steine umdrehen lassen und die Steine, unter denen etwas gefunden wurde, zu den Akten genommen“, so Raap.

Auch über die Begutachtung eines Wasserschadens sind Verteidiger und Gericht uneins. Während das Gericht davon ausgeht, dass eine von Rademacher-Jelten organisierte Pumpe zur Bewässerung der Cannabisplantage eingesetzt war, beharren seine Verteidiger darauf, dass sie zur Beseitigung eines Wasserschadens angeschafft wurde. Sie verlangen ein Gutachten. Zudem soll ein Zeuge bestätigen, dass Rademacher-Jelten ihm einen Teil des Autohauses im Frühsommer zur Miete angeboten habe – für die Verteidiger ein Beweis, dass ihr Mandant nicht von der Plantage gewusst haben kann, weil er dies sonst nicht riskiert hätte.

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