Synode fasst Beschlüsse So will der Kirchenkreis Aurich der Energiekrise im Winter begegnen
Auch der Kirchenkreis Aurich muss in der Energiekrise die Heizung in seinen Gebäuden runterdrehen. Aber es soll nicht nur gespart, sondern auch geholfen werden.
Aurich - Eines ist den Mitgliedern der Auricher Kirchenkreissynode klar: Kirche und Diakonie müssen ihren Energieverbrauch senken. „Nicht überall wird es im kommenden Winter mehr so warm sein können wie gewohnt, auch nicht in allen Kirchen“, schrieb Superintendent Tido Janssen im Anschluss an die in Weene tagende Synode. Um Linderung zu schaffen, beriet das Gremium einige Maßnahmen – und legte dafür auch Geld bereit.
20.000 Euro will der Kirchenkreis den Gemeinden zusätzlich zur Verfügung stellen. Mit dem Geld sollen verschiedene Aktionen und Materialien finanziert werden. Diese reichen von „körpernahen Heizmöglichkeiten“ bis hin zu heißem Essen und heißen Getränken, die nach Gottesdiensten angeboten werden. Die Aktionen sollen laut Janssen in den kalten Monaten „für eine andere Wärme sorgen und Gemeinschaft stiften“. „Wärmewinter“ nennt die Synode es plakativ. Dazu gehört auch, dass benachbarte Kirchengemeinden gemeinsam entscheiden, welche Gebäude am besten für welche Veranstaltung geeignet sind. Janssen: „So kann in der Krise auch eine Chance für neue Formen des Miteinanders liegen.“
Hilfsfonds für arme Menschen
Zusätzlich schafft der Kirchenkreis einen Fonds für Einzelfallbeihilfen. Dieser Fonds ist gedacht für Menschen, die in der Energiekrise von Armut betroffen sind. Er speist sich aus zusätzlichen Kirchensteuermitteln. Wie viel, teilte die Synode nicht mit. Aber: „Wir setzen ein starkes Signal, dass wir als Kirche und Diakonie mit den Bedürftigen fühlen und sie unterstützen“, so Janssen. Federführend soll die Kirchenkreissozialarbeit im Diakonischen Werk in Aurich sein. Dorthin können sich schon jetzt Menschen wenden, die Hilfe suchen. Auch die Beratungsarbeit wird zu diesem Zweck ausgebaut.
Wie hoch der Bedarf für einen solche Fonds ist, kann der Kirchenkreis Aurich auch anhand seiner vier Tafelstandorte ablesen. Dort ist die Zahl der Kunden teilweise doppelt so hoch wie im vergangenen Jahr.
Messgeräte für Temperatur und Feuchtigkeit
Neben diesen kurzfristigen Maßnahmen plant der Kirchenkreis auch langfristig. Neubauten sollen mit Wärmepumpen und Fotovoltaikanlagen ausgestattet werden, wirbt er. Dies geschieht aktuell beim Gemeindehaus in Engerhafe und war zuvor schon in Victorbur und bei der Tagespflege der Diakonie in Großefehn geschehen. Bestehende Gebäude sollen nach und nach untersucht werden, wie sie energetisch zukunftsfähig ausgestattet werden können. Dabei setzt der Kirchenkreis Aurich auf die Zusammenarbeit mit einem Energieberater, dem Amt für Bau- und Kunstpflege, dem Kirchenamt sowie Firmen und Handwerksbetrieben. Ehrenamtliche in den Gemeinden werden beispielsweise für die Überwachung der Energieverbräuche geschult.
Der Kirchenkreis stattet dafür alle Gemeinden mit Geräten aus, die Temperatur und Feuchtigkeit insbesondere in den Kirchen messen, um angemessen auf die Werte reagieren zu können und die Bauten zu schützen.