Neues E-Center in Marienhafe  Sandwirbel zum Bau-Auftakt

| | 14.12.2022 17:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Beim Spatenstich gaben Holger Schmidt, von links, Geschäftsführer Freytag & v. d. Linde, Matthias Bischoff und Hans Körte von der Edeka Minden-Hannover, Markt-Inhaber Manfred Kruse und sein Sohn Marco Kruse sowie Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels und Bauamtsleiter Jochen Behrens alles. Foto: Karin Böhmer
Beim Spatenstich gaben Holger Schmidt, von links, Geschäftsführer Freytag & v. d. Linde, Matthias Bischoff und Hans Körte von der Edeka Minden-Hannover, Markt-Inhaber Manfred Kruse und sein Sohn Marco Kruse sowie Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels und Bauamtsleiter Jochen Behrens alles. Foto: Karin Böhmer
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Mit ordentlich Schwung wurde am Mittwoch der Spatenstich für das neue E-Center in Marienhafe gesetzt. Nicht nur das Angebot im neuen Markt wird größer, sondern auch die Mitarbeiterzahl.

Marienhafe - Spatenstich bei minus 2 Grad: Der Boden auf dem alten Toom-Gelände in Marienhafe war am Mittwochmittag zwar gefroren, doch den offiziellen Startschuss für den Bau des neuen Edeka- und Rossmann-Marktes wollte sich keiner nehmen lassen. Gefühlt einige Hundert Mal sei er beim Marienhafer Weihnachtsmarkt am Wochenende nach dem Bau gefragt worden, sagte Manfred Kruse. Nun sei er nach zwei Jahren sehr froh, dass der Spatenstich gesetzt sei.

Kruse ist voller Ungeduld und fragte die Projektleiter bei der Edeka Minden-Hannover und beim Planungs- und Bauunternehmen „Freytag & v. d. Linde Projekt-, Management- und Baugesellschaft“ auch gleich nach einem möglichen Termin für das Richtfest. „Wir wollen die Meilensteine des Baus ja mit unseren Kunden feiern“, so der Kaufmann.

Geplante Eröffnung im Frühjahr 2024

Doch so weit ist es noch nicht. Die Ramme steht bereit, um 16 Meter lange Pfähle zur Gründung in den Boden zu treiben. Sobald dieses erledigt ist, wird nach Angaben von Matthias Bischoff, Projektleiter Bau bei Edeka Minden-Hannover, eine Konstruktion darauf gebaut, in der auch die Leitungen Platz finden. Erst dann geht es mit der Bodenplatte und dem eigentlichen Hochbau weiter. Hoffentlich im zeitigen Frühjahr, so Bischoff. Und Holger Schmidt, Geschäftsführer von Freytag und van der Linde, ergänzte, dass der Baustart im Dezember insofern klug gewählt sei. Zu den Hauptarbeiten beginne dann die Schön-Wetter-Phase.

Die Sandhügel zeugen von der Arbeit des Kampfmittelräumdienstes, der die Fläche bis in mehrere Meter Tiefe untersuchte. Im Hintergrund ist der jetzige Edeka-Markt Kruse auf der anderen Straßenseite zu sehen. Foto: Karin Böhmer
Die Sandhügel zeugen von der Arbeit des Kampfmittelräumdienstes, der die Fläche bis in mehrere Meter Tiefe untersuchte. Im Hintergrund ist der jetzige Edeka-Markt Kruse auf der anderen Straßenseite zu sehen. Foto: Karin Böhmer

Die Eröffnung des neuen Edeka-Centers und der Rossmann-Filiale in einem weiteren Gebäude auf dem Areal in der Rosenstraße ist für das erste Quartal 2024 vorgesehen. Bis dahin wird der Edeka-Markt auf der anderen Straßenseite weiter wie gewohnt betrieben.

20 neue Arbeitsplätze

Kruse und sein Sohn Marco, die das E-Center zusammen betreiben werden, können sich bald schon auf die Suche nach Personal machen. „Wir fühlen uns mit diesem Standort eng verbunden und sind glücklich, diese Investitionen hier vornehmen zu können. Wir wollen unsere Personalstärke entsprechend um 20 Mitarbeiter aufstocken – darunter zwei Auszubildende“, so Manfred Kruse.

Wie berichtet, soll der Edeka-Markt dann 2300 Quadratmeter Verkaufsfläche haben und allerlei Neuigkeiten bieten. Darunter den „EASY Shopper“, der bequemes und zeitsparendes Einkaufen ermöglicht – ohne Umpacken der Waren auf das Kassenband. Mit dem Einkaufswagen wird den Kunden eine moderne und innovative Möglichkeit des Einkaufens geboten. Sie scannen die Waren selbst und durch das Wegfallen des Umpackens an der Kasse sparen sie Zeit.

Edeka baut in Marienhafe selbst

Auch energetisch ist das künftige E-Center laut Edeka auf dem neuesten Stand: Neben einer auf dem Dach installierten Fotovoltaikanlage wird der Markt zu 100 Prozent mit der Abwärme der Kälteanlagen beheizt und die Klimatisierung des Gebäudes darüber hinaus durch eine Betonkerntemperierung unterstützt. Das E-Center in Marienhafe wird auch von der Edeka Minden-Hannover gebaut – und ist damit Teil der jüngeren Unternehmensstrategie.

Vor rund zwei Wochen wurde die Ramme schon mal aufs Gelände gebracht. Foto: Aiko Recke
Vor rund zwei Wochen wurde die Ramme schon mal aufs Gelände gebracht. Foto: Aiko Recke

Nutzte Edeka früher überwiegend Gebäude, die von Investoren errichtet wurden, baut der Konzern nun mehr und mehr selbst, wie Hans Körte, der Leiter der Expansion und Standortentwicklung bei Edeka, sagte. Rund 30 Prozent der Märkte seien inzwischen im Eigentum der Edeka. Rund 70 Prozent seien von Investoren errichtet worden. So war es zunächst auch beim früheren Toom-Gelände vorgesehen. Auswärtige Entwickler aus Frankfurt hatten bereits einen Interessenten an der Angel. „Als der absprang, haben wir zugegriffen“, so Körte.

Vorhabenbezogener Bebauungsplan für Aldi-Markt nächste Aufgabe

Auch Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels und Bauamtsleiter Jochen Behrends waren zur Baustelle gekommen. Das Areal habe lange brach gelegen, sagte Ihmels. Zeitweise habe es schon Gedanken gegeben, am Rand von Marienhafe Platz für Einzelhandel zu schaffen. Nun sei er froh, dass die neuen Märkte doch im Ortskern errichtet werden können und das Zentrum gestärkt werde.

Nach dem Umzug von Edeka will Aldi den bisherigen Edeka-Standort nutzen und dort neu bauen. Die Veränderungssperre auf dem entsprechenden B-Plan ist inzwischen abgelaufen. Bislang hat Aldi laut Ihmels noch keine abschließenden Planungen vorgelegt. Sobald das der Fall sei, solle ein projektbezogener B-Plan aufgestellt werden. Denn der Rat wünsche sich ein gewisses Mitspracherecht bei der Gestaltung des neuen Marktes.

Dass auf dem neuen Supermarkt-Gebäude, wie an einigen anderen Standorten, Wohnungen entstehen könnten, glaubt Ihmels nicht. Die Nähe zu zwei viel befahrenen Straßen mache dies lärmschutztechnisch schwierig und unattraktiv.

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