Tierschutz in Leezdorf Neun Katzen vermittelt – die anderen suchen noch ein Heim
Die ersten der 27 Leezdorfer Katzen sind untergebracht. Für die anderen sucht ein Norder Verein ein neues Zuhause. Bevor die Katzen umziehen können, gibt es eine letzte Hürde.
Leezdorf - Seit einigen Wochen kümmern sich Mitglieder des Vereins Aktive Tierfreunde in Norden um streunende Katzen in Leezdorf. In einem Schuppen auf einem verlassenen Grundstück lebten neun Katzen, die zunächst gefüttert, später auch eingefangen, kastriert, versorgt und wieder freigelassen wurden.
Nun gibt es einen Erfolg: Alle Tiere konnten laut Angelika Tammen, die die Katzen im Wechsel mit zwei anderen Tierfreunden versorgt hat, vermittelt werden. Drei der Katzen waren schon kurz vor Weihnachten als Hofkatzen auf ein großes Grundstück in Großheide umgezogen.
Neues Heim auf Hof mit Pferden
Nun haben sich laut Tammen Interessenten aus Wirdum und Fehnhusen gemeldet. In beiden Fällen gehe es um einen Hof mit Pferden. Die Katzen seien nun mal nicht an das Leben in einer Wohnung und mit engem Menschenkontakt gewöhnt, sondern scheu und in einem Stall gut aufgehoben.
Bis die Tiere in ihr neues Zuhause kommen, war und ist aber noch einiges zu tun. Kurz vor dem Jahreswechsel riss der starke Wind zunächst Seitenwände und Platten von dem baufälligen Schuppen ab. Eine der Tierfreundinnen habe mit ihrem Mann die Platten teils von der Straße holen müssen und dann alles notdürftig befestigt, damit die Teile nicht wieder wegfliegen, so Tammen. Es sei klar gewesen: Die Katzen müssen hier so schnell wie möglich weg.
Schwieriges Einfangen
Umso froher sei sie, dass sich zwei Stellen gemeldet hätten. Am Donnerstag war Tammen bereits mit Lebendfallen und Handschuhen bewehrt vor Ort. Die meisten der Katzen sind schon einmal in die Lebendfalle geraten und wurden dann kastriert. Entsprechend groß ist nun die Skepsis. Die Tierschützer hätten es dennoch geschafft, zwei Katzen beim Fressen einzufangen, so Tammen. Sie waren schon kastriert und konnten direkt in ihre neue Heimat nach Wirdum gebracht werden. „Die haben ihr neues Zuhause schon gleich inspiziert.“
Nun gilt es, die noch verbliebenen vier Katzen einzufangen und die Nachbarskatze, die sich gerne mit auf dem Grundstück aufhält, dort zu lassen. Tammen plant Zeit für diese Aktion ein. Am Donnerstag seien die Tiere schon vorsichtig gewesen. Nun müssten ein paar Tage ins Land gehen. Am Montag soll der nächste Versuch gemacht werden.
Verein zufrieden mit neuen Besitzern
Zwei Katzen müssen noch kastriert werden, bevor sie nach Fehnhusen umziehen. „Unkastriert geben wir auch Hofkatzen nicht ab“, so die Tierschützerin. Erholen können sie sich in der Pflegestelle bei ihr im Haus. Dass bald wieder die Paarungszeit für Katzen beginnt, ist für Tammen ein weiterer Grund, die Tiere möglichst schnell von dem Leezdorfer Hof zu holen.
Die Fehnhuser Familie nimmt alle vier verbliebenen Streuner auf. Tammen ist mit allen drei Angeboten sehr zufrieden: Großheide, Wirdum und Fehnhusen. „Das sind ganz tolle Höfe, ganz nette Leute, da können die Katzen es schön haben und alt werden.“
Suche nach Höfen für verbliebene Mäusefänger
Nun geht es für die Tierfreunde noch um 18 wildlebende Katzen, die bisher von einem Leezdorfer Ehepaar betreut wurden. Nach dem Tod des Mannes wird der Ehefrau die Arbeit allerdings zu viel. Zwei der Katzen nehmen die Aktiven Tierfreunde in ihrem Futterlager als Mäusefänger selbst auf. Für 16 weitere Tiere werden Höfe gesucht, wo sie ein Dach über dem Kopf haben und versorgt werden. Schmusekatzen entwickeln sich aus diesen Tieren wohl nicht mehr. Laut Tammen sind die Katzen etwa drei Jahre alt, einige wohl auch etwas älter.
Wer eine Katze aufnehmen will, um die sich die Aktiven Tierfreunde derzeit noch kümmern, kann die Tiere freitags in der Zeit von 15 bis 17 Uhr in der Katzenstation Großheide-Westerende an der Westerender Straße 32 kennenlernen.
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