Steigende Baupreise  Gemeinde wegen Kitas in der Kostenfalle

| | 28.12.2022 18:46 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Gelände der ehemaligen Haupt- und Realschule in Moordorf ist derzeit eine große Baustelle. Foto: Holger Janssen
Das Gelände der ehemaligen Haupt- und Realschule in Moordorf ist derzeit eine große Baustelle. Foto: Holger Janssen
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Die Preise für Kita-Bauten in Südbrookmerland steigen immer weiter – einen Verzicht auf die Projekte kann sich die Gemeinde allerdings auch nicht leisten. Eine Übersicht

Südbrookmerland - Kaum etwas, das derzeit nicht teurer wird als ursprünglich geplant: Die Kostensteigerungen, unter anderem beeinflusst von Corona, dem Krieg in der Ukraine und der damit verbundenen Energiekrise, machen auch vor den Kita-Bauprojekten der Gemeinde Südbrookmerland nicht Halt. Vor allem ein derzeit laufendes Umbauprojekt fällt dabei auf.

Rund 2,7 Millionen Euro sollte der Umbau eines Teils der ehemaligen Haupt- und Realschule in Moordorf nach der ursprünglichen Planung kosten. Dass dieses Ziel nicht zu halten sein würde, hatte sich, wie seinerzeit berichtet, schon nach Ende der Ausschreibungen gezeigt. Aus den ursprünglichen 2,7 Millionen war ein Betrag jenseits der 4-Millionen-Marke geworden. Nun geht die Gemeindeverwaltung von Kosten in Höhe von 5 Millionen Euro aus. Satte 2,3 Millionen Euro sollen dafür im Haushalt des kommenden Jahres nachfinanziert werden.

Wie berichtet, wird der sogenannte rechte Flügel der Haupt- und Realschule zu einer Kindertagesstätte umgebaut werden. Im kommenden Jahr soll dort zunächst die Krippe der Moordorfer DRK-Kita einziehen. Wann genau das sein wird, ist noch nicht bekannt. Das Ziel, den Krippenkindern einen weiteren Winter im Container-Provisorium zu ersparen, dürfte aber nicht mehr zu erreichen sein. Der ehemalige Schulhof und der Lehrerparkplatz sind derzeit Großbaustellen.

Weitere Projekte sind betroffen

Der ehemalige Schulhof soll bald die Zuwegung zur Kita bilden. Alter Asphalt wurde aufgebrochen. Stattdessen soll es dort grüner und natürlicher werden. Auf dem ehemaligen Lehrerparkplatz soll ein Teil der Kita-Spielgeräte Platz finden. In den Innenräumen konzentrierten sich die Arbeiten zunächst auf den Krippenbereich. Dabei wurden unter anderem mehrere Gruppen-, Wickel- und Ruheräume sowie Sanitäranlagen geschaffen.

Die Kostenexplosion begründet die Gemeindeverwaltung vor allem mit der allgemeinen Baupreissteigerung. Lieferschwierigkeiten, Personalmangel und nicht zuletzt auch die gestiegenen Energiekosten wirken sich auf die Preise des Materials aus.

Betroffen ist davon aber nicht nur der Umbau der Haupt- und Realschule. Auch bei der Erweiterung der Kita „Moordörper Nüst“ in Moordorf geht man von einer erheblichen Steigerung der Kosten aus. Mehr als 370.000 Euro sollen deshalb im kommenden Jahr zusätzlich bereitgestellt werden. Insgesamt würden die Kosten für eine neue Krippengruppe und eine neue Mensa dann rund 1,8 Millionen Euro betragen.

Teilbetrag für Kita-Neubau eingeplant

Ebenfalls soll die Erweiterung der Kita Victorbur deutlich teurer werden. Dort sollen ein Mensabereich und Speiseplätze entstehen. Ursprünglich war man von Kosten in Höhe von 421.500 Euro ausgegangen. Neuer Ansatz: Rund 810.000 Euro. Auch für diesen Preisspung soll im kommenden Jahr Geld bereitgestellt werden.

Dass wegen der gestiegenen Preise an den genannten Maßnahmen gerüttelt wird, ist nicht zu erwarten. Fraglich ist jedoch, wie das beim geplanten Neubau einer Kita an der ehemaligen Grundschule in Neu-Ekels ist. Nach 60.000 Euro im laufenden Jahr plant die Gemeinde 2023 weitere 675.000 Euro ein. Insgesamt wird mit Kosten von rund 6,6 Millionen Euro gerechnet. Einerseits führt für die Gemeinde an der Schaffung neuer Kita-Plätze und dem Ersatz für alte Kita-Gebäude kaum ein Weg vorbei. Andererseits wurde mit der Maßnahme noch nicht begonnen. Ein Aufschub wäre also theoretisch möglich.

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