Geflüchtete im Kreis Aurich Unterkunft auf Kasernengelände soll bald fertig sein
Die Arbeiten am Divisionsgebäude in Aurich sollen Ende Januar abgeschlossen sein. Zunächst steht aber nur die Hälfte der Plätze zur Verfügung. An weiteren Unterkünften arbeitet der Kreis bereits.
Aurich - Ab Ende Januar sollen die Hälfte Räumlichkeiten für Geflüchtete im Divisionsgebäude 14 fertig sein. Demnach könnten 150 von 300 Plätzen belegt werden. Das teilt Kreissprecher Rainer Müller-Gummels mit. Auch an anderer Stelle geht es langsam voran. Der Kreis rechnet damit, dass die benötigten Container für das geplante Containerdorf auf dem Kasernengelände noch im Januar geliefert werden. Einziehen könnten die ersten Personen dann Ende Februar.
Der Landkreis Aurich arbeitet unter Hochdruck daran, Plätze für die geflüchteten Menschen zu schaffen. Aktuell leben im Kreis 3177 Geflüchtete, die meisten von ihnen (2259) stammen aus der Ukraine. Jedoch verweist Müller-Gummels darauf, dass nicht jeder ukrainische Kriegsflüchtling auch die ukrainische Staatsangehörigkeit hat. Es folgen Afghanistan (222), Syrien (190) und Türkei (122). Unter den Herkunftsländern der Geflüchteten sind darüber hinaus noch unter anderem China, Georgien, Irak, Iran, Marokko, Nigeria, Russland, Serbien und Vietnam. Bei elf Personen ist die Herkunft laut Müller-Gummels ungeklärt.
Kreis nahm im Durchschnitt 36 Menschen pro Woche auf
Bis Ende März muss der Kreis noch gut 1800 Geflüchtete aufnehmen. Das ist eine Zuteilungsquote der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen. So würden insgesamt etwa 5000 Geflüchtete im Landkreis Aurich eine Unterkunft finden. Demnach muss der Kreis wöchentlich 70 bis 75 Personen aufnehmen. In der Realität sieht es jedoch anders aus. Seit dem 1. Oktober erreichen uns laut Müller-Gummels wöchentlich durchschnittlich 36 Geflüchtete.
Die Verteilungsquote besteht nach Kreisangaben bereits seit August 2021. Demnach musste der Kreis bis zum 30. September 2022 3155 Menschen aufnehmen – also in 14 Monaten. Dann zog die Landesaufnahmebehörde die Quote jedoch an. Somit muss der Kreis vom 1. Oktober 2022 bis Ende März dieses Jahres weitere 1731 Menschen eine Unterkunft bieten.
Weitere Containerdörfer geplant
Der Kreis muss weitere Plätze schaffen. Die Planungen dafür laufen bereits. Auf dem Kasernengelände soll ein Containerdorf entstehen mit 45 Plätzen. Ende Februar plant die Verwaltung mit dem Einzug der ersten Geflüchteten. Bereits fertiggestellt ist die Turnhalle auf dem Kasernengelände. Bei einer Begehung Ende November ließ die Kreisverwaltung die ON einen Blick hineinwerfen. Dort sind 15 Wohneinheiten mit jeweils fünf Betten entstanden, also insgesamt 75 Plätze. Noch sind dort aber keine Geflüchteten eingezogen, teilte Müller-Gummels mit.
Geplant ist zudem die Fertigstellung des „H-Gebäudes“ auf dem Kasernengelände Ende August dieses Jahres. Dort könnten etwa 300 Einzelreisende Platz finden, so Müller-Gummels. Bei der Unterbringung von Familien sehen Behörden oft davon ab, alle Plätze auszunutzen – da man einer vierköpfigen Familie in einem Zimmer mit fünf Betten etwas Privatsphäre bieten möchte.
Noch freie Plätze bei dezentralem Wohnraum
Weiterhin unklar ist, wo ein weiteres Containerdorf entstehen soll. Dass es kommen soll, steht bereits fest. Die Kreisverwaltung rechnet damit, dort 45 Menschen unterbringen zu können. Noch läuft allerdings die Suche nach einem geeigneten Standort, so Müller-Gummels. Darüber hinaus befinden sich 100 Container in der Preisabfrage. Damit könne man 90 Plätze schaffen, teilt der Kreissprecher mit. Jedoch sind die Bestellung und der Standort noch offen.
Auch an der Vermittlung von dezentralem Wohnraum arbeitet der Kreis. So konnten laut Müller-Gummels bereits 1033 Menschen in Wohnungen vermittelt werden. Aktuell gibt es 190 freie Plätze. 65 weitere befinden sich noch in der Herrichtung.
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