Folgen des Ukraine-Kriegs im Landkreis Aurich  Erstmals wird Sporthalle für Flüchtlinge genutzt

| | 14.11.2022 17:38 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Turnhalle auf dem Gelände der früheren Auricher Kaserne.Foto: Romuald Banik
Die Turnhalle auf dem Gelände der früheren Auricher Kaserne.Foto: Romuald Banik
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Eigentlich wollte die Kreisverwaltung das immer vermeiden. Doch nun wird eine erste Turnhalle als Notunterkunft hergerichtet. Das hat Folgen für Auricher Sportvereine und eine Schule.

Aurich - Es ist die erste Sporthalle im Landkreis Aurich, die für die Unterbringung von Flüchtlingen belegt wird. Derzeit wird die Turnhalle auf dem Auricher Kasernengelände durch das THW für die Belegung hergerichtet, teilte Kreissprecher Nikolai Neumayer auf ON-Anfrage mit. „Diese Arbeiten können voraussichtlich in dieser Woche abgeschlossen werden. Eine Belegung könnte dann ab der kommenden Woche erfolgen“, heißt es weiter.

Doch was ist mit den Sportvereinen und Schulen, die die Halle dort rege nutzen? Dazu sagt der Landkreis: „Im Vorfeld haben verschiedene Gespräche mit der Interessensgemeinschaft stattgefunden. Inwiefern weitergehende Abstimmungen zwischen Interessensgemeinschaft und Nutzern stattgefunden haben, ist hier nicht bekannt.“

Für Kinder und Jugendliche Ausweichmöglichkeiten gefunden

Der Sport auf der Außenanlage könne weiterhin stattfinden. Patrice Sineux von der Interessengemeinschaft Auricher sagte auf ON-Anfrage, man habe sich bemüht, vor allem für die Trainingszeiten für Kinder und Jugendliche Ausweichmöglichkeiten zu finden. Das sei auch weitgehend gelungen. „Die Kinder waren bereits Opfer der Corona-Beschränkungen. Das soll sich nicht wiederholen“, betonte Sineux. Zugleich räumte er ein: „Die Gelackmeierten sind die Senioren.“ Er hoffe, dass es in den nächsten Monaten bei dieser einen durch Flüchtlinge belegten Halle bleibt, so Sineux.

Für den Sportunterricht der Realschule, der ebenfalls in der Kasernenhalle stattfindet, konnte eine Lösung gefunden werden, wie Direktorin Kathrin Peters, auf ON-Anfrage sagte. Der Unterricht ziehe in die Halle der Waldorfschule in Sandhorst und die Ellernfeld-Halle um, so Peters. Das sei kein Problem.

Familien afghanischer Ortskräfte nach Extum

Unterdessen laufen vor dem großen Divisionsgebäude auf dem Kasernengelände noch Erd-Vorarbeiten für das zweite Containerdorf im Landkreis Aurich. Die Container könnten ab Montag, 21. November, geliefert und aufgebaut werden, teilte Kreissprecher Neumayer den ON mit. Zur Bezugsfertigkeit könnten aber noch keine Angaben gemacht werden.

Beim ersten Containerdorf in den ehemaligen „Internationalen Gärten“ in Aurich-Extum laufen in dieser Woche die letzten Restarbeiten, heißt es. Wohl ab kommender Woche könnten die Container bezogen werden. Es sei „angedacht“, dass dort Familien afghanischer Ortskräfte aus Utlandshörn einziehen. Dadurch könnten dort weitere Kapazitäten für Neuzuweisungen geschaffen werden.

In Leer und Emden bereits Hallen belegt

Darüberhinaus seien weitere Containerdörfer im Auricher Kreisgebiet geplant. Dafür würden „in Zusammenarbeit mit den Gemeinden noch geeignete Grundflächen gesucht“, heißt es von der Kreisverwaltung auf ON-Nachfrage.

Im Nachbar-Landkreis Leer wird die dortige BBS-Sporthalle bereits seit dem Frühjahr für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt. In Emden ist die Nordseehalle seit September belegt. Zahlreiche Kulturveranstaltungen, Konzerte und die Fußball-Stadtmeisterschaften mussten ausfallen.

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