Bilanz der Ostfriesischen Brandkasse  Mehr Schäden als jemals zuvor

| | 27.11.2022 10:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein Porsche, der früher Jan Fedder gehört haben soll, wurde am Sturmwochenende im Februar im ostfriesischen Eversmeer unter einem Hausgiebel begraben.Foto: Stephanie Fäustel
Ein Porsche, der früher Jan Fedder gehört haben soll, wurde am Sturmwochenende im Februar im ostfriesischen Eversmeer unter einem Hausgiebel begraben.Foto: Stephanie Fäustel
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Die Landschaftliche Brandkasse zahlte nach drei Frühjahrsstürmen und zehn großen Bränden im bisherigen Jahr mehr aus, als sie einnahm. Die Schadenssumme ist mehr als anderthalbmal so hoch wie sonst.

Aurich - Es war das teuerste lange Wochenende in der Geschichte der Ostfriesischen Landschaftlichen Brandkasse: Der Orkan „Zeynep“ und seine Vorläuferin, Sturmtief „Ylenia“, sowie das Sturmtief „Antonia“ verursachten zwischen dem 17. und dem 20. Februar bei den Kunden der Brandkasse 12.743 Schäden und damit eine Schadenssumme in Höhe von 16,9 Millionen Euro. Das entspricht einem durchschnittlichen Schadensjahr. Zusammen mit einigen größeren Bränden führte das für die Landschaftliche Brandkasse zur größte Schadenssumme in den 268 Jahren seit ihrer Gründung.

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Kreisfeuerwehr Aurich zu Sturm Zeynep
26.11.2022

Jedes fünfte Haus im Versicherungsbestand sei an dem Sturmwochenende beschädigt worden, sagte Brandkassen-Vorstandsvorsitzender Thomas Weiss am Sonnabend der Landschaftsversammlung in Aurich. Glücklicherweise sei kein Mensch ums Leben gekommen.

37,2 Millionen Euro statt 23 Millionen Euro

Für die 250 Mitarbeiter der Brandkasse habe dies einen riesigen Berg Arbeit bedeutet. Finanziell bedeutete es für die Institution, dass sie in diesem Jahr mehr Geld für die Schadensregulierung ausgibt, als sie durch Beiträge einnimmt. Und dabei seien die laufenden Kosten der Brandkasse noch gar nicht berücksichtigt, so Weiss.

Brandkassen-Vorstandsvorsitzender Thomas Weiss berichtete vom größten Schadensjahr der Geschichte. Foto: Sebastian Schatz
Brandkassen-Vorstandsvorsitzender Thomas Weiss berichtete vom größten Schadensjahr der Geschichte. Foto: Sebastian Schatz

Die bisherige Schadenssumme beläuft sich laut Weiss im bisherigen Jahr auf rund 37,2 Millionen Euro. Dahinter stecken 19.100 Einzelschäden. Im vergangenen Jahr waren es rund 23 Millionen Euro gewesen – und auch das Jahr 2021 zählt schon zu den drei größten Schadensjahren des vergangenen Jahrzehnts bei der Brandkasse.

Zehn große Feuer mit Schäden von über 250.000 Euro

Zu den Sturmschäden kamen zehn Brandereignisse mit Schäden, die größer waren als 250.000 Euro. Ein Großfeuer in einem Emder Mehrfamilienhaus schlug im Juli laut Weiss allein mit 2,5 Millionen Euro zu Buche. Dort kamen allerdings außerdem noch Personen zu Schaden. Ein ebenfalls größerer Brocken war das Feuer in der Ubbo-Emmius-Klinik in Aurich im September. Weitere größere Brände gab es beispielsweise in Großefehn, Wiesmoor und Leezdorf. Insgesamt verursachten die zehn Feuer einen Schaden von rund 8 Millionen Euro.

Trotz der hohen Auszahlungen ist Weiss guten Mutes. Die Ostfriesische Landschaftliche Brandkasse erwarte dennoch „ein ordentliches positives Ergebnis“. Denn auch die Versicherung ist versichert. „Unser Rückversicherer hatte jahrelang sehr viel Spaß an der Brandkasse“, so Weiss. In diesem Jahr sei es ausnahmsweise umgekehrt.

Dank an Feuerwehren und Handwerksbetriebe

Diverse Starkregenereignisse hätten für weitere Schäden gesorgt – beispielsweise am Großen Meer. Angesichts der vielen anderen Schäden fielen diese in der Bilanz diesmal aber nicht stark ins Gewicht. Dennoch ist Weiss sich sicher: „Diese Vorkommnisse werden uns zukünftig als eine Folge des Klimawandels stärker begleiten.“

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Weiss dankte den Feuerwehren für ihren Einsatz. Alleine am Sturmwochenende im Februar seien die Kameraden in Ostfriesland mehr als 3000 Mal ausgerückt. Und auch die Handwerker hätten nach den Stürmen alle Hände voll zu tun gehabt.

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