Dart-WM in London  Wie zwei Moordorfer Darter das Ally Pally rockten

| | 21.12.2022 15:48 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Rund 3000 Menschen haben Platz im Londoner Alexandra Palace, das von den Fans auch Ally Pally genannt wird. Dort wird seit 2007 die Dart-WM ausgetragen. Dort feiern die kostümierten Zuschauer ihre Dart-Ikonen und verwandeln den Tempel des Dart-Sports in einen Hexenkessel. Foto: DPA
Rund 3000 Menschen haben Platz im Londoner Alexandra Palace, das von den Fans auch Ally Pally genannt wird. Dort wird seit 2007 die Dart-WM ausgetragen. Dort feiern die kostümierten Zuschauer ihre Dart-Ikonen und verwandeln den Tempel des Dart-Sports in einen Hexenkessel. Foto: DPA
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Als Simon Weber und sein Freund Ralf Rose den Tempel der Dart-WM in London betraten, ahnten sie nicht, was ihnen passieren sollte. Beide erlebten ungewöhnliche Momente.

London – Die Dart-WM im Londoner Alexandra Palace, auch bekannt unter dem Spitznamen Ally Pally, ist für die Fans der Pfeilewerfer eine Mischung aus Karneval, Schützen- und Oktoberfest. Eine riesen Sause, die Mitte Dezember begann und am 3. Januar mit dem WM-Finale endet. Mehrere Stunden lang waren die Moordorfer Simon Weber und sein Kumpel Ralf Rose mit ihren Familien Teil des Spektakels. Nicht nur das, sie brachten auch die Fans in Wallungen und erfüllten unzählige Fotowünsche der Besucher. Ausgelöst wurde der Wirbel um die Ostfriesen durch deren Kostüme. Dabei stand besonders Weber im Fokus des Zuschauertamtams.

Als Star gefühlt

Im Gespräch mit den Ostfriesischen Nachrichten meinte Weber: „Ich habe mich gefühlt wie ein Promi, fühlte mich wie ein Star. Egal, wo wir hinkamen, wollten die Leute Fotos von uns machen oder mit uns trinken.“

Der Moordorfer Simon Weber im Obelix-Kostüm (rechts) war bei der Dart-WM in London ein gefragter Mann. Er posierte für viele Fototermine mit anderen Besuchern im Ally Pally. Selbst in den Raucherpausen vor dem WM-Veranstaltungsgebäude nahm der Fotografiemarathon kein Ende. Fotos: privat
Der Moordorfer Simon Weber im Obelix-Kostüm (rechts) war bei der Dart-WM in London ein gefragter Mann. Er posierte für viele Fototermine mit anderen Besuchern im Ally Pally. Selbst in den Raucherpausen vor dem WM-Veranstaltungsgebäude nahm der Fotografiemarathon kein Ende. Fotos: privat

Weber, ein Mann von großer Statur und ansehnlichem Bauchumfang, hatte sich für den Besuch des Ally Pally ein Obelix-Kostüm bei einem Verleih in Plaggenburg besorgt.

„Genau das richtige Outfit“, meinte Weber. Wenn er sich im Saal in Szene setzte und seine Muskeln spielen ließ, dann grölten die Fans im Saal und auf der Tribüne und feierten den Ostfriesen. Sein Kumpel Ralf kam als Batman daher. Er feierte Premiere im Ally Pally, während Weber bereits 2016 dem Tempel der Pfeil-Götter einen Besuch abgestattet hatte.

Doppelweltmeister im Visier

Rose verfolgte einen besonderen Plan. Er wollte unbedingt seinem Idol Adrian Lewis nahe sein. Der Engländer gewann 2011 und 2012 den Titel. Lewis gehört zum kleinen Kreis der 9-Darter, die einen Durchgang, auch Leg genannt, mit der minimal möglichen Zahl von neun Pfeilen schon einmal bei einer WM beendet haben. Der Traum eines jeden Dart-Profis. Das sogenannte perfekte Spiel gelang Lewis schon zwei Mal. Eine unglaubliche Leistung meint auch der Moordorfer Fledermausmann Rose. Er hielt sich möglichst weit vorne vor der Bühne auf, um seinen Liebling zu sehen. In der Hand ein Schild. Dort stand DC Peerstall drauf, der Dart-Club von Weber und Rose.

Ralf Rose macht im Londoner Alexandra Palace auf den Dart-Club Peerstall aus Moordorf aufmerksam und hält einen Pitcher Bier in der Hand.
Ralf Rose macht im Londoner Alexandra Palace auf den Dart-Club Peerstall aus Moordorf aufmerksam und hält einen Pitcher Bier in der Hand.

Es geschah ein kleines Wunder. Beim Einlaufen der Spieler, der mit Applaus und Beifallsstürmen begleitet wurde, klatschten die Dart-Ikonen im Vorübergehen durch die Menschenmenge die Fans ab, bevor sie die Bühne bestiegen. Dort tanzten und steppten sie zu ihrer Lieblingsmusik über den Steg und brachten die Zuschauer in Wallungen

Der reine Wahnsinn

Während Pfeil-Gigant Michael van Gerwen (Weltmeister 2019) die Halle mit der „Seven Nation Army“ von den White Stripes zum Kochen brachte, trat Peter Wright (Weltmeister 2022) mit dem Einlaufsong „Don‘t stop the party“ von Pitbull ins Scheinwerferlicht.

Adrian Lewis ließ sich mit dem Titel „Reach up“ von Perfecto Allstarz beim Einlaufen inspirieren und klatschte auch die Hand des Moordorfers ab. Der war mächtig angefasst. „Das war der reine Wahnsinn, einfach unbeschreiblich“, so Rose.

Auch wenn sein Vorbild kurze Zeit später die Segel bei der WM streichen musste, tat das der Stimmung der Moordorfer keinen Abbruch. Weber erlebte in seinem Obelix-Kostüm immer wieder „ein Gänsehautfeeling“. Der Saal sei das reinste Tollhaus gewesen, so Weber. Sie hätten mit anderen Zuschauern gesungen, getanzt und getrunken.

Eisköniginnen im Hexenkessel

Rund 3000 Besucher fasst das Londoner Ally Pally. Dort wird seit 2007 die Darts-WM ausgetragen. Keine Frage, für die Ostfriesen dürfte es nicht der letzte Besuch gewesen sein. Neben den Wettkämpfen auf der Bühne zählte die einzigartige Atmosphäre mit den ausgeflippten Fans in den ausgefallenen Kostümen in dem Hexenkessel, so die beiden Dart-Spieler aus Moordorf. Und wie hat es den Begleiterinnen der beiden gefallen? Die hatten sich auch mächtig ins Zeug geworfen und trugen Kostüme aus dem Disney-Film „Die Eiskönigin“. Daumen hoch meinten die Ehefrauen Iris Weber und Lisa Rose. Nur für Webers Tochter Lia fühlte sich der Besuch im Ally Pally etwas zu lang an. Die Ostfriesen legten noch einen Einkaufstag in London ein und besuchten noch einen Pub. Dabei hallten die Bilder des Vortages aus dem Ally Pally noch lange nach.

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