Teuerung wird zum Problem Katzenhilfe sorgt sich wegen steigender Kosten
Immer mehr Halter haben Probleme, Futter und Tierarzt zu bezahlen. Die Tierfreunde aus Norden fürchten, dass das Problem noch schlimmer wird.
Brookmerland/Norden Sonja Lindemann kann lange von Tieren und Tierhaltern erzählen, die dringend Hilfe brauchen. Das Einsatzgebiet der Aktiven Tierfreunde aus Norden wird immer größer. Lindemann als Vorsitzende sieht das auch mit Sorge. Denn so gerne der Verein und seine ehrenamtlichen Helfer unterstützen: Personell und finanziell sind die Tierfreunde sehr gefordert.
Das Gebiet rund um Norden bis zum Brookmerland versorgen die Aktiven Tierfreunde schon lange. Derzeit kümmern sie sich um die Vermittlung zahlreicher Katzen in Leezdorf.
Einsätze auch schon in Großefehn
Nun fahren sie immer öfter auch nach Aurich. Das hat auch damit zu tun, dass das Auricher Tierheim gut ausgelastet ist und der Verein Auricher Katzenfreunde seit einigen Monaten nicht mehr aktiv ist. Da, wo Not am Tier ist, wird geholfen. „Wir sind jetzt zu den Müllhalden in Hage und in Großefehn gerufen worden und haben dort wilde Katzen eingefangen, die wir vermitteln wollen“, so Lindemann.Lindemann berichtet von immer mehr Tierhaltern, denen die Kosten für Futter und Tierarzt angesichts der allgemeinen Teuerung über den Kopf wachsen. Zuletzt gab es mehrere Fälle, wo Halter ihre Tiere bei einem Umzug zurückgelassen haben. Um einige dieser Fälle haben sich die Aktiven Tierfreunde schon gekümmert – inklusive Strafanzeige, wenn die Tiere in der Wohnung eingesperrt und sich selbst überlassen worden waren.
Seit Jahren gibt es in Norden einmal pro Monat die Tiertafel, wo Menschen, die ihre Bedürftigkeit nachweisen können, sich mit Futterspenden eindecken können. Rund 40 Personen nehmen dies laut Lindemann im Durchschnitt in Anspruch.
Sorge: Steigende Kosten, wachsende Probleme
Am Freitag im Dezember seien aber schon 50 Abholer da gewesen. „Das Tierfutter ist in letzter Zeit deutlich teurer geworden“, so Lindemann. Und auch die Tierarzt-Sätze seien – zu Recht – kürzlich angehoben worden.
„Manche Leute sagen dann ,Wer sich kein Tier leisten kann, soll keins halten‘“, so Lindemann. „Aber viele Leute, bei denen es jetzt knapp wird, haben das Tier schon lange oder brauchen den Freund einfach.“ Die Tierfreunde versuchten zu helfen, damit es den Tieren, aber auch den Menschen dahinter gut geht. Lindemann befürchtet aber, dass angesichts steigender Kosten das Problem in nächste Zeit größer wird – und Tiere abgegeben oder nicht mehr ausreichend versorgt werden.
Praktische Unterstützung durch viele Helfer
Durch die Tier-Tafel hätten die Halter beispielsweise mehr Geld, um ihr Tier bei Bedarf zum Tierarzt bringen zu können. Unterstützung bei der Versorgung leistet der Verein auch. „Wir fahren die Tiere beispielsweise manchmal zur OP, wenn die Halter kein Auto haben, oder nehmen ein Tier zeitweise in Pflege, wenn es beispielsweise krank ist und der Halter sich nicht genug kümmern kann“, berichtet die Vereinschefin.
So hätten Vereinsmitglieder einer Frau aus der Ukraine die Pflege ihres schwerkranken Katers abgenommen, weil diese sich um ihren kranken Sohn kümmern musste. „Wir helfen lieber zeitweise, als dass die Leute ihre Tiere ganz abgeben“, sagt Lindemann.
All das kostet Geld, deshalb sind die Aktiven Tierfreunde (IBAN: DE02 2836 1592 2801 6980 00) über jede Spende froh.