Zur Reise von Ministerin Faeser  Katar braucht laut Staatssekretär Johann Saathoff Reformen

| | 02.11.2022 09:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Bundestagsabgeordneter Johann Saathoff aus Pewsum. Foto: Romuald Banik
Bundestagsabgeordneter Johann Saathoff aus Pewsum. Foto: Romuald Banik
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Der fußballbegeisterte Abgeordnete aus Pewsum ist besorgt über die Situation in dem Golfstaat – und antwortet auf die Frage, ob er die WM vor dem Fernseher schaut.

Pewsum/Berlin - Johann Saathoff lief früher nicht nur für den RSV Emden, sondern auch schon für die Parlaments-Fußballmannschaft „FC Bundestag“ auf, er war Vorsitzender des Werder Bremen-Fanclubs im Bundestag. Wie schaut der parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium auf die aktuelle Reise von Ministerin Nancy Faeser ins WM-Ausrichterland Katar?

Der Golfstaat brauche Reformen, teilt der Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Aurich-Emden, auf ON-Anfrage mit. Seine Chefin besuchte jetzt kurz vor Beginn des Turniers den Wüsten-Staat – allerdings ohne Begleitung ihres ostfriesischen Staatssekretärs. Er sei noch nie in Katar gewesen und plane auch keine Reise dorthin, schreibt Saathoff den ON.

„Besorgniserregende Berichte“

Der 51-Jährige aus Pewsum sagt: „Es gibt zahlreiche besorgniserregende Berichte über die Arbeitsbedingungen von Gastarbeiterinnen und Gastarbeitern in Katar und die Rechte von Frauen und Minderheiten. Es ist gut, dass da erste Fortschritte erzielt wurden, aber insgesamt entspricht die Situation natürlich noch lange nicht den Vorstellungen, die wir selbst haben. Die Reformen müssen jetzt weiter vorangetrieben werden.“

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat jetzt das WM-Gastgeberland Katar besucht. Foto: DPA
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat jetzt das WM-Gastgeberland Katar besucht. Foto: DPA

Er unterstütze Ministerin Faeser dabei, Menschenrechte und Nachhaltigkeit zu entscheidenden Vergabekriterien von Sportgroßveranstaltungen zu machen. Neben Gesprächen zur Organisation des Turniers habe die Ministerin ganz bewusst Menschenrechtsfragen, die rund um das Turnier diskutiert werden, in den Mittelpunkt ihrer Reise gestellt. Es sei dabei zum Beispiel um den Schutz von queeren Menschen vor Diskriminierung und Verfolgung und die Situation der Wanderarbeiter gegangen. „Es ist gut, dass Nancy Faeser sich vor Ort aus erster Hand einen Eindruck dazu machen kann. Das ermöglicht auch den zukünftigen Austausch über die Weiterführung der begonnenen Reformen nach dem Abschluss des Turniers“, meint Saathoff.

Diplomatische Antwort

Wird er als großer Fußball-Fan die WM vor dem Fernseher verfolgen? Seine Antwort hört sich diplomatisch an, sie bleibt letztlich offen. „Einen konkreten Plan habe ich mir da ehrlicherweise noch nicht gemacht. Gewohnheitsmäßig verbinde ich die Fußball-Weltmeisterschaft noch immer mit der Vorstellung von gemeinsamen Sommerabenden unter Freunden. Auf dieses neue Format muss auch ich mich jetzt noch einstellen. Außerdem habe ich zeitgleich natürlich auch noch Termine wahrzunehmen.“

Der frühere energiepolitische Sprecher und Russland-Beauftragte der Bundesregierung räumt zugleich ein: „Es ist ja kein Geheimnis, dass wir aktuell in Bezug auf unsere Gasversorgung mit Katar zusammenarbeiten. Diese Zusammenarbeit ist immer geprägt von unterschiedlichen Interessen und politischen Abwägungsprozessen. Einerseits wollen wir zum Beispiel durch unterschiedliche Projekte unsere Energiesicherheit sicherstellen. Andererseits muss selbstverständlich bei jeder Zusammenarbeit die Situation der Menschenrechte diskutiert und einbezogen werden.“

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