Gastronomie in Aurich Café Extrablatt interessiert sich für Markthalle
Das münsterländische Unternehmen hat am Montag seine Pläne der Politik vorgestellt. Es hat sogar Interesse an einem zweiten Standort in Aurich.
Aurich - Kurz vor Ablauf der Entscheidungsfrist über die Zukunft der Auricher Markthalle hat sich am Montagabend in nicht-öffentlicher Sitzung ein Interessent vorgestellt. Das sagte der Auricher Bürgermeister Horst Feddermann auf ON-Nachfrage.
Die Kaffeehaus-Kette Café Extrablatt mit Sitz in Emsdetten interessiert sich für einen Standort auf dem Auricher Marktplatz. In Ostfriesland ist sie bislang nur in Leer und auf Norderney mit Standorten vertreten.
Besichtigung der Räume
Café Extrablatt ist aber nicht nur an der Markthalle interessiert, sondern auch am Betrieb der Auricher Hafenkiste, die zum Auricher Tochterunternehmen Auricher Bäder- und Hallengesellschaft (ABH) gehört. Die Auricher Veranstaltungsagentur Marema hat dort bis Ende 2024 einen Pachtvertrag. Die Hafenkiste war seit Beginn der Coronazeit aber lange geschlossen und öffnet nun sehr sporadisch für geschlossene Gesellschaften.
Laut Feddermann haben die Verantwortlichen von Café Extrablatt sich am Montag die Räumlichkeiten der Immobilie am Hafen angesehen. „Wir sind dazu in guten Gesprächen“, sagte Feddermann, der aber auch betonte, dass noch kein Vertrag geschlossen sei. Die finale Abstimmung fehle noch. Sollte das münsterländische Unternehmen die Hafenkiste übernehmen, soll dies nicht erst Ende 2024 geschehen, sondern „gern schnellstmöglich“, so der Bürgermeister.
Verschiedene Konzepte für die Standorte
Einen zweiten Standort kann sich das Unternehmen offenbar in kurzer Entfernung auf dem Auricher Marktplatz vorstellen. Hinter diesem doppelten Interesse steckten unterschiedliche Konzepte von Café Extrablatt, so Feddermann auf Nachfrage. Ins Detail gehen wollte er dazu noch nicht.
Der Auricher Verwaltungsausschuss habe die Pläne von Café Extrablatt mehrheitlich positiv aufgenommen und favorisiere ebenso wie die Verwaltung mehrheitlich diese Lösung vor einem Abriss der Markthalle, so Feddermann. Noch stünden die Gespräche aber ganz am Anfang und seien weit weniger weit gediehen wie zur Hafenkiste. Einen Beschluss dazu haber es am Montag noch nicht gegeben, wohl aber ein eindeutiges Votum, dass weitergeplant werden solle.
Das Unternehmen
Das erste Café Extrablatt entstand 1988 in Emsdetten. Seitdem expandiert die Kaffeehaus-Kette und nach Angaben auf der Internetseite des Unternehmens in ganz Deutschland und darüber hinaus. Bislang wurden 131 weitere Fililalen eröffnet, drei davon in Marokko, eine in Südafrika. Es handelt sich um Systemgastronomie mit Speisen- und Getränkeangebot für den ganzen Tag – vom Frühstücksbuffet über den Mittagstisch bis hin zum Cocktail-Angebot am Abend. Ein Schwerpunkt bilden Kaffeespezialitäten. „Die moderne Form der guten alten Eckkneipe – das sind heute die großen, stringent nach Konzept geführten Betriebe von Cafe Extrablatt“, heißt es auf der Internetseite. Zum Unternehmen gehören unter anderem eine Produktionsküche für hochwertiges Convenience-Food mit eigener Entwicklungsabteilung, eine Verwaltungs- und Servicegesellschaft und eine eigene Logistikzentrale. Das Café Extrablatt interessiert sich für Standorte in Städten ab 35.000 Einwohner, und dort für repräsentative Objekte an öffentlichen Plätzen mit großer Außenterrasse oder an Marktplätzen. Attraktiv seien Immobilien mit reinen Gastraumfläche ab 240 bis rund 550 Quadratmetern, plus Nebenflächen von mindestens 160 Quadratmetern. Terrassenflächen für mindestens 80 Plätze sind „zwingend erforderlich“. Ziel von Café Extrablatt ist es, die Immobilien für mindestens 10 Jahre mit Verlängerungsoption zu pachten.
Es werde nun eine Vorlage für die Politik mit den Vorschlägen geben, über die auch bald abgestimmt werden soll. Dann würde die Entscheidung über Erhalt oder Abriss des Glasgebäudes noch in diesem Jahr fallen - so, wie von der Politik gewünscht. Bis das Café Extrablatt dort einziehen würde, würde aber wohl noch einige Zeit vergehen. Denn die Halle gilt als an verschiedenen Stellen sanierungsbedürftig.