Ärger um geplantes Parkhaus  Wohnungen statt Parkplätze?

| | 18.11.2022 21:35 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
2016 wurde die Zufahrt zum Georgswall so gestaltet, dass Autos das Parkhaus gut erreichen können. Foto: Romuald Banik
2016 wurde die Zufahrt zum Georgswall so gestaltet, dass Autos das Parkhaus gut erreichen können. Foto: Romuald Banik
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Die Debatte um Parkplätze in der Innenstadt ist ein sensibles Thema. Eigentlich gab es einen Kompromiss, doch nun flammt um die geplante Stellplatzanlage am Georgswall wieder ein alter Streit auf.

Aurich - Parkplätze im Innenstadtbereich sind ein rotes Tuch in Aurich. Seit Jahren laufen Kaufleute Sturm dagegen, dass die Parkplätze am Rande des Georgswalls aufgegeben werden zugunsten einer vor Jahren beschlossenen Flaniermeile. Als Kompromiss galt das geplante Parkhaus an der Ecke Georgswall/Große Mühlenwallstraße, das die Fahrzeuge aufnehmen soll – und einen Anreiz für den Gang durch die Ostertraße bieten soll. Doch nun hat die Verwaltung Zweifel an den Plänen bekommen.

Seit April 2021 sind die Garagen verschwunden, die Zufahrt zum Parkhaus ist eigentlich bestens ausgebaut. Foto: Heino Hermanns
Seit April 2021 sind die Garagen verschwunden, die Zufahrt zum Parkhaus ist eigentlich bestens ausgebaut. Foto: Heino Hermanns

Anfang 2021 sollte es ganz schnell gehen. Die Firma E. und L. Gerstmeier hatte sich in einem Interessenbekundungsverfahren für drei Flächen gemeldet, die getrennt angeboten worden waren: erstens die Grundstücke Osterstraße 28-30, 32, 34 und 36, zweitens die Fläche für das geplante Parkhaus und drittens eine kleine Fläche für ebenerdiges Parken am Georgswall. Die Politik sollte den Grundstücksverkäufen schnell zustimmen, weil der Investor in der Osterstraße schnell beginnen wolle, wie es hieß. In der Tat: Mehrere Gebäude wurden abgerissen, um Lagerplatz für das Material zur Fußgängerzonensanierung zu bieten.

Kaufverträge sollen noch nicht unterschrieben sein

Seitdem ist aber sonst nicht viel passiert. Dem Vernehmen nach wurden die Kaufverträge für die drei Flächen noch nicht unterzeichnet. Mehrfach fragten Politiker nach dem Sachstand an dieser Stelle der Innenstadt. Aus Sicht des früheren Ausschussvorsitzenden Bodo Bargmann (CDU), der die über weite Strecken kontrovers geführte Debatte damals geleitet hat, wird mit dem neuen Vorschlag ein großes Fass wieder aufgemacht. Wie Bargmann auf ON-Nachfrage sagte, werde die Parkhausfrage auch die Diskussion über die Flaniermeile am Georgswall neu befeuern. Das eine könne nicht ohne das andere geplant werden.

Mehrere Fraktionen bestehen auf der Umsetzung der autoarmen Rahmenplanung für den Georgswall – aber längst nicht alle. „Seitdem sind aber schon zwei neue Räte gewählt worden“, so Bargmann. Angedacht gewesen sei auch, eine Lohne anzulegen, wo die Innenstadtbesucher direkt vom Parkhaus in die Osterstraße gelangen. Denn ein wichtiges Argument für die Stellplatzanlage an der Stelle war auch die Belebung dieser Einkaufsstraße.

Mit neuen Wohnungen kommen auch mehr Autos

Ob Stellplätze im Innenhof einer neuen Wohnbebauung diesen Zweck erfüllen würden, bezweifelt Bargmann stark. Zumal mit den neuen Wohnungen auch weitere Autos in die Stadt kommen werden, die dort Platz finden müssten.

„Die verkehrliche Erschließung dieser Stellplatzfläche erfolgt weiterhin über die Vollanbindung von der Großen Mühlenwallstraße“, heißt es in der Vorlage. Immerhin – denn der Knotenpunkt war 2016 umgestaltet worden, um eine leistungsfähige Zufahrt für das geplante Parkhaus zu bieten. „Wenn das nun keine Anbindung für ein Parkhaus wird, kann man sich schon fragen, ob der Umbau erforderlich war“, so Bargmann.

Er sei etwas überrumpelt davon, dass die Verwaltung gleich eine Beschlussvorlage verfasst habe, so der CDU-Politiker. In dieser heißt es auch, dass es ein neues Interessenbekundungsverfahren für die Fläche des Parkhauses als Baugrundstücke geben soll.

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