Discounter in Südbrookmerland  Wie es mit dem Moordorfer Aldi-Markt weitergeht

| | 18.11.2022 18:27 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Wie es mit dem Moordorfer Aldi-Markt weitergeht, wurde nun im Bauausschuss besprochen. Foto: Holger Janssen
Wie es mit dem Moordorfer Aldi-Markt weitergeht, wurde nun im Bauausschuss besprochen. Foto: Holger Janssen
Artikel teilen:

Die künftigen Pläne für den Moordorfer Aldi-Markt waren am Donnerstag Thema in der Politik. Der Bauausschuss zeigte sich von der Präsentation überzeugt.

Moordorf - Ginge es nach den Mitgliedern des Südbrookmerlander Bauausschusses, könnte Discounter Aldi sofort mit dem Neubau seiner Filiale an der Ekelser Straße in Moordorf beginnen. Von dem, was ihnen am Donnerstag vonseiten des Unternehmens vorgestellt wurde, waren sie restlos überzeugt. Profitieren könnten auch die, die gar nicht in dem Markt einkaufen.

Größer, neuer, nachhaltiger. So in etwa lässt sich das zusammenfassen, was Aldi auf der Fläche direkt neben dem jetzigen Markt plant. So soll die Verkaufsfläche von etwa 800 auf 1045 Quadratmeter wachsen. Auch ein größeres Lager und ein eigener Bereich für die Marktbäckerei seien geplant, so Sebastian Sobolewski. Er ist bei der Aldi Regionalgesellschaft Hesel zuständig für Um- und Neubauten von Filialen, unter anderem im Raum Ostfriesland.

Kein Gasanschluss mehr nötig

Besonders stolz sei man bei Aldi auf die Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit. „Wir brauchen keinen Gasanschluss“, so Sobolewski im Ausschuss. Beheizt werden soll der Markt durch die Abwärme der Kühlgeräte. Den Großteil des Strombedarfs will man durch eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Marktes decken. Sobolewski sprach dabei von rund 72 Prozent Eigennutzung der produzierten Energie, der Rest werde ins öffentliche Netz eingespeist.

So soll der neue Moordorfer Aldi-Markt aussehen. Grafik: Aldi Nord
So soll der neue Moordorfer Aldi-Markt aussehen. Grafik: Aldi Nord

Und in eine Ladesäule für Elektroautos, die es an dem neuen Markt ebenfalls geben sollte. Vorerst eine, denn: Durch Lehrrohre unter dem Gelände soll eine spätere Aufstockung der Ladepunkte problemlos möglich sein, wie Architekt Matthias Knopf vom Planungsbüro Beyer, Freitag und Zeh sagte.

Lösung für altes Gebäude steht

Neu ist auch ein Kunden-WC, das es im bisherigen Markt auch noch nicht gibt. Der stammt aus dem Jahr 2009. Das Gebäude selbst ist noch gut in Schuss. Der geplante Neubau resultiert vielmehr aus gestiegenen Anforderungen. Ein Abriss des alten Gebäudes steht aber nicht zur Debatte. Dort zieht nach dem Aldi-Umzug die Moordorfer Niederlassung des Sonderpostenhändlers Wreesmann ein. Für Zufriedenheit bei den Ausschussmitgliedern sorgte aber nicht nur das Konzept des Gebäudes selbst, sondern auch das Drumherum. Beispielsweise in Sachen Versiegelung und Entwässerung.

Spätestens seit dem Starkregen im September vergangenen Jahres, als Teile des Ortes unter Wasser standen, beschäftigt diese Frage die Politik immer wieder. Die Antwort von Sobolewski: Um das anfallende Regenwasser kümmert man sich auf dem Grundstück zunächst selbst. Laut Plan werden selbst bei Starkregen nicht mehr als zwei Liter Wasser pro Sekunde an das öffentliche Regenwassernetz abgegeben. Vom Neubau profitieren könnten aber nicht nur Aldi-Kunden, sondern auch Fußgänger und Radfahrer. Durch das Projekt entsteht nämlich aller Voraussicht nach auch ein Fuß- und Radweg auf der Ostseite der Ekelser Straße – und zwar zwischen Kreisel und Mittelweg.

Zahlreiche neue Parkplätze entstehen

Auch eine Querungshilfe über die Ekelser Straße ist geplant, ebenso wie eine rückwärtige Anbindung für Fußgänger und Radfahrer zum Weißdornweg. Die Kosten für diese Maßnahmen will Aldi tragen. „Das ist ja auch in unserem Interesse“, so Sobolewski.

Etwas entschärft wird zudem die Zufahrt. Die liegt aktuell direkt gegenüber der Zufahrt des Angel- und Zweiradgeschäftes Wessels und des Hol-ab-Marktes. Zu Stoßzeiten führt das immer wieder zu Problemen. Die neue Zufahrt zu Aldi und Wreesmann soll etwas weiter nach Süden verlagert werden. Für den neuen Markt sind auch neue Parkplätze geplant. Insgesamt stehen dann für beide Geschäfte etwa 150 Stellplätze zur Verfügung.

Und wann geht es los? Das lässt sich zurzeit noch nicht genau sagen. Aldi rechnet damit, bis spätestens Ende 2023 eine Baugenehmigung zu bekommen. Unmittelbar danach können die Arbeiten starten. Die Bauzeit gab Sobolewski mit sechs bis acht Monaten an, sodass voraussichtlich im Spätsommer 2024 die Eröffnung gefeiert werden kann. Vielleicht auch früher, wenn Planer und Behörden zügig arbeiten.

Ähnliche Artikel