Neues Konzept für Jugendpflege  Gemeinde holt sich professionelle Hilfe

| | 02.01.2023 17:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Zukunft der Südbrookmerlander Jugendpflege ist immer wieder Thema in der Politik. Foto: Holger Janssen
Die Zukunft der Südbrookmerlander Jugendpflege ist immer wieder Thema in der Politik. Foto: Holger Janssen
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Die Jugendpflege in Südbrookmerland soll ein neues Konzept bekommen. Dafür holt sich die Gemeinde nun professionelle Hilfe einer Einrichtung aus Großefehn.

Südbrookmaerland - Wie geht es weiter mit der Jugendpflege in Südbrookmerland. Seit vielen Jahren gehen die Interessen von Politik, Verwaltung, Teilen der Bevölkerung und Jugendpfleger Karl Echterhof teils weit auseinander. Die einen sehen die Arbeit der Jugendpflege vor allem im Moordorfer Jugendhaus, andere würden eher einen sogenannten Streetworker bevorzugen. Und wieder andere sind der Meinung, dass ein Jugendtreff für die Flächengemeinde Südbrookmerland nicht ausreicht. Damit künftig möglichst alle Beteiligten an einem Strang ziehen, holt sich die Gemeinde nun professionelle Hilfe.

Es ist schon einige Monate her, da berichtete Jugendausschussvorsitzender Berthold Lübben von einem Gespräch über das Konzept der Jugendpflege in Löningen. Die Stadt im Oldenburger Münsterland hat die in Großefehn ansässige Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Leinerstift mit der Jugendpflege beauftragt. Das Konzept dort gehe auf und lasse sich möglicherweise in Teilen auch auf die Gemeinde Südbrookmerland übertragen. Zwei Vertreter des Leinerstifts stellten eben jenes Konzept kürzlich der Südbrookmerlander Politik vor. Über allem stehe in Löningen der Austausch mit den Jugendlichen, also mit denen, die es betrifft. Bei ihnen würden Bedarfe abgefragt. So könnten sich Erwachsene viele Gedanken darüber machen, was sie Kindern und Jugendlichen in einer Gemeinde bieten müssten. Am besten wüssten das aber die Jugendlichen selbst.

Jugendpfleger moniert Probleme mit Schule

Darüber hinaus sei ein enges Netzwerk zwischen Jugendpflege, Vereinen und Schulen wichtig. Bei Letzteren gibt es laut dem Südbrookmerlander Jugendpfleger Karl Echterhof jedoch Probleme. So gestatte ihm die Schulleitung der IGS Marienhafe-Moorhusen nicht, Jugendliche auf dem Schulhof anzusprechen und beispielsweise für das Jugendhaus zu werben.

In Teilen der Südbrookmerlander Politik und der Bevölkerung wird immer wieder gefordert, dass die Jugendpflege bestimmte Treffpunkte anfahren und dort präventiv gegen Sachbeschädigungen, Ruhestörungen und Vermüllung vorgehen soll. Vom Jugendpfleger heißt es jedoch immer wieder, dass er dies nicht in der gewünschten Form leisten könne. In Löningen hingegen scheint dies, trotz ähnlicher Personaldecke, zu funktionieren. Als auffällig gemeldete Treffpunkte würden aufgesucht.

Entscheidung über Streetworker vertagt

Die Mitglieder des Südbrookmerlander Jugendausschusses schienen vom Löninger Konzept durchaus angetan. Sie wollten von den Vertretern des Leinserstiftes wissen, ob und wie diese die Gemeinde beim Aufbau eines ähnlichen Konzeptes unterstützen könnten. Das Ergebnis: Das Leinerstift könnte bei der Erstellung beratend tätig werden und auch bei der Fortbildung der Beteiligten in Südbrookmerland helfen. Demnächst soll der Gemeinde dafür ein Angebot unterbreitet werden. Je nach Kostenrahmen könnte das Projelt dann zeitnah in Angriff genommen werden.

Die von SPD/Linke beantragte Einstellung eines Streetworkers wurde somit vertagt. Bevor über den Antrag entschieden wird, sollen die weiteren Gespräche mit dem Leinerstift abgewartet werden. Die Hoffnung: Wird die Jugendpflege in Südbrookmerland so umgestaltet, dass Treffpunkte, an denen es Probleme gibt, vom Jugendpfleger aufgesucht werden können, dürfte die Einstellung eines eigenen Sozialarbeiters überflüssig werden.

Ergebnisse aus den Gesprächen mit dem Leinerstift sollen laut Bürgermeister Thomas Erdwiens in einer der nächsten Sitzungen des Jugendausschusses präsentiert werden.

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