Arbeitsmarkt in Ostfriesland Arbeitslosenquote weiter auf historisch niedrigem Niveau
Corona, Ukraine-Krieg, Energiekostenexplosion: Trotz aller Krisen zeigt sich der Arbeitsmarkt im Bezirk Emden-Leer immer noch „robust“. Ohne einen Faktor wären die Zahlen sogar noch besser.
Leer/Aurich - Trotz aller Krisen und negativen Wirtschaftsprognosen: Der Arbeitsmarkt in Ostfriesland zeigt sich davon bislang relativ unbeeindruckt und weiter sehr stabil. Die Arbeitslosenquote liegt weiter auf so niedrigem Niveau wie kaum je zuvor. Im Oktober lag sie bei 5,5 Prozent – genau wie im Vorjahr. Im Landkreis Aurich gab es sogar einen ziemlich deutlichen Rückgang um fast acht Prozent auf 5,2 Prozent.
Würde man die Geflüchteten aus der Ukraine aus der Statistik herausrechnen, würde die Arbeitslosenzahl sogar noch deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen, sagte Roland Dupák, Vorsitzendcr der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Emden-Leer. Im Oktober waren im Agenturbezirk 1383 ukrainische Kriegsflüchtlinge arbeitslos gemeldet, 478 mehr als im September.
Anstieg nur im Kreis Wittmund
Alles in allem sieht Dupák den ostfriesischen Arbeitsmarkt weiter als „robust“ an. Insgesamt 13.707 Menschen waren im Oktober im Bezirk der Arbeitsagentur Emden-Leer arbeitslos gemeldet – 361 weniger als im Vormonat. Rückgänge gab es in den Landkreisen Leer (-152) und Aurich (-217) sowie in der Stadt Emden (-63). Lediglich im Landkreis Wittmund ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat September um 71 gestiegen.
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„Wie erwartet bildet sich das Saisonende im Hotel- und Gaststättengewerbe in den Arbeitslosenzahlen ab. Mitarbeitende aus der Tourismusbranche und dem Einzelhandel melden sich vorübergehend arbeitslos, was zu einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen in der Küstenregion führt“, sagte Dupák. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) waren im Oktober 4273 Menschen arbeitslos gemeldet – 276 weniger als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Zahl um 10,5 Prozent oder 503 Personen gesunken. Insgesamt erhielten 4093 Personen im Oktober Arbeitslosengeld – 216 weniger als vor einem Jahr.
Anstieg zum Vorjahr bei Grundsicherungs-Empfängern
Im Bereich der steuerfinanzierten Grundsicherung waren im Oktober 9434 Personen arbeitslos gemeldet, davon zählen 4895 als Langzeitarbeitslose. Insgesamt ist die Arbeitslosenzahl in diesem Bereich im Vergleich zum Vormonat um 0,9 Prozent oder 85 Personen gesunken. Der Anstieg zum Vorjahr betrug 6,2 Prozent oder 553 Personen.
Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur Angaben zur sogenannten Unterbeschäftigung. Zusätzlich zu den Arbeitslosen zählen zur Unterbeschäftigung Menschen, die nicht als arbeitslos gelten, aber im Rahmen arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen gefördert werden.
Die Unterbeschäftigung im Agenturbezirk Emden-Leer betrug nach vorläufigen Angaben im Oktober 18.303 Personen. Die Unterbeschäftigungsquote lag im Oktober bei 7,2 Prozent (Vorjahresmonat: 7,1 Prozent).