Unterkünfte gesucht Gemeinde bietet Moordorfer Schützenplatz für Flüchtlingsdorf an
Auf dem Moordorfer Schützenplatz und anderen Flächen in Südbrookmerland könnten kleine Containerdörfer für Geflüchtete entstehen. Klar ist nun auch, wie viele Geflüchtete die Gemeinde aufnehmen muss.
Moordorf - Ein kleines Containerdorf für Flüchtlinge könnte demnächst auf dem Schützenplatz in Moordorf entstehen. Das sagten Bürgermeister Thomas Erdwiens und Fachbereichsleiter Joachim Betten am Freitag bei einem Pressegespräch. Unter anderem diese Fläche habe man dem Landkreis Aurich angeboten, so der Verwaltungschef. Bekannt wurde in dem Gespräch auch, wie viele ukrainische Geflüchtete die Gemeinde nach derzeitigem Stand aufnehmen muss und wie viele bereits dort leben.
Zuletzt ist die Zahl der gemeldeten ukrainischen Geflüchteten in der Gemeinde Südbrookmerland etwas zurückgegangen. Joachim Betten sprach am Freitag von 157 Menschen, die nach der Flucht in Südbrookmerland untergekommen seien. Zeitweise seien es fast 200 gewesen.
Gemeindegröße für Aufnahme entscheidend
Fachleute weisen aber immer wieder darauf hin, dass die tatsächliche Zahl höher liegen könnte, da die Geflüchteten nicht verpflichtet sein, sich sofort bei den Behörden zu melden. So sei beispielsweise davon auszugehen, dass Menschen beispielsweise bei Freunden oder Familienangehörigen untergekommen sind, ohne dies den Behörden gleich mitzuteilen.
Die Gemeindeverwaltung geht indes davon aus, dass in den kommenden Wochen und Monaten weitere Geflüchtete aufgenommen werden müssen. Fertige Unterkünfte habe man jedoch nicht, so Thomas Erdwiens. Die ehemalige Waldorfschule in Moordorf, die 2015 zur Unterbringung von Geflüchteten an den Landkreis vermietet wurde, steht nicht mehr zur Verfügung. Das Gebäude wurde an einen Investor verkauft, der dort Pflegeunterkünfte plant. Auch andere Wohnungen stünden derzeit nicht zur Verfügung. Drei ihrer eigenen Wohnungen hat die Gemeinde derzeit an Menschen vergeben, die beispielsweise aufgrund von Zwangsräumungen sonst obdachlos wären.
Bürgermeister spricht von Befindlichkeiten
Laut Erdwiens müsse die Gemeinde aber bis zu 475 Geflüchtete aufnehmen. Diese Zahl ergebe sich aus der Größe, beziehungsweise der Einwohnerzahl der Gemeinde. Damit all diese Menschen untergebracht werden können, befinde man sich in Gesprächen mit der Gemeinde. „Wir wollen keine Zentren schaffen“, so Erdwiens. Ein großes Containerdorf, beispielsweise auf einem Sportplatz oder einer anderen große Freifläche, soll es also nicht geben. Die Unterbringung Geflüchteter in Turnhallen sei ebenfalls nicht vorgesehen. Aus diesem Grund hat die Gemeindeverwaltung mehrere kleinere Flächen ausfindig gemacht und dem Landkreis angeboten. Dabei handele es sich zum Teil um gemeindeeigene Flächen, zu einem anderen Teil um Flächen in Privatbesitz.
Auf Nachfrage nannte Joachim Betten beispielsweise den sogenannten Schützenplatz in Moordorf. Angrenzend daran befindet sich die Bushaltestelle „Ringstraße“, weshalb die Fläche landläufig auch als „Busbahnhof“ bezeichnet wird. Das Gelände ist in Gemeindebesitz, der Schützenverein hat laut Erdwiens grundsätzlich das Recht, dort jährlich ein Schützenfest zu veranstalten. Dieses habe dort aber seit einigen Jahren nicht mehr stattgefunden. Stattdessen werde im Schützenhaus gefeiert. Ob der Landkreis diese Fläche tatsächlich nutzen wird, ist noch nicht bekannt. Ebenfalls unklar ist, welche weiteren Flächen man der Kreisverwaltung angeboten hat.
Mit Blick auf Privatflächen sprach Erdwiens am Freitag von „Befindlichkeiten“ mancher Eigentümer, auf die man Rücksicht nehmen müsse. Gespräche gestalteten sich manchmal schwierig. Ins Detail ging Erdwiens dabei nicht.