Streit im Samtgemeinderat Böses Blut zwischen zwei Leezdorfer Politikern
Heinrich Ubben (Moin) und Johannes Hogelücht (BWG) gerieten am Mittwoch zum zweiten Mal aneinander. Und es ist wohl auch nicht das letzte Mal.
Brookmerland - Die Konflikte, die es seit Längerem im Leezdorfer Gemeinderat gibt und die sich in der Gemeinderatssitzung Anfang Dezember wieder zeigten, haben sich am Mittwoch in der Sitzung des Samtgemeinderates im Dorfgemeinschaftshaus in Rechtsupweg fortgesetzt.
Ratsherr Johannes Hogelücht (BWG) nutzte die Bürgerfragestunde, um Heinrich Ubben (Moin) anzuklagen und den Samtgemeinderat zu fragen, ob Ubben seinem Amt als stellvertretender Samtgemeindebürgermeister gerecht werde. Er frage sich, wie der Moin-Ratsherr in dieser Funktion ihm gegenüber so auftreten dürfe.
Hogelücht: Warum keine Anzeige?
Zur Erinnerung: In der jüngsten Sitzung in Leezdorf hatte Ubben Hogelücht vorgeworfen, dass er beim Dorffest einschüchternd auf ihn und ein Familienmitglied zugekommen sei und er, Ubben, sich stark bedroht gefühlt habe. Der Moin-Ratsherr hatte daraufhin den Antrag gestellt, dass der Rat eine „Entschließung zu Beleidigungen und Drohungen gegen kommunale Amts- und Mandatsträger“ verabschiede. Das geschah Anfang Dezember auch.
Hogelücht fragte Ubben nun, warum er ihn nicht einfach anzeige, wenn er sich tatsächlich beim Dorffest bedroht gefühlt habe. Zudem warf er Ubben vor, Unfrieden in Leezdorf zu stiften, Arbeitgeber seiner politischen Gegner anzurufen und anonyme Anzeigen zu stellen.
Schon im Frühjahr ging es im Gemeinderat hoch her
Gegen die BWG, seine frühere politische Heimat, stelle Ubben Anträge, schimpfte Hogelücht. Zur Erklärung: In der jüngsten Gemeinderatssitzung hatte der Moin-Ratsherr auch Anträge zum „Umgang mit der Gruppe BWG“ und „Umgang mit dem Ratsherren Johannes Hogelücht“ gestellt. Schriftlich begründet hatte Ubben diese Anträge nicht. Da er in der Verwaltungsausschusssitzung zuvor gefehlt hatte, waren die beiden Anträge von der Tagesordnung des Rates genommen worden.
Noch ein Antrag Ubbens bezieht sich direkt auf die BWG: Schon bei den Haushaltsberatungen im Frühjahr war es zu Auseinandersetzungen zwischen den Ratsherren gekommen. BWG/CDU stimmten zunächst für die Anpassung der Sitzungsgelder, wollten dieses Verhalten dann aber korrigieren. Damit teilten sie Ubbens Auffassung. Dann verzichteten sie auf die Korrektur. Nun brachte Ubben einen Antrag ein, dass das dritte Verwaltungsratsmitglied keine höhere Aufwandspauschale bekommen soll. Das würde Günter Zart (BWG) betreffen. Auch dieser Vorstoß Ubbens hatte Hogelücht geärgert.
Ratsmitglieder schauten unbehaglich vor sich hin
Die Ratsmitglieder schauten nach Hogelüchts Vortrag nur pikiert auf den Tisch. Es wollte wohl niemand in die Leezdorfer Scharmützel hineingezogen werden. Ubben konterte: „Ich bitte einfach darum, meine Familie aus dem Ganzen herauszuhalten.“ Sofern Hogelücht der Meinung sei, er habe etwas Falsches behauptet, könne er ihn ja anzeigen. Auch darauf gab es keine Reaktion des Rates.
Im Nachgang zur Sitzung sagte Hogelücht auf Nachfrage, dass er es sehr bedauere, dass das Ansehen Leezdorfs und das an sich intakte Dorfleben unter diesen Konflikten und den absurden Vorwürfen Ubbens leide. „Auf der Gemeindeebene muss man doch eigentlich vernünftig miteinander umgehen können.“
Ubben teilte nach der Sitzung mit, dass er der Weihnachtsfeier für die Leezdorfer Senioren an diesem Sonnabend fernbleibe. „Eine Teilnahme ist mir nicht mehr möglich, da ich jederzeit damit rechnen muss, das meine Familie wieder Opfer von Hogelüchts Angriffen wird.“ Hogelücht könne nach den Angriffen aus seiner Sicht keinen Verein mehr repräsentieren und müsse sein Ratsmandat sofort abgeben, so Ubben. Er kündigte an, das Thema im Gemeinderat weiter zu verfolgen.