Kita-Trägerschaft in Aurich Eltern sprachlos über Vorpreschen der Stadt
Im Frühjahr hatte der Stadtelternrat sich dafür ausgesprochen, dass die Kitas in Trägerschaft der Stadt bleiben. Wie nun plötzlich ein Gegenvorschlag auf den Tisch kommt, finden sie empörend.
Aurich - Geerd Smidt vom Auricher Stadtelternrat ist nach eigenem Bekunden sprachlos. Im Frühjahr habe die Elternschaft klar dafür plädiert, dass die Kitas in Trägerschaft der Stadt bleiben sollen. Und nun stelle der Vorstoß von Bürgermeister Horst Feddermann, die Trägerschaft an den Landkreis dies auf den Kopf.
Wieder einmal werde nicht mit den Eltern oder Kita-Leitungen gesprochen, sondern eine Debatte eröffnet – und dies auch nicht unter fachlichem Aspekt zunächst im Sozial-, sondern mit dem Fokus auf Einsparungen im Finanzausschuss. „Ist das wirklich so, dass der Finanzausschuss es bewerten kann, dass bei einer Änderung der Trägerschaft keinerlei Nachteile für die Betroffenen entstehen?“, fragt der Elternvertreter.
Ohne Trägerschaft auch keine Steuerung mehr
„Die Eltern sind derzeit eher sprachlos als empört über dieses Vorgehen“, so Smidt. Die Kinder in Krippen, Kindergärten und Horten seien offenbar nicht mehr im Fokus der Stadt.
Wenn nun die Kita-Vereinbarung zwischen Kreis und Stadt gekündigt werden sollte, beginne eine Zeit der Unsicherheit für Eltern und Kita-Mitarbeiter, bis eine andere Regelung getroffen sei. Die Kosten, die die Stadt nun auf den Kreis abzuwälzen hoffe, werde dieser nicht tragen, ohne sich über die Kreisumlage Geld zurückzuholen.
Wenn die Auricher Politik der Meinung sei, dass Kitas nur ein Kostenfaktor seien, und keine soziale Komponente darin sehen wollten, dann sei das sehr enttäuschend, so Smidt. Es klinge natürlich verlockend, wenn die Stadt einen so großen Betrag aus ihrem Haushalt streichen könne. Aber am Ende sei dies eine Milchmädchenrechnung, da Umlagen zu leisten seien. „Und dann hat die Stadt keine Steuerung mehr bei der Kita-Entwicklung.“
Die Kita-Erziehung sei eine Riesenaufgabe und kosten einen Riesenbatzen Geld. Aber es sei doch eine wichtige Aufgabe, bei der die Stadt direkt an ihrer eigenen Zukunftsfähigkeit arbeiten könne, so Smidt: „Wenn eine Stadt das einfach aufgibt, ist das schon ein dramatisches Zeichen.“