Streunende Katzen in Leezdorf 24 Vierbeiner suchen geduldige Menschen
Die Aktiven Tierfreunde Norden wollen freilebende Katzen aus Leezdorf vermitteln. Dafür tun sie einiges.
Leezdorf/Norden- Alle schwarz, alle inzwischen in gutem Zustand: Das Team des Vereins Aktive Tierfreunde kümmert sich seit November um anfangs zehn Katzen, die auf einem verlassenen Grundstück am Heideweg in Leezdorf aufgefunden wurden. Drei dieser Katzen sind seit Kurzem vermittelt, eine gehört zu Nachbarn.
Zu dritt teilen sich die Vereinsmitglieder die Versorgung der Tiere. Durch diese Pflege sollen die Katzen zum einen keinen Hunger leiden, zum zweiten eingefangen und zum dritten kastriert werden, wie Angelika Tammen berichtet. Sie gehört zum Kümmerer-Team, das auch an den Feiertagen täglich vor Ort war.
Drei Tiere sind schon vermittelt
Laut Tammen sind die Bewohner des Hofes weggezogen und haben die nicht zahmen Katzen, die sie bislang offenbar versorgt hatten, zurückgelassen. Doch rechtlich gesehen sei auch der, der eine Katze nicht anschaffe, aber über längere Zeit versorge, für das Tier verantwortlich, so Tammen.
Ziel der Aktiven Tierfreunde ist es nun, die scheuen Katzen satt zu bekommen, kastrieren zu lassen und möglichst auch in pflegende Hände zu vermitteln. Drei Tiere habe schon eine Familie aus Großheide mit Grundstück in der Natur aufgenommen. „Ein optimaler Ort für Katzen, das ist perfekt“, sagt Tammen.
Streuner werden meist keine Schmusekatzen
Da die Tiere nicht intensiv an Menschen gewöhnt sind, sind sie keine klassischen verschmusten Stubentiger. Die Aktiven Tierfreunde vermitteln Katzen wie diese in geduldige Hände, die den Tieren viel Zeit lassen, sich an sie und vielleicht auch eine Wohnung zu gewöhnen, oder aber als „Hofkatzen“ an Landwirte und in Pferdeställe.
„Wenn jemand die Katzen regelmäßig füttert und einen Schuppen oder so etwas hat, wo die Katzen einen geschützten und etwas ausgekleideten Schlafplatz haben, reicht das völlig“, sagt Tammen. Die Vierbeiner seien das Leben außerhalb des Hauses gewöhnt.
Täglich zum Füttern vor Ort
Tammen und ihre beiden Kolleginnen fahren einmal am Tag zum Hof. Wenn die Katzen dies bemerken, verfolgen sie den Besuch schon mit interessiertem Blick. Anfangs hätten öfter Essensreste aus einer Küche dort gelegen, so die Leezdorferin.
Das sei sicher gut gemeint gewesen, hätte das, was der Verein vorhat, jedoch behindert: Die hungrigen Vierbeiner an die Katzenfreunde zu gewöhnen, damit sie mit etwas Futter in die Falle gehen und sterilisiert werden können.
Spätestens, wenn das charakteristische Geräusch eines Deckels zu hören ist, der von einer Blechdose gerissen wird, ist die volle Aufmerksamkeit der Katzen da.
Drei bis vier, manchmal auch fünf Dosen werden von Tammen auf mehrere Teller verteilt, die dann sorgfältig von Katzenzungen blitzblank geleckt werden. Die Zeit nutzt die Tierfreundin, um die Boxen und Decken zu kontrollieren und mitgebrachtes Wasser in Näpfe zu füllen. Dann gibt es für den Abend noch eine Ration Trockenfutter in den Napf. Die Leezdorferin hat vor einigen Tagen über soziale Medien einen Spendenaufruf gestartet und um Futter, Styroporboxen und Handtücher gebeten. „Ich war sehr gerührt, was da zusammengekommen ist.“
Senioren hat sich um 18 Streuner gekümmert
Die Katzen sehen nach mehreren Wochen der Pflege inzwischen gesund aus und haben ein glänzendes Fell. Vier von den sieben noch verbliebenen Tieren haben zudem ein Zeichen am Schwanz. Bei ihnen ist es schon gelungen, sie einzufangen und beim Tierarzt kastrieren zu lassen. Die Tierfreunde kommen regelmäßig mit einer großen Falle vorbei, um auch noch die letzten Katzen zum Arzt bringen zu können.
Nach dem Besuch auf dem Hof fährt Tammen noch weiter zu einer Leezdorfer Seniorin. Zusammen mit ihrem Mann hat diese sich seit Jahren um streunende Katzen gekümmert. Seit ihr Mann gestorben sei, wachse der Frau die Pflege von 18 Tieren aber über den Kopf, berichtet Tammen. „Wir hoffen, dass wir diese kastrierten Katzen auch vermitteln können.“