Weitere Nutztierrisse im Landkreis Aurich  Zahlreiche Schafe und Ziegen getötet

| | 28.12.2022 11:08 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ein Wolf steht in einem Gehege vom Wildpark Neuhaus im Solling. In Deutschland waren vor einem Jahr 157 Wolfsrudel erfasst. Foto: DPA
Ein Wolf steht in einem Gehege vom Wildpark Neuhaus im Solling. In Deutschland waren vor einem Jahr 157 Wolfsrudel erfasst. Foto: DPA
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In den Tagen vor Weihnachten sind von mehreren Stellen südwestlich von Aurich Risse gemeldet worden. Insgesamt geht es um 42 getötete oder verletzte Tiere. In allen vier Fällen steht schon etwas fest.

Aurich - Im Landkreis Aurich und in der Stadt Emden sind in den Tagen vor Weihnachten an mehreren Stellen Tiere angegriffen und getötet worden – wahrscheinlich durch einen oder mehrere Wölfe.

Am 22. Dezember fand ein Schäfer 21 tote und elf verletzte Schafe auf einer Weide südlich von Grimersum (Gemeinde Krummhörn). Am 23. Dezember wurden zwei Ziegen in Wybelsum in Emden entdeckt. Am 24. Dezember folgten dann fünf angegriffene und tote Schafe in Forlitz-Blaukirchen in Südbrookmerland. Zwei weitere Schafe gelten als verschollen. Außerdem sind zwei tote Schafe in Schirumer-Leegmoor in der Liste für den 24. Dezember. Ein Schaf wurde dort verletzt.

Diese Daten sind inzwischen auf den Niedersächsischen Umweltkarten gelistet. Bei allen vier Rissen ist „Wolf“ als Verursacher eingetragen.

Anzahl der beteiligten Wölfe steht nicht fest

„In Krummhörn sind zum derzeitigen Zeitpunkt 21 Tiere zu Tode gekommen und weitere verletzt. Da uns weiterhin noch im Nachgang eingeschläferte Tiere gemeldet werden, kann sich die Gesamtzahl der toten Tiere noch ändern“, teilte Jennifer Kraushaar auf ON-Nachfrage mit. Sie ist Tierärztin bei der für Rissbegutachtungen zuständigen Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Nach Einschätzungen vor Ort sei davon auszugehen, dass der Wolf der Verursacher des Geschehens war. „Wie viele Wölfe mindestens beteiligt waren, kann zu diesem Zeitpunkt nicht gesagt werden“, so Kraushaar. Die genommenen DNA-Proben werden im Labor untersucht.

Am 23. und 24. Dezember sei es zu weiteren Meldungen aus dem Kreis Aurich und der Stadt Emden gekommen, bei denen insgesamt zwölf weitere Tiere zu Schaden gekommen seien, so die Tierärztin weiter. Die Schäden seien vor Ort durch die Förster der Landwirtschaftskammer untersucht und dokumentiert worden. „Die Rissbilder vor Ort deuteten auch hier mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einen Wolf hin“, sagte Kraushaar. DNA-Proben wurden genommen und an den für die Analyse zuständigen Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) gesendet.

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